Gold-Münzen, historische
Bevor der Krügerrand Ende der sechziger Jahre zur modernen Anlagemünze avancierte, gab es Münzen, die ihm schließlich als Vorbild dienten. Diese Goldmünzen stammen meist aus der Zeit des Goldstandards, sind über 100 Jahre alt und wurden damals in Massen geprägt. Einzelne Jahrgänge oder Motive sind zu raren Sammlerobjekten aufgestiegen, andere sind heute zum Materialwert zuzüglich eines kleinen Aufschlages erhältlich.
Die damalige Münzgröße lag deutlich unter 1 Unze Gold. Anlegern, die kleine Einheiten bevorzugen oder ihren Bestand differenzieren wollen, bietet sich hier die Möglichkeit, die Aufgelder der aktuellen Anlagemünzen zu umgehen. Aufgrund fehlender Technik gab es keine reinen Goldmünzen. Zum Teil gibt es auch aktuelle Nachprägungen unter Verwendung alter Jahrgänge.
20 Mark (Preußen, Deutsches Reich)
Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I. in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert - das Deutsche Reich war entstanden. Es bestand aus 25 Teilstaaten mit weitgehenden Souveränitätsansprüchen, von denen nur vier den Status eines Königreiches aufweisen konnten: Bayern, Preußen, Sachsen und Württemberg. Mit der Reichsgründung wurde zeitgleich eine neue Währungsreform durchgeführt - die Mark löste den Taler ab. Die drei Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II., die zwischen 1871 und 1918 an der Spitze des Deutschen Reiches standen, waren auch jeweils König von Preußen. Sie entstammten dem ursprünglich in Schwaben ansässigen Adelsgeschlecht der Hohenzollern. Für reine Goldinvestoren sind jeweils die 20 Mark von Wilhelm I. (Jahrgang 1871-88) und Wilhelm II. (Jahrgang 1888-1913) von Preußen interessant, da hier die Gesamtauflagen im zweistelligen Millionenbereich angesiedelt waren. Bei anderen 20- und 10-Mark-Stücken waren die Auflagen teils bedeutend niedriger, sodass hier ein entsprechender Sammlerwert gezahlt wird. Absolute Liebhaberpreise (25.000 € und mehr) werden mittlerweile beispielsweise für die 20-Mark-Goldmünze der Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha von 1872 bezahlt (Porträt von Ernst II., 1.000 Exemplare). Für Numismatiker interessant ist u.a. das Prägejahr 1888. Nur 99 Tage nachdem Kaiser Friedrich III. im Jahre 1888 von seinem Vater Wilhelm I. den Thron übernahm, erlag er einem Krebsleiden. Daraufhin folgte ihm Wilhelm II. als letzter deutscher Kaiser. Es entstand eine einzigartige numismatisch-historische Situation, denn in einem Jahr mussten 3 Münzen mit 3 verschiedenen Kaisern geprägt und neu in Umlauf gebracht werden. Wie bei jeder alten Münze gilt auch hier, dass es einzelne Jahrgänge oder sehr gut erhaltene Exemplare gibt, die dann natürlich einen deutlichen Aufschlag aufweisen. Die beiden Goldmünzen gibt es nur mit 900er Feinheit bei einem Goldgehalt von 7,168 g (= 0,2305 oz). Die Portraitseite zeigt den jeweiligen König, auf der anderen Seite sind das Staatswappen, der Nennwert und das Prägedatum abgebildet. (Abbildung links: Wilhelm I. und rechts: Wilhelm II. von Preußen) |
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| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| 20 Mark | Wilhelm I. Preußen | 900 | 7,168 g | 7,965 g | 22,5 x 1,4 mm | 0 % |
