Edelmetalle: Osmium

Osmium (engl.: Osmium) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol „Os“, besitzt die Ordnungszahl 76 und steht in der Elementhäufigkeit an Stelle 73. Im Jahre 1803 wurde es durch Smithson Tennant (1761-1815) zusammen mit Iridium im Rückstand von in Königswasser (= Salzsäure und Salpetersäure) aufgelöstem Platin entdeckt. Seinem rettichartigen Geruch (griechisch: „osme“) verdankt das Element seinen Namen.

Das Übergangsmetall kommt in Platinerzen von natürlich vorkommenden iridium- und osmiumhaltigen Legierungen (z.B. "Osmiridium": 52% Iridium, 27% Osmium, 10% Platin, 6% Ruthenium und 1,5% Rhodium), sowie in platinhaltigen Flusssanden vor. Die wichtigsten Vorkommen liegen in Witwatersrand (Südafrika), in Russland (Ural) und in Nord- sowie Südamerika.

 

Eigenschaften

Metallisches Osmium ist extrem schwer, von blauweißer bis blauschwarzer Farbe und bei höheren Temperaturen glänzend. Mit seinen harten und spröden Eigenschaften ist es ein typisches Übergangsmetall der Platingruppe. In kompakter Form lässt es sich nur sehr schwer bearbeiten. Leichter herstellbares Metallpulver zersetzt sich schon bei Raumtemperatur in das stark giftige und stark riechende (bei 130 °C) siedende Osmiumtetraoxid. Die Dichte des Metalls beträgt 22,59 g/cm³. Das Metall ist das härteste aller Platinmetalle (nach Mohs: 7,5) und zudem besitzt es den höchsten Schmelzpunkt mit 3.040° C. Die häufigste Oxidationsstufe ist +4, alle Stufen von +0 bis +8 sind jedoch bekannt. Bei tiefen Temperaturen tritt Supraleitfähigkeit auf. Osmium, aber vor allem seine Verbindungen, gelten als sehr giftig. Sie reizen die Schleimhäute stark und führen zu Kopfschmerzen und Sehstörungen.

 

Anwendung

Wegen der hohen Giftigkeit der Oxide wird Osmium selten in reinem Zustand verwendet. Harte, osmiumlegierte Legierungen aus der Platinfamilie kommen in Geräten mit (abrasivem) hohem Verschleiß (z.B. Schreibkugeln in Kugelschreibern, phonografische Abtastnadeln, Injektionsnadeln, Wellen und Zapfen im Instrumentenbau, elektrische Kontakte) zum Einsatz. Eine Legierung aus 90% Platin und 10% Osmium wird zu medizinischen Implantaten und künstlichen Herzklappen verarbeitet, sowie in Herzschrittmachern verwendet. Früher, bevor das günstigere Metall Wolfram aufkam, wurde es für die Herstellung von Glühwendeln für Glühlampen verwendet. Aus den Wörtern Osmium und Wolfram entstand der Firmenname "Osram".

Osmiumtetraoxid wird zur Kontrastverstärkung bei mikroskopischen Präparaten und zur Spurensicherung (Fingerabdrücke) eingesetzt.

 

Osmium zu Anlagezwecken

Osmium ist kein traditionelles Anlagemedium! Das Edelmetall gibt es weder in Form von Münzen noch als Barren.

 

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