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Keine Zentralbanklösungen: Liquidität vs. Insolvenz (Teil 2/2)

14.09.2012  |  Jim Willie CB
Den ersten Teil könnenn sie hier lesen ...


Insolvenz vs.Liquidität

Der Kampf um die Gedanken der Amerikaner wird grimmig fortgesetzt. Die Zentralbanker wissen, dass sie die verwurzelten Probleme der Insolvenz mit Mitteln der schnellen Liquiditätsschübe bekämpfen. Stellen Sie sich vor, Sie geben einem verdurstenden Mann eine große Portion Steak mit Kartoffeln, dazu Kirschkuchen und ein Glas Milch zum Nachspülen. Das hat noch nicht funktioniert. Es funktioniert nicht. Und es wird auch nie funktionieren. Sie strengen auf ihren Konferenzen wie blöde an, um die anhaltende Extrembehandlung mit Liquidität zu rechtfertigen, obwohl deren Nutzlosigkeit zunehmend erkannt wird.

Der neueste Trick im Programm des verrückten Professors ist der dauerhafte Anleiheankauf, um ein BIP-Mindestwachstum zu erreichen - mit Minimalerklärungen seitens Bernanke.Jackass besteht darauf, dass sein Doktortitel widerrufen gehört, da Bernanke in seinen ersten fünf Jahren als Chef der US Fed bewiesen hat, dass Liquidität in einem insolventen System heutzutage keine Lösung darstellt und auch damals nicht Grundlage für den Ausstieg aus der Großen Depression gewesen ist. Die Gegenthese zu jener faden und auch geschichtsrevisionistischen Abhandlung, auf die sich sein Doktortitel stützt:

Der Goldstandard ermöglichte einen Ausstieg aus der Großen Depression. Der heutzutage fehlende Standard macht jede Erholung unmöglich, da quasi nur noch das neue Geld die Lokomotive auf ihrem Weg über die Klippen antreibt. Der Goldstandard würde für echte Zugkraft sorgen, zusammen mit der Industrie, die vor langer Zeit Asien überlassen wurde.Die USA verfügen weder über werthaltiges, solides Geld noch über Einnahme aus Produktionsbetrieben. Wie man sehen konnte, hilft das künstlich verbilligte Geld den Unternehmen dabei, ihr Engagement im Ausland auszuweiten.

Die perverse Ironie dieses neuen Gambits (fast schon ein neues Brett im Propaganda-Boden) ist die Tatsache, dass die anhaltende Nullzins-Geldpolitik auch den anhaltenden Niedergang der US-Wirtschaft garantiert. Die fest auf 0% gesetzten Zinssätze attackieren das Kapital, erhöhen die Kosten, schmälern Gewinnmargen, lassen die Sparer im Stich - inmitten eines echten Wirbelsturms wird von der offiziellen Politik schlichte monetäre Hyperinflation verabreicht. Künstlich verbilligtes Geld führt unmittelbar zu einem Anstieg der Rohstoffinvestitionen - und zwar als Absicherung gegen eben diese hyperinflationäre Politik.

Die steigende Kostenstruktur senkt die Gewinnspannen. Die betroffenen Unternehmenssegmente (entweder das gesamte Unternehmen oder bestimmte Unternehmensteile) müssen schließen, wodurch Betriebskapital vorzeitig stillgelegt wird, Arbeitsplätze wegfallen und Einnahmenströme für Unternehmen und Arbeiter wegfallen. Erstaunlicherweise können die stümperhaften, unbeholfenen US-Ökonomen dieses so grundlegende Phänomen der Kapitalzerstörung nicht erkennen. Greenspan war sich dessen aber noch bewusst. Natürlich wurden sie alle kräftig verbildet und von Professoren unterrichtet, die eigens von der Federal Reserve Stipendien und Förderungen erhielten.

Auf Grundlage der Nullzinspolitik hat sich nun ein Teufelskreis herausgebildet - dem nur Nullzinspolitik folgen kann. Die ahnungslose, unglückselige, missratene US Fed hat beschlossen, dass die Monetisierung von Anleihen solange fortgesetzt wird, bis die US-Wirtschaft über ein sinnlos verordnetes Niveau hinauswächst. Das ist der Tod per Verordnung eines kurzsichtigen Professors, dessen Doktortitel mit jedem Monat ohne Erholung an Gewicht verliert. Die Nullzinspolitik hat für eine langsame Kapitalerosion gesorgt, anschließend wird die gesamtwirtschaftliche Aktivität weiter sinken und zwar größtenteils aufgrund der künstlich niedrig gehaltenen Zinssätze.

Die Effekte der Nullzinspolitik werden unter Garantie zu systemischen Zusammenbruch führen, wenn dieser Politik - wie bislang - keine Ende gesetzt wird. Man kann auch Europa die Schuld geben, aber in Wirklichkeit begehen sie nur denselben Kardinalsfehler wie die Vereinigten Staaten und England - sie bestimmen den Wert des Geldes. Der allgemein Schuldige ist die Politik der Zentralbanken und das 0%-Mantra. Sie stimuliert nicht. Sie erstickt Kapital und gesamte Wirtschaften. Die Tragödie ist, dass die von trickreichen Bankern geführte Nation den Kapitalismus nicht mehr versteht. Oder aber, ihre Macht strebt dem Kapitalismus entgegen, da diese auf faschistischen Strukturen aufgebaut wurde.

Der Goldpreis reagiert auf die Errichtung hypermonetärer Inflationsmotoren, der extremen Abhängigkeit von diesen sowie deren verstärkter Anwendung nach zuvor schon versuchter aber gescheiterter Anwendung und auf das nicht vorhandene Verständnis der extrem schädlichen Auswirkungen auf Kapital. Da Weimar-ähnliche Komponenten beibehalten werden, wird sich der Goldpreis letztendlich auch losreisen, wenn die Neugeldschlote viel ungehinderter ins System speien. Wenn den Groß- und Zentralbanken die Haltevorrichtungen ausgereizt haben (kurzlaufende US-Staatsanleihen, kurzfristige Geldmarktpapiere, Geldmarktfonds), dann wird der Neugeldfluss in die Realwirtschaft fließen.Diese Zeit rückt heran.




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