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Der große Bluff 2013?

29.08.2013  |  Silberjunge
Viele Medienvertreter und "Experten" wollen besonders seriös daherkommen und Berichte über Marktmanipulationen werden gern mit kollektiver Solidarität der Journalisten in die Ecke der Verschwörungstheorie verbannt. Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Dabei stehen doch ohnehin bereits alle Märkte unter politischem Kuratel. Die Aktienmärkte werden spätestens nach starken Einbrüchen gestützt. An den Bondmärkten werden von den Zentralbanken die Staatsanleihen ihrer Staaten gekauft, um den Absatz zu sichern und starke Renditeanstiege zu vermeiden. An den Devisenmärkten gibt es immer wieder mehr oder weniger offene Interventionen der Zentralbanken. Nur die Märkte für Gold und Silber sollen also frei von Einflüssen der Zentralbanken sein? Diese Vorstellung ist doch wahrlich naiv.

Das Ziel des großen Bluffs 2013 war, die Massen aus Gold und Silber zu treiben. Viele Investoren wurden von der Meinung beseelt, George Soros könne doch Recht haben mit seiner Warnung vor der ultimativen Blase des Goldpreises, auch wenn er diese bereits Anfang 2010 von sich gab. Als der Daily Telegraph über seine Aussage am 28. Januar 2010 berichtete, lag der Goldpreis übrigens unter 1100 Dollar. Danach stieg und stieg der Preis je Feinunze bekanntlich noch bis September 2011. Das Handelsblatt titelte auf Seite 1 am 15. April 2013 "Goldrausch ade" und schrieb, Investorenlegende George Soros "hatte es schon 2011 geahnt: Da nannte er die Goldentwicklung 'die ultimative Blase'. Nochmals betone ich, dass Soros diese Aussage bereits im Januar 2010 tätigte und nicht erst wie irrtümlich im Handelsblatt geschrieben im Jahre 2011.

Selbst gegenwärtig bei Preisen über wieder 1400 Dollar je Feinunze liegt der Marktwert allen bis Ende 2012 geförderten Goldes bei deutlich (!) unter 4 Prozent unseres Weltfinanzvermögens. 1980 beim Höchstpreis von 850 US-Dollar entsprach der Wert des bis damals geförderten Goldes rund 23 Prozent des damaligen Weltfinanzvermögens und befand sich wie wir insbesondere rückblickend wissen in einer "ultimativen Blase". Aber wie kann ein George Soros bereits bei 1100 Dollar von der ultimativen Blase sprechen? Solche Multimilliardäre und Vertreter der "Hedgefundindustrie" stehen ohnehin kaum im Zentrum der Wahrheit, wenn sie in der Öffentlichkeit etwas zum Besten geben. Sie verfolgen meistens ihre eigenen Interessen. Mich würde es nicht wundern, wenn Soros im Januar 2010 Gold kaufte, als er medienwirksam von der "ultimativen Blase" sprach.

Wie auch immer, das Marktgeschrei in den Medien vom Platzen der Goldblase beeindruckte viele Investoren. Statt nach unsere Devise "Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen" zu verfahren, erhöhten die Kleinspekulanten am US-Terminmarkt ihre Verkäufe des Gold-Futures auf ein Rekordniveau (im folgenden Chart in türkis) und setzten damit auf weiter fallende Preise. Zur gleichen Zeit hatten die Commercials, die großen Gegenspieler der Spekulanten, ihre Netto-Leerverkäufe des Silber-Futures auf ein seit Beginn der Veröffentlichung dieser Daten im Jahre 1993 noch nie gekanntes Rekordtief reduziert. Ich machte zur Jahresmitte meine Leser darauf aufmerksam, dass beim vorhergehenden Rekordtief dieser Netto-Leerverkäufe Warren Buffett mit dem Erwerb seines Silberschatzes von schließlich über 4000 Tonnen meines Lieblingsmetalls und fügte hinzu: "Tun wir es Warren Buffett gleich!". Schauen Sie sich hier einmal die Daten der Kleinspekulanten und den Goldpreis an und bilden sich ein eigenes Urteil:

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Quelle: Bloomberg, Silberjunge


