Edelmetalle: Iridium
Im Jahre 1804 entdeckte der britische Chemiker Smithson Tennant (1761-1815) in London das Iridium (engl.: Iridium), Symbol „Ir“, zusammen mit dem Edelmetall Osmium. Er untersuchte die beim Lösen der Platinerze im Königswasser erhaltenen unlöslichen Rückstände und konnte dabei die beiden Elemente isolieren. Die hohe Farbkraft der Iridiumsalze inspirierte ihn zum Namen Iridium. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „regenbogenfarben“.
Iridium ist seltener als Gold oder Platin. In der Natur tritt es elementar in Form von kleinen Körnern oder mit Platin auf. Mit Osmium bildet es 2 natürlich vorkommende Minerale. Einerseits "Osmiridium", das zu 50% aus Iridium sowie Osmium, Platin, Rhodium und Ruthenium besteht und anderseits "Iridosmium", das zu 55-80 % aus Osmium und zu 20-45 % aus Iridium besteht. Förderbare Vorkommen liegen hauptsächlich in Südafrika, in Russland (Ural) und Nord- sowie Südamerika. Als sekundäre Lagerstelle findet man freies Iridium, einschließlich der anderen Elemente der Platingruppe, in Flusssanden vor.
Iridium fällt zusammen mit den anderen Platinmetallen bei der Platinherstellung und bei der Verhüttung von Nickelerzen an. Nach einer Behandlung des Platins mit Königswasser findet sich Ruthenium, Osmium, Rhodium und Iridium, sowie Silber im unlöslichen Rückstand. Die anderen Platinmetalle können nach der Abtrennung des Silbers durch die Zugabe von Natriumperoxid und Wasser zu wasserlöslichen Salzen umgewandelt werden, während sich ein unlöslicher Rückstand von Iridium(IV)-oxid bildet. Dieses zerfällt beim Glühen in Iridium und Sauerstoff.
Eigenschaften
Das silber-weiße Iridium besitzt die höchste Dichte mit 22,65 g/cm³ und ist damit noch schwerer als Gold oder Platin. Wegen seiner extremen Härte und Sprödigkeit kann es nur schwer bearbeitet werden. Als chemisch widerstandsfähigstes aller Platinmetalle widersteht es Königswasser, ebenso wie geschmolzenen Alkalihydroxiden. Fein verteiltes Iridium wird von oxidierenden Schmelzen unter Bildung von löslichen und unlöslichen "Iridaten" angegriffen.
In Chlorid- und Cyanid-Schmelzen wird es aufgelöst. Im Periodensystem ist es der Ordnungszahl 77 zugeordnet und steht bei der Elementhäufigkeit an 81. Stelle. Das am wenigsten reaktionsfähigste Platinmetall besitzt einen hohen Schmelzpunkt mit 2.446 °C, eine Härte (nach Mohs) von 7 und eine kubisch-flächenzentrierte Kristallstruktur. Bei Rotglut oxidiert es zu schwarzem IrO2, das bei mehr als 1.140 °C wieder zerfällt. Im Gegensatz zu Osmiumoxid ist es nicht flüchtig. Die elektrische Leitfähigkeit ist, wie die Wärmeleitfähigkeit, relativ gut. Bei sehr tiefen Temperaturen zeigt Iridium Supraleitfähigkeit.
Anwendung
Platin-Iridium-Legierungen mit 20-30% Iridiumanteil werden aufgrund ihrer Härte und Korrosionsbeständigkeit in Injektionsnadeln, in chirurgischen Instrumenten, in Spitzen von Füllfederhaltern und Kugelschreiberminen, in Laborgeräten, in elektrischen Schaltkontakten, in Zündkerzen für Flugzeugmotoren, als UV-Schutzschicht auf hochwertigen Sonnenbrillen, in Behältern und Tiegeln für Hochtemperaturanwendungen oder in Schmuck eingesetzt. Das Ur-Kilogramm und das Ur-Meter, die beide in Sèvres bei Paris aufbewahrt werden, enthalten eine Legierung aus 90% Platin und 10% Iridium.
Iridium zu Anlagezwecken
Iridium ist kein traditionelles Anlagemedium! Das Edelmetall gibt es weder in Form von Münzen noch als Barren.
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