| 20 Mark | Wilhelm II. Preußen | 900 | 7,168 g | 7,965 g | 22,5 x 1,4 mm | 0 % |
Sovereign (Großbritannien)
Der Sovereign besteht aus 22 Karat Gold und wurde erstmals 1816 unter Königin Victoria in London geprägt. Das meist verwendete Motiv ist der heilige Georg zu Pferd im Kampf gegen den Drachen. Zeitweise wurde auch nur das köngliche Wappen verwendet. Auf der anderen Seite ist stets das Portrait des jeweiligen Throninhabers abgebildet. Das Bildnis wird dem Original alle paar Jahre angepasst. Bedingt durch die zahlreichen Kolonien Englands verbreitete sich der Sovereign weltweit und galt lange Zeit als die Geld- und Anlagemünze schlechthin. Ein paar Jahre später wurde der Sovereign auch in Bombay (I), in Ottawa (C), in Melbourne (M), in Perth (P), Pretoria (SA) und in Sydney (S) geprägt. Zu erkennen, wenn auch sehr schlecht, ist dies am jeweiligen Buchstaben, der unter den Hinterläufen des Pferdes des heiligen Georgs aufgeprägt ist. Den historischen Sovereign gab es nur in zwei Größen und Abmaßen. Die Auflagen lagen während der Zeit des Goldstandards im Millionen-Bereich, danach gingen sie tendenziell zurück. Sovereigns wurden nicht in jedem Jahr geprägt, teilweise gab es Aussetzer von 10 und mehr Jahren. Selbst heute werden noch Sovereigns geprägt, jedoch liegt die Auflagenzahl im 4- oder unteren 5-stelligen Bereich. (Abb. links: Victoria (1872), rechts: George IV (1925)) |
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| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| (1 £) | Sovereign | 916,66 | 7,322 g | 7,988 g | 22,05 x 1,52 mm | 0 % |
| (1/2 £) | Sovereign | 916,66 | 3,661 g | 3,994 g | 19,30 x 1,52 mm | 0 % |
Pesos (Mexiko)
Charakteristisch sind die unterschiedlichen Motive teils beider Seiten. Außer bei dem 50-Pesos-Stück werden die Nennwerte nicht als Zahlen, sondern als Wort abgebildet (20 = Veinte, 10 = Diez, 5 = Cinco, 2 1/2 = Dos y Medio, 2 = Dos). Während der Jahre 1921-31 und 1944-47 wurden vom 50-Pesos-Goldstück mehr als 4 Millionen Stück geprägt. Mit über 2 Millionen Exemplaren in den Jahren 1917-21 und 1959 kam die 20-Pesos-Münze nur auf die Hälfte der Auflage. Die 5- und 10-Pesos-Münzen wurden bereits 1905 geprägt, das 2-1/2-Goldstück erreichte mit den Jahren sogar eine Auflage von weit mehr als 5 Millionen Stück. In den achtziger Jahren kam es zu Nachprägungen, die z.B. beim 50-Pesos-Stück weit über die Millionengrenze geht. (Abb. unten: 20 Pesos (links), 10 Pesos (rechts)) |
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| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| 50 Peso | Pesos 'Centenario' | 900 | 37,50 g | 41,67 g | 37,0 x 2,69 mm | 0 % |
| 20 Peso | Pesos 'Azteca' | 900 | 15,00 g | 16,67 g | 27,5 x 2,03 mm | 0 % |
| 10 Peso | Pesos 'Hidalgo' | 900 | 5,00 g | 8,33 g | 22,5 x 1,40 mm | 0 % |
| 5 Peso | Pesos 'Hidalgo' | 900 | 3,75 g | 4,17 g | 19,0 x 1,14 mm | 0 % |
| 2 1/2 Peso | Pesos 'Hidalgo' | 900 | 1,875 g | 2,08 g | 15,5 x 1,00 mm | 0 % |
| 2 Peso | Pesos | 900 | 1,50 g | 1,67 g | 13,0 x 0,86 mm | 0 % |
Dukaten (Nachprägung, Österreich)
