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Wenn es um Gold geht, läuft nichts zufällig ab

22.05.2013  |  Jan Kneist
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In einem Interview im Handelsblatt vom 15. Mai sagte der Ex-Volkswirt der EZB, Jürgen Stark, Folgendes: "Die Repolitisierung der Zentralbanken ist eine Tatsache. Sie stellt aber unser Geldsystem in Frage. Denn das Papiergeld ist nur durch Vertrauen in die Zentralbank gedeckt. Wenn sie die Unabhängigkeit auflösen, zerstören sie dieses Vertrauen. Was wollen sie an die Stelle des bisherigen Geldsystems setzen?“ Die grundsätzliche Problematik des Fiat-Geldes ist sein natürliches Wesen als umlaufender Kredit, der ständig aufgeschuldet werden muß. Private und Unternehmen können oder wollen das nicht leisten, also bleibt nur der Staat und sein Helfershelfer, die Zentralbank übrig. Eine Schuldenrückzahlung im Fiat-System ist unmöglich und damit auch ein Sparen auf aggregierter Ebene. Das würde zu sofortigem Zusammenbruch führen. Die von der BCG vorgeschlagenen Schuldenschnitte würden vermutlich den Zusammenbruch einleiten, da sie Kapitalflucht und Käufe von Realgütern auslösen würden. Ganz zu schweigen von zu erwartenden gravierenden politischen Verwerfungen.


Börse Express: Es wäre nun sehr verwunderlich, wenn sich die Finanzelite den möglicherweise bevorstehenden Enteignungen nicht entziehen könnte. Was kann der Kleinanleger Ihrer Meinung nach tun, um seine Ersparnisse zu retten?

Jan Kneist: Wie sich die "Finanzelite“ entzieht, haben wir in Griechenland und Zypern gesehen und wir sehen es täglich neu. Notfallkredite (ELA) werden so lange gewährt, bis große Summen abfließen konnten und faule Papiere werden von Banken auf die Zentralbanken und damit den Steuerzahler übertragen. Der Bürger ist in allen Euro-Ländern unmittelbar durch sinkende Einkommen und per Saldo steigende Preise betroffen. Seine Ersparnisse bringen weniger Zinsen als die Inflation jährlich konfisziert und auf diesen Realverlust darf er dann noch Zinssteuern zahlen.

Eine Rettung der Ersparnisse ist für die Masse überhaupt nicht mehr möglich, weil sie längst nicht mehr durch werthaltige Sicherheiten der Banken gedeckt sind. Nur naive Naturen glauben, daß sein "Sparguthaben“ tatsächlich von der Bank treuhänderisch verwaltet und gut angelegt wird. Nein, es ist natürlich Teil des globalen Kasinos geworden. Eine Binsenweisheit ist es, die Wahrheit dort zu suchen, wo man sie nicht suchen soll. Wenn also die Presse fast einhellig die Edelmetalle herunterschreibt und wider besseres Wissen von einer Blase spricht, dann muß man sich die Edelmetalle genauer ansehen.

Der Bürger hat schon viele Jahre, auch aufgrund der kriminellen Euro-Politik, keine Reallohngewinne mehr. Seine Kaufkraft erodiert permanent und damit sein Lebensstandard. Die Zeit wird knapp, sich noch Edelmetall zu kaufen. Auch Anfang der 1920er Jahre, während der deutschen Hyperinflation, konnte sich kaum jemand Gold und Silber leisten. Es stieg zwar permanent in Mark, doch wovon kaufen, wenn man alles Geld für den täglichen Bedarf braucht, besonders an Grundnahrungsmitteln? Wir sind noch lange nicht so weit, es geht aber in die Richtung. Noch ist bei uns keine galoppierende Inflation ausgebrochen, es ist also durchaus sinnvoll, einen Teil des Geldes von den Konten zu nehmen und in bar zu halten. Die Leser sollten sich auch die Relation vor Augen führen, daß die USA und Japan pro Monat ca. 180 Mrd. $ frisches Fiatgeld herzaubern, die weltweite Goldproduktion eines ganzen Jahres (ca. 2.600 t) aktuell einem Wert von 115 Mrd. US$ entspricht, also 2,5 Wochen Neuverschuldung.


Börse Express: Reiche sind derzeit das Feindbild Nummer 1, nicht nur in Frankreich. Was halten Sie von den angeblich von Journalisten aufgedeckten Offshore-Daten (Offshore-Leaks)? Stinkt hier nicht der Fisch vom Kopf her? Handelt es sich hier nicht vielmehr um eine Geheimdienstaktion (CIA; NSA)? Nur, wem dient das Ganze? Es müßten doch einflußreiche Personen in den USA und Europa genauso davon betroffen sein, sodaß es eher verwunderlich ist, daß solche Daten an die Öffentlichkeit kommen sollen.

Jan Kneist: Diese angebliche investigative Enthüllung riecht für mich stark nach Ablenkungsmanöver. Was wissen wir jetzt Neues, außer daß korrupte Politiker, Industrielle, Personen des öffentlichen Lebens und andere Schwarzgeld verstecken? Nichts. Die Leute sollten sich lieber Gedanken über die grundlegenden Fragen machen und das ist in erster Linie ein verbrecherisches Geldwesen, das zur Massenverarmung und Chaos führt. Dieses Fiat-Geldwesen steht unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Man stützt es jetzt verzweifelt durch die "Yen-Pumpe“, also von Japan ausgehende Cashinjektionen ins globale Kasino. Lassen Sie uns Japan genau beobachten, denn es weist den Weg für den Rest der Welt.


© Jan Kneist
Metals & Mining Consult Ltd.



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