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Goldene Harfe und zugewiesene Goldkonten (Teil 1/2)

02.11.2012  |  Jim Willie CB
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Kulisse für den Goldkrieg

Zurück zum heutigen Thema. Der monetäre Weltkrieg eskaliert. Er begann mit tiefgreifendem hypothekengedecktem Anleihebetrug, wobei die Einnahmeströme häufig doppelte Verwendung fanden. Er weitete sich dann zum Staatsschuldenruin aus - wegen schwerer Staatsdefizite, verschwenderischen Bankenhilfen zur Abwendung von Insolvenz und wegen verlorenem Vertrauen in die bis dahin sakrosankten Staatsanleihen. Der Krieg läuft. Er ergriff die großen verzweifelten Banken des Westens, die sich ihre Anleihen durch die US-Fed und die EZB zurückkaufen lassen, auch wenn das illegal ist, auch wenn diese Ankäufe nicht sterilisiert werden, auch wenn verhinderte Liquidierungen die eigene Wirtschaft zerstören, auch wenn diese Maßnahmen direkt zu einer steigenden Kostenstruktur führen, auch wenn Bank-Runs am Ende ohnehin kommen werden.

Der Krieg weitete sich zudem auf den fragilen Nahen Osten aus, dessen Länder ohnehin schon von steigenden Nahrungsmittelpreisen geplagt sind - so dass die scheidenden Führer das Land entweder mit dem Goldvermögen verlassen konnten (siehe Tunesien) oder ihnen die Auslandskonten abgenommen wurden. Auch das winzige Ghana forderte sein Gold aus London zurück, doch plötzlich zeigt sich, dass der Landesführer nicht mehr unter den Lebenden ist.


Der Goldkrieg beginnt

Fehlendes Lösungsangebot zwang die großen Zentralbanken zu ketzerischen, ätzenden und zerstörerischen geldpolitischen Maßnahmen, die jetzt Bestand haben. Die beteiligten Nationen haben sich alle einhellig in die 0%-Ecke gedrängt, und der monetäre Auswurf erreicht jetzt alle Ecken der Welt. Die US Federal Reserve ist führend in der Rechtfertigung der höchst zerstörerischen Nullzins- und QE-Politik; der mächtige Fanfarenstoß des 0%-Gratiskredits trifft auf endlose Anleihemonetisierung, um den breiten Strom bundesstaatlicher Defizite bezahlen zu können. Weimar-Amerika hat einen Rattenfänger-Effekt unter den großen Zentralbanken bewirkt, hinzu kommt der Währungsentwertungswettkampf als mächtiger Zwangsfaktor, jeder muss mitmachen, oder die eigene Währung erreicht gefährliche Notierungen, die im viel gepriesenen Exportmarkt schwere Schäden anrichten.

Die US Fed attackiert praktisch die erfolgreichen, begehrten Exporthändler durch monetäre Rücksichtslosigkeit. Die Folgen des globalen Endlos-QE (auf das Jackass schon 2011, lange vor anderen Analysten, Bezug nahm) wird eine Gegenwehr gegen Währungsentwertung erzeugen. Vermögen ist unter schweren Beschuss geraten. In der Folge müssen die amerikanischen und britischen Banker versuchen, Goldforderungen zu erfüllen - wie die aus Venezuela. Die Hauptquellen für Gold sind weiterhin die Bank of England, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und die römischen Katakomben. Die Goldlager der Eliten werden nun geplündert - Gold, das an die großen Zentralbanken und Bullion-Bankzentren verliehen wurde. Die Ressentiments wachsen.

Alternative Quellen werden also dringend gebraucht - daher auch das Libyen-Projekt. Daher auch der MFGlobal-Diebstahl. Die Liste lässt sich fortsetzen. Aber der Bedarf wächst deutlich schneller, als die Lieferkanäle bestückt werden können. Verzweiflung macht sich breit unter den großen Bullion-Banken und ihren schlauen Facharbeitern, die die Märkte mit Hebeln, Derivaten und Propaganda managen.

Der Goldkrieg eskaliert, da die insolvent-bankrotten und verzweifelten Banker des Westens jetzt zu allem Mitteln greifen, um Goldanlagen zu lokalisieren. Sie haben ein dickes Doppelproblem: Sie müssen neue Goldbestände finden, um ihre eigenen insolventen Systeme abzustützen, die auf gigantischen, beschädigten Papierstrukturen gründen, welche wiederum auf Schuldenstrukturen aufbauen. Zudem müssen sie neue Goldbestände finden, um auch die Goldforderungen von der LMBA und der COMEX zu bedienen, weil ansonsten Lieferausfälle an den Märkten drohen, die die akute Gold- und Silberknappheit offenlegen würden.

Der MFGlobal-Privatkontendiebstahl war ein direkter verbrecherischer Angriff mit dem Ziel, eine bestimmte Lieferterminabfolge am Silbermarkt halten zu können. Investoren, die ihren Silberlieferungen entgegensahen, wurden die Konten gestohlen. Auch wenn die Aufsichtsbehörden und Gerichte ihr Einverständnis gaben, so wurde doch von anderen Seiten eindringlich gewarnt und zum aktiven Schutz der auf Konten lagernden Goldbestände aufgerufen. Das Gold muss lokalisiert und gesichert werden, bevor es von den Londoner und New Yorker Bankern gestohlen wird.

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© Jim Willie CB
www.goldenjackass.com


Der Artikel wurde am 31.10.12 auf www.financialsense.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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