Bereits ein Jahr zuvor hatte Kaiser Franz Joseph I. (1848-1916) ihre weitere Ausprägung als so genannte "Handelsmünzen" genehmigt. Einfache und vierfache (= 4x so große) Dukaten wurden daraufhin mit laufendem Jahresdatum bis 1915 geprägt. Dann erzwangen die Belastungen des Ersten Weltkrieges die vollständige Einstellung der Prägung dieser Goldmünzen. Der Handel von Waren wurde zwischen den Staaten mit Hilfe dieser Münzen abgerechnet - daher auch die Bezeichnung "Handelsmünzen". Da die Münzen nicht in den alltäglich Geldkreislauf gelangten, unterlagen sie im herkömmlichen Sinne keinem Verschleiß. Die Zugabe von Legierungsmetallen, um das weiche Gold kratz- und abriebbeständiger zu machen, war in diesem Fall nicht vonnöten. So entstand eine Goldmünze mit einem geringen Anteil an Kupfer bei einem Feingehalt von .986 (98,6%). (Zum besseren Verständnis: Heute handelt man zwischen den Notenbanken, Raffinerien, Scheideanstalten oder an Börsen mit 400-oz-Goldbarren, damals waren es u.a. eben diese Goldmünzen.) Dukaten mit den heute verwendeten Darstellungen des Kaisers und des Doppeladlers wurden erst ab 1872 geprägt. Die Nachprägungen der |
| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| - | 1 Dukaten | 986 | 3,4424 g | 3,4909 g | 19,75 x 0,75 mm | 0 % |
| - | 4 Dukaten | 986 | 13,7696 g | 13,9636 g | 39,50 x 0,71 mm | 0 % |
Gulden (Nachprägung, Österreich)
Als Goldanlagemünzen eignen sich die so genannten "Handelsgoldmünzen", die einen geringen Aufschlag zum aktuellen Goldpreis besitzen. Diese Münzen sind Nachprägungen der Die jährliche Auflagenzahl war im Vergleich zu den Dukaten deutlich geringer. Der Rekordjahrgang war bei der 4-Gulden-Münze 1977 mit 211.343 Stück und bei der 8-Gulden-Münze 1968 mit 336.719 Stück. In anderen Jahren gab es gar keine oder nur sehr geringe Auflagen. Mit 500 geprägten Exemplaren im Jahr 1988 erschien die letzte Neuauflage des 8-Gulden-Stückes. Das 4-Gulden-Stück wurde zuletzt 1999 geprägt. |
| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| 4 Florin / 10 Franken | Gulden | 900 | 2,9033 g | 3,2258 g | 18,9 x 0,8 mm | 0 % |
| 8 Florin / 20 Franken | Gulden | 900 | 5,8065 g | 6,4516 g | 21,0 x 1,3 mm | 0 % |
Kronen (Nachprägung, Österreich)
Als Goldanlagemünzen eignen sich vor allem die Nachprägungen (Handelsgoldmünzen), die einen geringen Aufschlag zum aktuellen Goldpreis besitzen. Die Die jährliche Auflagenzahl der einzelnen Münzen schwankte extrem. Das 10-Kronen-Stück erreichte mit 277.347 Exemplaren 1967 die höchste Jahresproduktion, 1984 mit 102 die geringste. 1968 wurden mit 364.730 Exemplaren der 20-Kronen-Münze die meisten, mit 6 Stück 1954 die wenigsten geprägt. Von der 100-Kronen-Münze wurden nur alleine im Jahre 1974 etwas mehr als 2. Mio. hergestellt, aber in den letzten 3 Prägejahren (1984/85/88) waren es nur jeweils 50 Stück, 1983 sogar nur 5 (!) Stück. |
| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| 10 | Kronen | 900 | 3,0488 g | 3,3875 g | 19,0 x 0,8 mm | 0 % |
| 20 | Kronen | 900 | 6,0976 g | 6,7751 g | 21,1 x 1,3 mm | 0 % |
| 100 | Kronen | 900 | 30,4878 g | 33,8753 g | 36,9 x 1,9 mm | 0 % |
Helvetia (Schweiz)
