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Impressionen eines Goldbullen von der Invest 2005

13.04.2005  |  Richard Mayr
Vom 08. bis 10. April fand die Invest 2005 in Stuttgart statt. Zahlreiche Anbieter aus der Investmentbranche füllten die große Ausstellungshalle bis auf den letzten Quadratmeter. Dem Ruf der Messe folgten über 10.000 Anleger, was nach den Jahren mit ausbleibenden Besucherzahlen wohl darauf zurückzuführen ist, dass sich der DAX gerade nicht im Sturzflug nach unten befindet.

Im Großen und Ganzen ist die Branche derzeit wieder sehr bullisch für Aktien bei DAX, Dow und Co., wobei die neuen verkaufsfördernden Zauberworte "Dividendentitel" und "China" heißen. Nur am Rande wagten es einige Anbieter, sich dem "Rohstoffhype" hinzugeben und Produkte dafür offen anzupreisen. In erster Linie sind hier ABN AMRO und SOCIETE GENERALE zu nennen, die gerade im Bereich Zertifikate auf Rohstoffe und Edelmetalle sehr gut positioniert sind.

Einzig und allein die Münze Österreich wagte als großer Produzent von Goldanlagemünzen den Weg zur Invest. Im Gepäck hatten die Väter des Philharmonikers die größte Goldmünze der Welt mit einem Gewicht von 1000 Unzen, die im letzten Jahr unter großem Aufsehen präsentiert worden war. So mancher Anleger, der den Stand passierte, war erstaunt, dass man in Gold überhaupt noch physisch investieren kann. Es war dann auch nicht verwunderlich, dass bei jenen Messebesuchern noch nicht bekannt war, dass Gold mehrwertsteuerfrei ist und zur Depotdiversifizierung hervorragende Dienste leisten kann.

Vergeblich suchte man nach Gold- und Rohstoffminenfonds auf der Invest - scheinbar sind in den Augen vieler Anbieter Zertifikate sicherer als breit gestreute Minenfonds. Trugschlüsse gab es auch andernorts. In mehreren Gesprächen mit Messebesuchern durfte ich erfahren, dass die Verluste in den Depots zwar noch immer sehr groß sind, aber eine Aktienanlage frei nach Kostolany pflichtgemäß mit Schlaftabletten ausgesessen werden muss.

Ähnlich selten wie eine reichhaltige Goldader waren auch die Vorträge zum Thema Gold und Rohstoffe auf der Agenda gewichtet. Von einer "Blase am Rohstoff- und Goldmarkt", wie sie derzeit schon durch die Presse geistert, konnte mir auf der Invest als aufmerksamer Betrachter beileibe nichts ins Auge stechen. Nur das Thema Zertifikate selbst wurde ausgiebig behandelt.

Auf mehreren Showbühnen wurde dem Aktien- wie Tradingkult wie vor dem Jahr 2000 gefröhnt und man konnte schon fast wieder Neue Markt Stimmung an manchen Ständen spüren. Für mich ein sicheres Zeichen, dass sich das Jahr 2005 trotz allen Unkenrufen doch noch zum negativen Aktienjahr mausern kann. Von einer positiven Korrelation von stark besuchten Finanzmessen und einer sich entwickelnden Echoblase am Aktienmarkt darf ausgegangen werden.

Massive Warnungen vor steigenden Zinsen und dem bevorstehenden Platzen der Anleiheblase kamen in erster Linie von Herrn Markus Mezger von der Baden-Württembergischen Bank, der im Handelsblattforum Rede und Antwort stand. Er vertrat die Ansicht, dass sich in den nächsten Jahren die Assetklasse Rohstoffe und hier insbesondere Rohöl als lukratives Investment entwickeln wird, wenngleich der Rohölpreis aktuell kurzfristig korrigieren sollte.

In das kleine Bärenkonzert am Rande stimmte auch der schweizer Vermögensverwalter Felix Lais mit ein, der eine primäre Umkehr an den Aktienmärkten analysierte, wobei sein Credo "Cash und Trading is King" lautete. Ebenso prognostizierte Herr Lais eine kurzfristige Dollarstärke für die nächsten 6 bis 12 Monate, die den Euro/Dollar auf 1,10 bis 1,05 fallen lassen soll.

Herr Hartmann vom Edelmetallhandelshaus pro aurum GmbH & Co. KG München wies in seinem Vortrag auf die Gefahren der ausufernden Staatsverschuldung, der kollabierenden Sozialsysteme und des Dollars hin und riet als einer der wenigen Referenten den Zuhörern zu einer physischen Goldanlage von mindestens 10 Prozent im Depot.


Fazit:
Der Besuch der Invest war die lange Anreise wert. Sie ist ein hervorragender Indikator für die Lage an den Märkten. Für Goldbullen heißt die Devise: wir stehen erst ganz am Anfang der Public Phase. Von einer Blase an den Rohstoffmärkten kann noch lange nicht gesprochen werden, wenngleich kurzfristig eine Korrektur durchaus möglich ist.


© Richard Mayr
Argentuminvest



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