Suche
 

Goldenes Sturmzentrum

20.04.2012  |  Jim Willie CB
- Seite 4 -
Der Zwangsvollstreckungsdurchlauf ist endlos. Die Zahlungsausfälle türmen sich unablässig auf. Die sinkenden Immobilienpreise bringen immer neue Haushaltschichten in den Bereich des negativen Eigenkapitals, genau das, wovor Greenspan vor einem Jahr gewarnt hatte. Die blanke Ironie, dass der Chefarchitekt auch als warnende Cassandra auftritt. Die Banken lehnen Liquidierungen ab, weil sie damit ihren Insolvenzruin offenlegen und noch tödlichere Abwinde über die Immobilienpreise schicken würden. Liquidierungen würden zudem gewaltige Korruption im Bereich der verbrieften Kredite offenlegen - von falschen Eigentumsnachweisen über Doppelnutzung von Nachweisen bis hin zu regelrechter Anleihefälschung - sogar Raubzüge ehemaliger Präsidenten würden ans Tageslicht kommen.


Der verborgene Faktor im systemischen Ruin war die China-Karte, welche im letzten Jahrzehnt ausgespielt wurde.

Mit der Entscheidung, US-Fabriken nach Asien zu schicken (die Entwicklung begann in den 1980ern, als Intel in den Pazifischen Raum ging; der Höhepunkt dieser Abwanderungsentwicklung nach China wurde in den 2010ern erreicht), wurde die Grundlage eines Geschichtskapitels gelegt, das vom Weg der USA in den systemischen Ruin handeln wird.

Die Gold-Karte wurde im Umfeld der Gewährung des Status der meistbegünstigten Nation im Jahre 1999 ausgespielt. Dem Rubin-Team war das US-Gold und dann das europäische Gold ausgegangen - neues Goldfutter war dringend nötig. Die Chinesen gaben ihre Goldvorräte auf und versprachen, ihre Handelsüberschüsse zu recyceln, so wie auch die Saudis versprochen hatten, ihr Ölgeld zu recyceln. Der Gold-Carry-Trade begann mit den Fort-Knox-Plünderungen, er endete aber nicht dort. Der Carry-Trade ist der mit Abstand wichtigste Finanzfaktor, der die US-Nation in den Ruin trieb. Die US-Staatsschulden sind durch nichts gedeckt - nicht wenn Fort Knox, wo nie geprüft und gezählt wird, leer ist, und in Wirklichkeit wohl eher als Lager für Nervengas dient.

Das in den staatlichen US-Bilanzen tiefgelagerte Gold kann kaum noch jemanden täuschen, man macht sich schon darüber lustig. Ohne Sicherheiten sind die USA insolvent und stehen vor einer gewaltigen Nachschussforderung. Ohne Sicherheiten werden sie bald schon die Kontrolle über ihre Währung verlieren. Die Lebensersparnisse der US-Amerikaner stehen auf dem Spiel; die Pensionsansprüche wurden schon ausgeweidet. Doch die warnenden Sirenen wurden zum Schweigen gebracht.


Gold konsolidiert in der Drehtür

Seit Oktober stehen die Zentralbanker der USA und Europas unter erheblichen Geldschöpfungsdruck, um die gedruckten Summen anschließend zu den insolventen Gigantenbanken umzuleiten zu können und um einen allgemeinen Zusammenbruch abzuwenden. Sie reagierten auf den Druck an den Staatsanleihenmärkten. Gleichzeitig mussten sie auch extremen Druck auf den Edelmetallmarkt ausüben, damit dieser nicht die extreme Abwertung von Geld allgemein widerspiegelte.

Das war auch der Grund für die gewaltigen ungedeckten Short-Angriffe auf Gold, die aus dem Hinterhalt erfolgten. Doch in diesen sechs Monaten trat auch eine Koalition in Erscheinung, die dem Goldkartell gewaltige Kosten verursachen wird. Mit jedem unerlaubten Papierhinterhalt wird das Kartell ein weiteres Mitglied auf dem Goldschlachtfeld verlieren. Seit zwei Wochen wird ein großer Auftrag ausgeführt, ein sehr großer Auftrag zu einem geringen Preis, der aber gnadenlos durchgesetzt wird. Dafür wird ein weiteres Kartellmitglied sterben. Die Abwicklung dieses Auftrags wird einen netten Preisanstieg zur Folge haben.

Ob das Kartell den Verlust eines weiteren Mitglieds für den nächsten Angriff aus dem Hinterhalt in Kauf nehmen wird, lässt sich schwer sagen. Die unerschütterliche Tatsache ist jedoch, dass das Weltwährungssystem ruiniert wird. Das Vertrauen in Staatsanleihen ist auf die tiefsten Stände gesunken. In Europa zeigt sich das schon sehr deutlich, in den USA bleiben diese Entwicklungen noch im Verborgenen, weil die Sichere-Hafen-Schliche noch funktioniert.

Open in new window


Aus irgendeinem Grund mag eine monatliche Belastung der staatlichen US-Kreditkarte mit 200 Milliarden $ nicht ganz zu einem Sicheren Hafen passen, so wie ein eiserner Flaggenmast nicht in ein schweres Gewitter passt. Der wichtigste Käufer von US-Staatsanleihen ist die US-Fed mit ihrer griffbereiten Druckerpresse, die mit hohen Geschwindigkeiten gebraucht und missbraucht wird. Das Misstrauen gegenüber dem Geldsystem wird zur Entstehung eines neuen Systems führen, das durch Gold gedeckt wird. Dennoch darf das alte System solange nicht fallengelassen werden, bis das neue System startklar, fertig und voll einsatzbereit ist. Dieser Tag naht. Die Wegweiser stehen bereits, die Botschaft darauf ist deutlich lesbar.


© Jim Willie CB
www.goldenjackass.com


Der Artikel wurde am 12.04.12 auf www.gold-eagle.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2020.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"