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Wie der Goldcrash den Systemcrash begünstigt - Sonderinformation vom 21. April 2013

22.04.2013  |  Silberjunge
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete am Samstag, den 13. April 2013, Goldman Sachs habe ihre seit Oktober 2010 bestehende Long-Position am Goldmarkt und ihre Empfehlung von Goldkäufen beendet und einen Gewinn von 219 Dollar je Feinunze eingestrichen. Wörtlich heißt es dann: "Die Bank empfiehlt jetzt einen Leerverkauf von Gold und erwartet langfristig wieder einen Goldpreis von 1.200 Dollar je Feinunze.“

Viele Großbanken sprachen über Wochen vom Ende des Bullenmarktes. In der "Financial Times“ fanden sich immer wieder verweise auf entsprechende Ausführungen beispielsweise der "Credit Suisse“ über den Ende des Gold-Bullenmarktes. Seit Wochen wurden dabei von Großbanken negative Prognosen abgegeben mit teilweise höchst fadenscheinigen Argumenten. Der neutrale Beobachter soll sich aber fragen, wie gut es diese Banken mit dem Privatanleger meinen. In mehreren Artikeln wurde über Wochen von der "Financial Times“ insbesondere die "Credit Suisse“ zitiert, der Goldbullenmarkt sei beendet. Hier ein beispielgebender Internetlink: www.ft.com/intl/cms/s/0/97ecd476-6c71-11e2-b774-00144feab49a.html#axzz2R5ncNJIt

Aber noch am 17. September 2012 fand sich folgender Artikel über die Sicht der Credit Suisse: www.finews.ch/news/finanzplatz/9494-gold-credit-suisse-tobias-merath-technische-analyse

Bei Erscheinen des besagten Artikels notierte der Goldpreis im Hoch bei 1.775,55 US-Dollar und Tobias Merath, Head Commodities & Alternative Investments Research der Credit Suisse, wurde zitiert mit den Worten: "Über die nächsten zwölf Monate erwartet der CS-Edelmetall-Experte einen Anstieg auf bis zu 1.850 Dollar“. Food for thought! Diejenigen, die sich in ihrem Tun und Handeln auf die Prognosen großer Banken verlassen, lassen sich freiwillig zur Schlachtbank führen. Genauso provozierend füge ich folgenden Ausspruch hinzu: "Nur die dümmsten Kälber wählen sich ihren Metzger selbst“. Lassen sich von diesen Worten bitte nicht davon abhalten, weiter zu lesen!

Am 15. April 2013 lautete die Überschrift der Titelgeschichte des "Handelsblatts“ recht eindeutig "Goldrausch ade“. Darin wurde auch der Ausspruch des Milliardärs George Soros aus dem Jahre 2011 zitiert, Gold sei in einer ultimativen Blase. Fakt ist allerdings, dass der Wert allen bis Ende 2011 geförderten Goldes am Ende des besagten Jahres gerade einmal 4 Prozent des Weltfinanzvermögens in Form von Anleihen, Aktien und Bankeinlagen entsprach. Im Jahre 1980 entsprach der Marktwert des damals in der Menschheitsgeschichte geförderten Goldes bei der Preisspitze von 850 US-Dollar je Feinunze stattliche 23 Prozent. Vor vielen Jahren veröffentlichte das renommierte Schweizer Magazin "Weltwoche“ eine Studie, wonach der Wert des Goldes und der Goldminen 1948 sogar 30 Prozent und selbst 1932 stolze 20 Prozent entsprach. Warum spricht ein durchaus kluger Kopf wie Soros angesichts dieser Zahlen dennoch von einer "ultimativen Goldblase“? Am 9. April 2013 berichtete das Handelsblatt unter der Überschrift "Soros: Gold hat Ruf als sicheren Hafen eingebüßt“, dass nach Einschätzung der Investmentlegende George Soros Gold keine sichere Wertanlage mehr darstelle.