Die Helvetia ist bis heute auf schweizerischen Münzen und Briefmarken abgebildet und spielt in politischen und patriotischen Darstellungen eine wichtige Rolle. 1895 entschied sich das Eidg. Finanzdepartement, der 20-Franken-Helvetia-Münze ein neues Aussehen zu geben. In einem landesweiten Wettbewerb konnte sich letztendlich der Entwurf von Fritz Ulisse Landry (1842-1927) durchsetzen. Kurz vor dem 2. Weltkrieg kam es jedoch zu einer Namensänderung der Helvetia-Münze in den Kosenamen "Vreneli" (schweizerdeutsch: Verkleinerungsform von Verena). Der ursächliche Grund ist im Nachhinein nicht mehr feststellbar. Heute werden alle drei schweizerischen Goldmünzen, die von 1897-1949 als "Helvetia" geprägt wurden, mit "Vreneli" bezeichnet, die vor 1897 geprägten Helvetia behielten ihre ursprüngliche Namensgebung bei. Zu Anlagezwecken, also Goldmünzen nahe dem aktuellen Gold- preis, eignen sich die Vreneli wesentlich besser als die "alten" Helvetia-Münzen. Die ursprünglichen Helvetia-Goldmünzen wurden in den Jahren 1883 bis 1896 mit einer etwa 1,7 Millionen hohen Auflage geprägt. Die 4.224 Stück des Jahrgangs 1888 stellen eine Rarität dar. Die Vorderseite zeigt das Portrait der Helvetia. Auf der Rückseite sind das Schweizer Wappen umgeben von einer Art Lorbeerkranz, die Währung und die Jahreszahl abgebildet. |
| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| 20 Franken | Helvetia | 900 | 5,806 g | 6,451 g | 21,0 x 1,25 mm | 0 % |
Vreneli (Schweiz)
Die Vorderseite der 20-Franken-Münze zeigt eine nach links gerichtete Frauenbüste, das reiche Haar in geflochtenem Zopf aufgebunden, das Kleid mit Edelweißen bestickt, vor einem Berghintergrund. Oberhalb der Frauenbüste ist der Schriftzug "Helvetia", am Rand unten rechts vertieft der Name des Künstlers "F. Landry" zu sehen. Auf der Rückseite sind das Schweizer Wappen in ausgeschnittenem Schilde auf üppigem Eichenzweig, die Währung, die Jahrzahl, rechts davon das Münzeichen B (Perlkreis) abgebildet. Die Nachkriegsprägungen des Jahrganges "1935" haben zusätzlich ein "L" (Lingot = Barren) links von der Jahreszahl. Die Randprägung ist erhaben und besteht aus 22 Sternen (für Kantone, 7/7/8), außer mit den Jahrzahlen 1947 bzw. 1949, die die Randschrift "AD LEGEM ANNI MCMXXXI" aufweisen. (Abb: unten, rechts) Das 10-Franken-Vreneli-Stück ist nur halb so groß wie die 20-Franken-Vreneli. Optisch unterscheidet sich die Vorderseite der Münze nur durch Anordnung des Künstlernamen (anstatt rechts am linken unteren Rand). Auf der Rückseite sind die Währung und die Jahreszahl mittig angeordnet. Darüber befindet sich das Schweizer Kreuz mit Strahlenkranz, unten der Rundung angepasst zwei einander umschlingende Alpenrosen und Enzianblütenzweige und darunter das Münzzeichen "B" (Perlkreis). Der Münzrand ist nur gerippt. Die Gesamtauflage lag bei 2,65 Millionen Stück, wobei die kleinste Auflage im ersten Prägejahr (1911) bei 100.000 Stück und die höchste Auflage im letzten Prägejahr (1922) bei 1,02 Mio. Münzen lag. Vom Aussehen ist die 100-Vreneli-Goldmünze identisch mit der 10-Vreneli-Münze. Unterschiede gibt es nur in der Größe, der aufgeprägten Währung und der erhabenen Randschrift: "DOMINUS PROVIDEBIT" (Der Herr wird vorsorgen). Mit nur 5.000 Exemplaren zählt die im Jahre 1925 geprägte 100-Franken-Münze zu einer Rarität und ist an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. |
