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Sturmgebiet: Inflation & Deflation (Teil 2)

18.08.2011  |  Jim Willie CB
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Die wichtigste Nebenbotschaft des FOMC-Treffens (US-Offenmarktausschuss) und der Rede Bernankes war, dass er das Bild einer mächtigen Rezession vermittelte. Er gestand die Rezession in deutlichen Worten ein. Er versprach 0%-Zinsen für weitere 2 Jahre - ein Eingeständnis gescheiterter Politik und eines ruinierten Systems. Keine Zentralbank der Welt hat jemals ein solches Scheitern direkt eingestanden. Es reichte aber nicht, denn wie man am Mittwoch deutlich sehen konnte, setzen die Aktien ihren Weg nach unten fort. Der Aktienmarkt wird so lange fallen, bis die Fed ein großes neues QE 3-Programm ankündigt, das direkte Stützungsmaßnahmen für den schwachen US-Aktienmarkt vorsieht. Diese Entscheidung wird ebenfalls beispiellos sein. Gold fühlt das und klettert in neues Territorium.

Ich halte an meiner Prognose fest, dass QE 3 verkündet wird. Das sogenannte QE 2,5 - erzeugt durch positive Effekte bei Hypothekenanleihen, die 25 Mrd. $ bis 40 Mrd. $ pro Monat freisetzen - wird sich als elendiglich unzureichend herausstellen. Die Hypothekenzinsen sinken, die Anleihen gewinnen somit an Wert. Die US Fed offenbart ihr persönliches Interesse an niedrigeren Anleiherenditen - wahrscheinlich die Meisterhand am Zinsswaphebel.

QE 3 wird weitere 1,0 Bill. $ bis 1,5 Bill. $ benötigen, da sich der Nutzen steigender Hypothekenanleihen als unzureichend herausstellen wird. Ich glaube fest daran, dass man sich QE 3 eingestehen wird, um den S&P-Aktien starke Unterstützung bieten zu können. Möglicherweise könnte die Fed den Aktienmarkt auch zu einem lebenswichtigen Element erklären, das die US-Wirtschaft und das Vertrauensklima stützt. Das andere, eher versteckte Motiv für QE 3 ist zudem Folgendes: Man will verhindern, dass Auktionen für US-Staatsanleihen scheitern. Eine ohnehin schon niedrige Bieterbeteiligung bei 3%-Renditen wird bei 2% weiter sinken.

Man wird QE 3 als notweniges Übel betrachten, als dringend notwenige Alternative, als gefährlicher Weg, der einfach eingeschlagen werden muss. Schlimmer noch: Die dritte Runde der quantitativen Lockerungen wir unternommen im vollen Bewusstsein, dass QE 3 die Wirtschaft überhaupt nicht stimuliert. Die diskreditierte und defensive US Fed wird gegen Ende August in Jackson Hole nach moralischer Unterstützung suchen. Aus dem Banker-Bunker wird QE3 kommen - so wie auch QE 2, das man ebenfalls solange strikt leugnete, bis es dringend benötigt wurde. Das man QE 3 zur Stützung des Aktienmarktes benötigt, dürfte in der Tat für jeden ersichtlich sein - von größter Dinglichkeit wird dabei die Stabilisierung der Finanzmärkte auf globaler Ebene sein. Ausländische Zentralbanken werden trotz der Risiken Druck auf die US Fed ausüben. Wenn die Fed stützend eingreift, gesteht sie sich ebenfalls ein, dass sie schon zuvor routinemäßig am US-Aktienmarkt intervenierte.


Gold als bester Sicher Hafen anerkannt

Nun blüht die Schuldenkrise, da die Probleme auf Italien, Spanien und die Vereinigten Staaten übergriffen. Das kaputte Wesen der südeuropäischen Staatsschulden zeigt sich deutlich anhand steigender Umlaufrenditen. Das kaputte Wesen der US-Staatsschulden zeigt sich deutlich anhand ultra-niedriger Umlaufrenditen - Zeugnisse einer massiven Liquiditätsfalle und exzessiven Vertrauens in Zinsswaps. Nun sind die Staatsanleihen ruiniert - durch Riesenverluste in Europa und erzwungener Miterschaffung einer Asset-Bubble in den Vereinigten Staaten. Nun steigt die Preisinflation weltweit - die unglückliche aber unvermeidliche Konsequenz monetärer Expansion im hyperinflationären Stil durch die US Fed.

Achten Sie nun auf den kommenden 3-stufigen Durchbruchprozess des Goldpreises - wie auf einer Treppe. Ihm müsste ein Konsolidierungsprozess folgen, aber diese Konsolidierungsphase wird höchstwahrscheinlich einen Ausbruch des Silberpreises mit sich bringen. Gold kämpft die politischen Kriege, aber Silber reitet auf einem weißen Pferd durch die zerstörte Phalanx, um übergroße Gewinne einzuheimsen. Auch dieses Mal wird es nicht anders sein. Manche erwarten fälschlicherweise, dass Silber als Industriemetall gelten wird.

Das ist es auch, aber auch viel mehr. In der Industrie ist es unersetzlich. Es übernimmt aber auch nach und nach die Funktion einer Reserveanlage und eines Sparvehikels für Haushalte. In dieser Runde wird Silber Gold folgen, denn beide sind historisch untrennbar miteinander verbunden. Wie Kollege Andy Hoffman sagte: "Bald wird es bei Gold & Silber heißen: Nichts mehr da." Jackass könnte gar nicht mehr seiner Meinung sein. Am Ende wird das Silbermetall aufgrund schwerer Knappheiten nicht mehr verfügbar sein, egal zu welchem Preis; und Gold wird knapp werden, weil die Zentralbanken eilig versuchen werden, ihre ruinierten Währungen zu rekapitalisieren. Dann wird selbst der Sprott Fund kein Silber mehr auftreiben können. Ok, sie werden es vielleicht versuchen, nur um die extreme Silberknappheit deutlich zu machen!

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