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Südafrika sinkt in Gunst der Mineninvestoren

26.01.2012  |  Roman Baudzus
Nach den Ereignissen, die in den letzten Jahren in Südafrika zu beobachtenden waren, erscheint es kaum verwunderlich, dass sich die Minenindustrie des Landes in einem anhaltenden Abschwung befindet. Seltene Mineralien und Rohstoffe müssen nicht nur aus einer immer größeren Tiefe gefördert werden, sondern auch eine wachsende politische Unsicherheit, Stromausfälle und zunehmende Streiks unter Südafrikas Minenarbeitern machen den vor Ort operierenden Bergbauunternehmen und Investoren immer stärker zu schaffen.

Laut einer gestern publizierten Studie mit dem Titel "South Africa Survey" ist die Attraktivität für Mineninvestitionen im Land am Kap der Guten Hoffnung im Jahr 2010 dramatisch gesunken.

Die gestern durch das South African Institute of Race Relations publizierte Studie mit dem Titel "South African Survey" bestätigt, was sich bereits seit geraumer Zeit ankündigte und Investoren kaum mehr überraschen dürfte. Demnach ist Südafrika in der Gunst internationaler Mineninvestoren von Platz 37 im Jahr 2006 auf Platz 67 im Jahr 2010 abgerutscht.

Insgesamt 79 Nationen gingen in die Berechnungen der jüngsten Studie ein. Eine große Mehrzahl der befragten Investoren äußerte sich vor allem skeptisch in Bezug auf die Auslegung und die Durchsetzung der herrschenden Gesetze. In den vergangenen Jahren ist es zum Beispiel immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen um Landrechte und -titel gekommen, deren Urteile ausländische Investoren abgeschreckt haben.

Die Kosten der südafrikanischen Minenindustrie haben sich in nahezu allen Abbausektoren potenziert. Für viele Unternehmen wird ein Abbau heutzutage erst ab einem Goldpreis in Höhe von 1.600 $ pro Feinunze rentierlich, da stark gestiegene Kosten im Explorationsbereich die nationale Minenindustrie unter Druck setzen. Während der Gold- und Diamantenabbau in den letzten Jahrzehnten oftmals nahe der Erdoberfläche oder im so genannten Open Pit Verfahren möglich gewesen ist, wird heute nicht selten in mehreren tausend Metern Tiefe nach seltenen Mineralien gesucht.

Die dazu notwendige Ausrüstung ist sehr kostspielig und selbstverständlich mit verantwortlich für den enormen Anstieg der Förderkosten. Solange der Goldpreis auf dem aktuellen Niveau von 1.665 $ pro Feinunze notiert, wird die Goldförderung in Südafrika rentabel bleiben, wenngleich die Gewinnmargen im Vergleich mit vergangenen Jahren geringer ausfallen. Die anhaltend hohe Goldnachfrage an den Weltmärkten erweist sich in diesem Hinblick als der wesentliche Unterstützungsfaktor für einen sich fortsetzenden Goldabbau in den südafrikanischen Minen.

Zusätzlich lasteten weitläufige Streiks der Minenarbeiter und immer wiederkehrende Ausfälle der Energie- und Stromversorgung auf der Stimmung der Investoren. Eine landesweite Streikwelle erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt im Sommer 2011, an dem hunderttausende Mitarbeiter aus den verschiedensten Wirtschaftssektoren für deutlich höhere Löhne und Gehälter, eine bessere Gesundheitsversorgung und humanere Arbeitsbedingungen protestierten.

Den meisten Firmen entstand durch Unterbrechungen der Stromversorgung im vergangenen Jahr ebenfalls ein immenser Schaden, da die Produktion für bestimmte Zeitintervalle still stand und Arbeiter teilweise in großer Tiefe fest saßen. Bislang macht es nicht den Eindruck, dass die nationale Stromgesellschaft Eskom die Unzulänglichkeiten in der Energieversorgung des Landes in den Griff bekommt, weshalb sie die Bevölkerung auf ihrer Webseite zu einer freiwilligen Senkung des Stromverbrauchs aufruft.

Die sich seit mehreren Monaten verschlechternde Situation könnte laut Experten möglicherweise zu einem bestimmten Zeitpunkt negative Auswirkungen auf die Versorgungslage an den globalen Rohstoffmärkten haben. Neben dem Abbau von Gold und Diamanten erweist sich Südafrika vor allem als wichtiger Produzent von Platin und Palladium.

Um die politischen und wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen, müsste die Regierung des African National Congress (ANC) insbesondere für eine höhere Rechtssicherheit für ausländische Investoren sorgen und die aktuell unsichere Gesetzeslage an die Erfordernisse an den Weltmärkten anpassen.

Solange dies nicht geschieht, sehen Experten nur wenig Anlass für eine baldige Trendumkehr. Die Gold-, Platin- und Palladiumpreise dürften von dieser Situation auf lange Sicht mit Sicherheit profitieren.


© Roman Baudzus
www.GoldMoney.com/de



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