| Nennwert | Bezeichnung | Feinheit | Goldgehalt | Gesamt | Abmaße | MWSt. |
| 100 Franken | Vreneli | 900 | 29,032 g | 32,258 g | 35,0 x 2,20 mm | 0 % |
| 20 Franken | Vreneli | 900 | 5,806 g | 6,452 g | 21,0 x 1,25 mm | 0 % |
| 10 Franken | Vreneli | 900 | 2,903 g | 3,226 g | 19,0 x 0,90 mm | 0 % |
Anmerkung/Hinweis:
- Die genannten Abmaße der Münzen können leicht schwanken
- MWSt.-Angaben gelten nur für Deutschland
- Auflistung nicht vollständig
- Farbe und Größe der abgebildeten Münzen sind nicht maßstabs- und farbgerecht





Den "Peso" könnte man als Vorgänger des mexikanischen 

Dukaten (engl.: Ducats) wurden erstmals 1284 in Venedig geprägt. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich in der Folgezeit auf ganz Europa. In Deutschland wurden sie 1559 zur Reichsmünze erklärt und 1857 im Gebiet des Deutschen Zollvereins aufgehoben. Die österreichischen Dukaten verloren 1858 ihre Eigenschaft als "normales" gesetzliches Zahlungsmittel.
Die Guldenwährung des 19. Jahrhunderts war eine Silberwährung, obwohl "Vereinskronen" zwischen 1858 und 1865 (bzw. 1866) auch in Gold geprägt wurden. 1865 gründeten Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz die Lateinische Union, in der die Münzausgaben in Wert, Größe, Gewicht usw. abgestimmt werden sollten. Innerhalb der Union sollten alle Münzen gelten. Obwohl Österreich 1867 einen Vorvertrag mit der Lateinischen Union abgeschlossen hatte, erreichte man die für den Beitritt erforderlichen Währungs-verhältnisse nicht. Nichtsdestoweniger wurden ab 1870 ein 8-Gulden-Stück (= 8 Florin oder 20 Franken) sowie ein 4-Gulden-Stück (= 4 Florin oder 10 Franken) geprägt, die den Goldmünzen der Union in allen Daten glichen. Geprägt wurden beide Münzen bis ins Jahr 1892, in dem die Kronenwährung (engl.: Corona) in Österreich eingeführt wurde.
Die Währungsreform Österreichs von 1892 führte zum ersten Mal eine Goldwährung ein: die Krone. Obwohl die Krone selbst eine Silbermünze war, war die Rechnungseinheit Gold. Zwei Goldmünzen wurden als Nachfolger der Gulden vorgesehen: 10 Kronen und 20 Kronen. Die kleinere wurde nur von 1892 bis 1912 geprägt, wogegen das 20-Kronen-Stück bis 1915 hergestellt wurde. Zum Regierungsjubiläum des Kaisers im Jahr 1908 wurde eine 100-Kronen-Goldmünze herausgegeben. Die Prägung der 100- Kronen-Goldmünzen wurde von 1909 bis 1915 fortgesetzt. Die Währung selbst wurde in Österreich in Folge der galoppierenden Inflation im Jahr 1924 durch den Schilling ersetzt.
"Helvetia" ist die vom Volksstamm der Helvetier abgeleitete neulateinische Bezeichnung für die Schweiz und eine allegorische Frauenfigur, welche die Schweiz versinnbildlicht. Als Frauengestalt tauchte sie erstmals im 18. Jahrhundert auf.
Die "Vreneli" gehört zu den bekanntesten schweizerischen Goldmünzen. Von der 20- Franken-Goldmünze, die in den Jahren 1897-1949 geprägt wurde, sind sagenhafte 58,6 Millionen Stück im Umlauf. Seltene Jahrgänge, die wegen des hohen Agios zum Goldpreis für Goldanleger theoretisch nicht in Frage kommen, sind die Jahrgänge 1904-06 (jeweils nur 100.000 Stück), 1926 (50.000 Stück) und 1935 (175.000 Stück).