In dem erwähnten Handelsblatt-Artikel vom 15. April hieß es weiter: "Mit ausgelöst hat den aktuellen Preisrutsch Mario Draghi. Der Präsident der Europäischen Zentralbank deutete jüngst an, dass Zypern einen Teil seiner Goldreserven verkaufen könnte, um den Eigenbeitrag zum geplanten Hilfspaket zu stemmen.“

Ist es nicht erstaunlich, dass dieser Mann zwar "offiziell“ zu keinem Zeitpunkt eine andere Notenbank in "seinem Währungsgebiet“ zum Goldverkauf nötigt, gleichwohl mit seinen Aussagen Spekulationen über Goldverkäufe der "Euro-Krisenstaaten“ Nahrung gibt just in dem Moment, wo Goldman Sachs Verkaufsempfehlungen gibt? Zypern besitzt nur 13,9 Tonnen Gold, aber durch die Medien geisterten schnell Sorgen, auch andere Länder wie Portugal, Griechenland oder Italien könnten diesem Beispiel dann folgen.

Mario Draghi ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs und noch wichtiger, er ist und bleibt Mitglied der "Group of Thirty“. Sie umfasst hochrangige aktuelle und ehemalige Bankmanager und Notenbanker, ehemalige Politiker und Ökonomen. Neben ihm sind Leute dabei wie:

  • Mark Carney, neuer Chef der Bank of England und ehemals bei Goldman Sachs
  • William Dudley, Präsident der New Yorker Fed und ehemals Goldman Sachs

Sehen Sie bitte unbedingt den Beitrag, der im ZDF heute-journal über den "Britannia Boy Draghi“ gezeigt wurde: www.youtube.com/watch?v=KWQ_qscqDb8

All diese Leute haben ein Interesse daran, dass die Menschen das Papiergeld weiterhin akzeptieren und als Wertaufbewahrungsmittel nutzen. Sonst finden die Finanzminister nicht mehr genügend Käufer für ihre Staatsanleihen und das Ende der Wohlfahrtsstaaten heutiger Prägung wäre unausweichlich. Auch die Macht der Papiergeld-Zentralbanken wäre mit einem Schlag verloren.

Alan Greenspan sagte im Mai 1993: "Wenn wir es hier mit Psychologie zu tun haben, dann hat das Thermometer, das man zum Messen verwendet, einen Einfluss. Ich habe die Frage am Rande des Treffens mit Gouverneur Mullins auf geworfen, was passieren würde, wenn das Schatzamt etwas Gold in diesen Markt verkaufte. Das ist eine interessante Frage, denn wenn Gold in diesem Umfeld ausbricht, wäre das Thermometer nicht nur ein Messgerät. Es würde Fundamental die zugrunde liegende Psychologie beeinflussen“. (www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/19930518meeting.pdf)

Kein anderer als Paul Volcker, der Vorgänger von Alan Greenspan als US-Notenbankchef, sagte in seinen 2004 erschienenen Memoiren im Zusammenhang mit der Dollarschwäche des Jahres 1973: "Eine koordinierte Interventionsaktion von Goldverkäufen zur Verhinderung eines scharfen Anstiegs des Goldpreises wurde indes nicht unternommen. Das war ein Fehler.“

Letztlich geht es doch jedem Zentralbanker um die Sicherung seines Jobs. Alles, was das Vertrauen ins Papiergeld schwächt, gefährdet seinen Arbeitsplatz! Steigende Gold- und Silberpreise signalisieren einen Vertrauensschwund ins Papiergeld. Je stärker diese Preissteigerungen ausfallen, desto größer ist die Gefahr einer unkontrollierten Flucht aus dem staatlich verordneten Zwangsgeld. Wer soll dann noch die Staatsanleihen kaufen, auf deren erfolgreiche Begebung die hoch verschuldeten Staaten so dringend angewiesen sind? Dies erklärt doch, warum Zentralbanken, Regierungsbeamte und vor allem die Finanzminister mit vereinten Kräften gegen ihre Feinde namens Gold und Silber agieren.




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