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Gold und Bitcoin: Währungen der Zukunft - James Turk

29.05.2013  |  The Gold Report
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The Gold Report: Warum ist der US-Dollar trotz QE so stark gestiegen?

James Turk: Ist der Dollar wirklich so stark? Wenn man den Dollar im Verhältnis zu Gold betrachtet - und das ist eigentlich die richtige Bewertungsgrundlage - dann hat er 12 Jahre am Stück pro Jahr durchschnittlich 16% verloren. Der Dollar kann immer etwas besser oder schlechter gegenüber dem Euro dastehen, doch eigentlich muss der Dollar zu etwas Aussagekräftigem in Beziehung gesetzt werden. Und ich setze den Dollar eben zum Goldpreis in Beziehung.

Ich gehe davon aus, dass die seit vielen Jahren anhaltende Schwäche des Dollars auch weiter anhalten wird, denn wie Europa, Japan und Großbritannien verfolgen auch die USA und die Federal Reserve eine zerstörerische Geldpolitik, die die Kaufkraft des Dollar stetig aushöhlt.


The Gold Report: Wird das zur Hyperinflation führen und wo wäre dahingehend der Umkipppunkt zu suchen?

James Turk: Ich denke, das wird zu Hyperinflation führen. Seit einigen Jahren gibt es Anzeichen dafür.

Man darf dabei eine ganze Reihe von Dingen nicht vergessen. Erstens sind die Inflationszahlen, die die US-Regierung und die meisten anderen Regierungen der Welt veröffentlichen bearbeitet und geschminkt, um die Inflation niedriger darzustellen, als sie wirklich ist. Ich vertraue auf die Inflationsstatistiken, die John Williams auf ShadowsStats.com erhebt. Aktuell liegt die Inflation in den USA bei ca. 9,5%. Beispielsweise sind die tatsächlichen Rohstoffpreise und die Kosten für Sachen wie Grundstückssteuern und Versicherungsprämien viel höher als sie in den Inflationsstatistiken der US-Regierung veranschlagt werden.

Zweitens hat Hyperinflation immer einen Grund: Exzessive Staatsausgaben, die Kreditaufnahmen erzwingen. Ein Staat kann sich nur das borgen, was der Markt bereit ist zu geben oder was der Markt überhaupt an Krediten vergeben kann. Wenn der Staat mehr Geld aufnimmt, als der Markt spart, dann ist das per Definition eine Entwertung der Währung.

Wenn aber keiner mehr dem Staat Kredit geben will, dann sagt dieser der Zentralbank, sie solle seine Schulden aufkaufen und diese in Währung verwandeln. Die Zentralbank packt das frisch “gedruckte” Geld dann auf das Bankkonto der Regierung, die es dann ausgibt.

Wir sind auf dem Weg zur Hyperinflation - nicht unbedingt eine Hyperinflation der Papierwährung, wie sie sich in der Weimarer Republik oder in Simbabwe ereignete - sondern eine Hyperinflation der Einlagewährung, wie in Argentinien vor 12 Jahren. Papiergeld wird gar nicht so viel gedruckt, dafür aber jede Menge Konten-Geld; und das ist Währung, die die Menschen durch Schecks, Überweisungen und Plastikkarten ausgeben.


The Gold Report: Vor Kurzem sprachen Sie beim “Keiser Report” über Bitcoin. Ist es gar nicht so wichtig, dass eine digitale Währung neben seiner Verrechnungsfunktion keinen Wert hat? Gibt es Parallelen zwischen Gold und Bitcoin?

James Turk: Bitcoin ist nicht nur eine Digitalwährung, sie ist auch eine Kryptowährung - eine bislang einmalige technologische Innovation.

Die Parallelen zu Gold sind ziemlich interessant. Für die GoldMoney Foundation habe ich vor Kurzem eine Studie erstellt, aus der hervorgeht, dass die oberirdisch existierenden Goldbestände mit ca. 1,8% pro Jahr wachsen - Jahr für Jahr. Diese Zahl stimmt ungefähr mit dem Weltbevölkerungswachstum und der Vermögensneuschöpfung überein; die Kaufkraft von Gold ist also über lange Zeiträume hinweg konstant geblieben. Der Goldbergbau bewirkt also genau das, was Milton Friedman mit seiner K-%-Regel empfiehlt: Der Bergbausektor sorgt dafür, dass das Gold-Geldangebot Jahr für Jahr um dieselbe Menge steigt.

Bitcoin ist im Grunde genauso angelegt, aber anstatt Erde abzubauen, werden mathematische Formeln gefördert, die ein sehr konstantes Bitcoin-Wachstum bis 2040 - dann werden ungefähr 21 Millionen Bitcoins im Umlauf sein - erlaubt.

Bitcoin und Gold haben jeweils ihre Vorteile und Nachteile. Die Goldstücke, die man in der Hand hält, haben eine 5.000-jährige Geschichte. Bitcoins haben vielleicht eine vierjährige Geschichte. Da man Gold aber in der Hand halten kann und in Tresoren lagern kann, ist es staatlicherseits auch konfiszierbar. Bitcoin kann nicht konfisziert werden, weil es eine Kryptowährung ist, welche auf Grundlage mathematischer Formeln funktioniert, die überall auf der Welt auf Computern gespeichert sind.

Für diejenigen, die begreifen, dass Konfiszierungen ein reales Risiko sind, für die hat Bitcoin einen Wert. Im vergangenen Jahrhundert konfiszierten Lenin, Mussolini, Hitler und Roosevelt beispielweise Gold, um die Macht des Staates auszuweiten. Sobald der Staat das von uns genutzte Geld kontrolliert, kann er auch die Wirtschaftsaktivität kontrollieren, und das erklärt auch die heutigen Ereignisse der Welt.

Die Kryptowährungen werden nicht mehr verschwinden und man sollte sie sich ganz genau anschauen - gerade diejenigen, die verstehen, was solides, wertiges Geld bedeutet und sich des Wertes und Nutzens von Gold bewusst sind.




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