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Goldenes Sturmzentrum

20.04.2012  |  Jim Willie CB
- Seite 3 -
Deutschland trifft Vorbereitungen zum Verlassen der Eurozone

Man müsste viel eher sagen, dass Deutschland den Euro vom Spielfeld holt, um ihn zu überarbeiten, zu verbessern, um neue freiwillige Mitglieder für das Führungsteam aufzunehmen und um die südeuropäischen Nationen ihr eigenes Spielchen weiterspielen zu lassen. Die romanischen Überbleibsel werden im Grunde mit dem Knorpel, dem Fett und der giftigen Materie der eigentlichen Euro-Währung zurückbleiben. Und an was sie sich klammern, wird schließlich in einem schnell vorüberziehenden Sturmgebiet entwertet werden. Deutschland hingegen droht in der entgegengesetzten Richtung Gefahr. Die Deutschen müssen genügend neue Handelspartner unter Vertrag nehmen, damit die wie auch immer geartete neue Währung (Nordeuro, Neue Mark, Euro-Mark) nicht Opfer ihres eigenen Erfolgs wird. Eine schnell aufwertende neue Währung würde dem deutschen Exporthandel schaden. Zahlreiche Finanzsicherheitsnetze zur Stützung der deutschen Banken wurden gespannt und gefüllt. Einige Banken könnten dennoch Bankrott gehen.


Spanien steht kurz vor der Zurückweisung der Maßhaltemaßnahmen und möglicherweise auch des Euros

Die Verweigerung der Giftpille könnte Vorteile haben - denn die Durchsetzung der gewaltigen Sparmaßnahmen würde die wirtschaftliche Grundlage komplett zerstören. Nichtsdestotrotz wird die Wirklichkeit wieder unerbittlich zuschlagen, und die Renditen für spanische Staatsanleihen werden wieder ihre alten, hohen Stände erreichen. Es wird akute Finanzierungsprobleme geben. Sprich: KEIN AUSWEG.

Eine Arbeitslosenquote in Spanien von 23% sticht im Westen scheinbar als Ausnahme hervor, sie unterscheidet sich aber nicht deutlich von den Arbeitslosenzahlen in den USA. Die USA haben nur die besseren Lügner in den Wirtschaftsbunkern und eine härtere Pressekontrolle. Der Druck in Spanien wird wahrscheinlich für chaotische Zustände am Anleihemarkt sorgen, der Druck könnte ausreichen, um die spanische Führung vom Verbleib im stressbelasteten Euro-Herrschaftsbereich Abstand nehmen zu lassen.


Die US Fed und die Europäische Zentralbank tragen Schuld an einer Papier-Orgie im Umfang von 5 Billionen $ - allein in den letzten Monaten.

Die US Federal Reserve und die Europäische Zentralbank verhalten sich wie verzweifelte siamesische Zwillinge, die in wilden Anwandlungen das westliche Bankensystem vor dem Zusammenbruch retten wollen. Der EZB-Chef Draghi mag anfangs noch seine Reserviertheit gegenüber dem Aufkauf schlechter PIGS-Staatsschulden zum Ausdruck gebracht haben, letztendlich wurde er aber Champion in diesem Bereich. Allein in den letzten 6 Monaten sperrte er Kreditvergabefenster im Umfang von ganzen 3,1 Billionen Euro auf. Wiederum wurde nichts gelöst oder repariert, trotz der enormen Anstrengen, die aber nicht mehr als glorreiche Pappmache-Aktionen waren.

Es ist eine aussichtlose Schlacht - ähnlich der Aufgabe des Sisyphus, welcher gezwungen wurde, einen Stein den bergauf zu rollen. Sobald er innehielt, rollte dieser wieder bergab. Da die Zentralbankpapierhändler den Papierwunden nur Papierbinden verpassen können, können die vom Wundbrand befallenen Glieder und Extremitäten nicht zwischen dem alten Wundbrand und dem frischen Eiter unterscheiden, der sofort nach der Behandlung hervortritt. Nichts wurde repariert, nicht der geringste Lösungsansatz ausprobiert und auch die Problemerkennung- und analyse spielt in den heutigen Debatten keine Rolle.


Die US-Finanzmärkte haben sich in einen verlassenen Spielplatz verwandelt, der den Hochfrequenz-Freaks und ihren korrupten Zockerkumpanen überlassen wurde

Das Handelsvolumen an der NYSE ist deutlich gesunken. Am Aktienmarkt sind enorme Abflüsse von Fondsgeldern zu verzeichnen, denn die öffentlichen Anleger sind am Ende doch nicht so dumm wie man glauben mag. Die ETF-artigen Abzockspiele verlieren ihren Reiz. Der LTRO-Effekt (das Zentralbankenhütchenspiel an den breiten Diskontfenstern) verliert seine Wirkung und die Finanzmärkte bekommen eine große Tiefdruckzone zu spüren. Die Fenster werden letztendlich zerschmettert.


Der US-Immobilienmarkt ist dauerhaft zerstört.

Seit 2007 macht Jackass seine Wortspielchen; damals prognostizierte er, dass die Immobilienmärkte zwei Jahre lang fallen würden. Seiter wurde diese Prognose jedes Jahr wiederholt und verlängert. Die Prognose soll jetzt auf den Punkt gebracht werden. Der US-Immobilienmarkt wird nie wieder zurückkehren. Der Fall des US-Immobilienmarktes wird synchron mit der Verschlechterung der Situation der US-Wirtschaft verlaufen und die Nation auf den Weg zum US-Staatsschuldenbankrott führen, welcher mit dem Bankrott von über 25 US-Bundesstaaten einhergeht (im Rechtsjargon gibt es dafür eine andere Bezeichnung).




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