Seit dem 25. August liegt nunmehr meine neue Sonderstudie "Der große Bluff 2013" mit 77 Seiten vor. Mir war und ist es in dieser Zeit wichtig, mit all den Daten und Fakten der Studie das große Bild darzustellen, die Auffälligkeiten an den Terminmärkten während des Kurseinbruchs klar aufzuzeigen, aber auch meinen unerschütterlichen Langfristoptimismus zu begründen. Am Beispiel der Entwicklungen der letzten Monate und Jahre zeige ich die Beeinflussungsversuche beim Silberpreis und jeder möge danach mit seinem gesunden Menschenverstand urteilen. Der Befürchtung vieler Investoren, dass diese Manipulation den Silberpreis für immer und ewig unten halten kann, trete ich mit Kausalketten statt mit Phrasen entgegen. Es ist für uns von großer Bedeutung, dass wir uns die Interventionen bei Gold und Silber vor Augen führen, um nicht das große Ziel aus den Augen zu verlieren.

Mich erreichten in den letzten Wochen unzählige Zuschriften und Mails von Menschen, die oftmals mit Hilfe von Brokerkonten im Silber-Future oder über CFDs "unterwegs" waren. Als die Gold- und Silberpreise massiv unter Druck kamen, gab es sogenannte Margin-Calls. Der Investor ist dann verpflichtet, frisches Geld nachzuschießen. Kann er das nicht, findet ein Notverkauf statt. Da die Menschen stets gern über eingefahrene Gewinne reden und sich über Verluste ausschweigen, sollten Sie und ich eher davon ausgehen, dass es eine sehr hohe Dunkelziffer gibt. Gerade wenn viele Investoren so aus dem Markt "gequetscht" werden, muss man mutig dagegen halten. Den meisten fehlt dann aber der Glaube und das Geld.

Lassen Sie mich kurz sagen, dass man das Versichern der Versicherung, also das Absichern von Gold- und Silberinvestments, nicht pauschal für jeden Anleger und für alle Zeit ablehnen darf. Gleiches gilt für langlaufende Optionsscheine, die für viele Investoren Teufelszeug sind und damit in bausch und bogen abgelehnt werden. Manchmal bin ich entsetzt, wenn ich von Pensionären und Rentnern erfahre, mit welch hohen Vermögensteilen sie auf Edelmetalle und noch mehr auf Minen setzen. Dabei entfallen oftmals hohe Teile auf kleine Minengesellschaften, die man meines Erachtens nur als "Wetteinsatz" bezeichnen kann.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich halte einige lukrative primäre Silberproduzenten und ich zeigte meinen Lesern auch Mitte 2013 den folgenden Chart über das Kurs-Buchwert-Verhältnis des HUI-Goldminenindex. Daraus ging hervor, dass ohne Deflationskrise, Weltwirtschaftskrise, Einbruch der Realwirtschaft, Liquiditätskrise an den Kapitalmärkten, Einbrüchen der Aktienmärkte und ohne Pleite einer großen Bank (Lehman im September 2008) hier das Niveau von 2008/09 gesehen wurde. All die genannten Begleiterscheinungen des damaligen Einbruchs waren heute nicht zu beobachten und daher musste man hier zugreifen und durfte auf diesen Niveaus nicht noch von Angst getrieben verkaufen. Dennoch darf beispielsweise ein 65jähriger meines Erachtens nicht die Hälfte seines Vermögens in Gold- und Silberminen, schon gar nicht in kleine Gesellschaften mit Marktkapitalisierungen von weniger als 100 oder 200 Millionen Dollar stecken. Ich sage dies, gerade weil ich weiß, dass viele es dennoch tun.

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Quelle: Bloomberg, Silberjunge


Im Schlussteil meiner Studie geht es um das "Versichern der Versicherung" und um die Vorteile wirklich (!) langlaufender Kaufoptionen. Gerade bei diesen beiden Themen zeige ich aus meiner Sicht wichtige Aspekte, die bei der Beurteilung solcher Instrumente zu kurz kommen oder gänzlich unbekannt sind. Lassen wir Fakten sprechen, darunter ganz konkrete Analysen, die selbst bei Bankvorständen und Journalisten in meinen Hintergrundgesprächen Staunen hervorrufen! Nur wer diese Produkte versteht, kann ihren Sinn und Zweck richtig beurteilen und darf sie dann auch überhaupt erst einsetzen.

Näheres zur Sonderstudie "Der große Bluff 2013?": www.silberjunge.de/sonderstudie_01-2013.html

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieser Zeilen Festigkeit im Glauben an die einzigartigen Investmentchancen des Silbers und Willensstärke zur konsequenten Anwendung antizyklischen Investierens.


© Thorsten Schulte
Chefredakteur des Silberjungen



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