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Dauer-QE ohne große Glocke (Teil II)

20.12.2011  |  Jim Willie CB
Den ersten Teil können sie hier lesen ...


Unbeabsichtigte Folgen

Achten Sie auf die gedrückten langfristigen Zinssätze und deren Auswirkungen. Sie sind umfassend und entsetzlich. Die US-Kapitäne des insolventen, undichten Schiffes, das in mit Eisbergen übersäten eisigen Gewässern reist, brüsten sich, die US-Wirtschaft würde von den ultraniedrigen Zinssätzen profitieren. Sie glauben, den Amerikanern würde es besser als den Europäern gehen, welche unter dem Schock steigender Zinssätze - ein Wahrheitsfunke in dieser Schuldenkrise - stehen. Nehmen Sie sich die Zeit, um ein wenig über die gewaltigen Konsequenzen der seit Jahren niedrig gehaltenen Zinssätze nachzudenken; die Zinssätze durften nicht einmal auf das Niveau der herrschenden Preisinflation steigen. Die Senkung der Umlaufrendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe hat schlimme Konsequenzen, obgleich nicht alle beabsichtigt scheinen. Die Mächte und ihre Handlanger wollen auf jeden Fall billiges Geld ohne Ende. Doch damit lassen sie auch schreckliche Entwicklungen zu - als würde man einem Krebsgeschwür die Grundlage zum Wachsen geben.

  • Die Sparer erhalten überhaupt keine Zinserträge, keine Belohnung.
    - was die Wirtschaft schwächt, da insgesamt mehr gespart wird, als Verbraucherschulden entstehen
    - durch hohe Inflation wird gleichzeitig der Wert von Vermögensanlagen verwässert

  • Banken werden animiert, auch weiterhin ihre Immobilienbestände zurückzuhalten.
    - Das bedeutet, dass der Immobilienmarkt noch weitere 2 bis 3 Jahre sinken wird.
    - Denn Banken erhalten keinen Anreiz, ihr Inventar zu veräußern und den Heilungsprozess in Gang zu setzen.

  • Die Großbanken werden ihre Carry-Trades mit US-Staatsanleihen fortsetzen, um an frisches Kapital zu kommen.
    - Damit liegt der Fokus auf Spekulation und nicht auf Bildung von Geschäftskapital.
    - Denn die größten Banken gehören nicht mehr zu den wahren Partnern des unternehmerischen Sektors.

  • Investmentbanken werden ermutigt, ihre rücksichtslose Spekulation fortzusetzen.
    - Denn sie kennen nur Spekulation und Großinvestition in Machenschaften anstatt in Maschinenparks.
    - Und das hemmt praktisch Investitionen in Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen.

  • Die USFed glaubt, sie könne ihre Bilanzen ausweiten, um toxische Anlagen mit billigem Geld zu kaufen.
    - Damit wird die Zentralbank zusätzlich gelähmt, was bestimmte reguläre Funktionen unmöglich macht.
    - Zudem verhindert es, dass die Zentralbank ihren eigenen, völlig kaputten Zustand offenlegt.

  • Die Regierung hat keinen Anreiz/ Druck, die Defizite zu senken.
    - Sie ist der Meinung, sie hätte noch viel mehr Zeit, um ihre Missstände zu bereinigen, aber sie bummelt.
    - Und das wird letztendlich zu massiver Inflation, Schuldenausfall und systemischem Scheitern führen.

Vor Kurzem erschien ein anonymes Zitat: "Die Umlaufrenditen für 10-jährige US-Treasury-Anleihen zu drücken, um eine noch vollkommenere Staatsgewalt zu schaffen - gibt es einen drastischeren Versuch, den Gratis-Reibach zu machen?" Für die Nutzung des Zitats entschuldige mich beim rechtmäßigen Autor, den ich nicht kenne.


Täuschende Berichterstattung

Kommen wir zu den großen Täuschungsmanövern in der Berichterstattung seitens der ergebenen Finanzeselpresse und der staatlichen Lakaien. Orwell würde stolz sein, sogar Goebbels. Denken Sie an die vielen Definitionswandlungen. Insolvenz, Intervention und Verfall werden Instabilität, Vertrauensmangel und Volatilität genannt. Betrug wird als Missgeschick in der Krise bezeichnet. Diebstahl wird als „fehlendes Geld“ bezeichnet. Die Summen werden dabei großzügigst nach unten angepasst.

Der Madoff Fund stahl 150 Mrd. $, das Dreifache der offiziell genannten Summe. Systemisches Scheitern wird Weltfinanzkrise genannt. Das bröckelnde Geldsystem wird als Staatsschuldenkrise bezeichnet. Die omnipräsenten Goldman-Sachs-Leutnants, keiner wurde gewählt, werden als Bankenaufsichtstechnokraten bezeichnet. Die toten Banken werden belastete Banken genannt. Die Bankenwohlfahrt wird als Bankenhilfe bezeichnet. Ein Beobachter benötigt wirklich eine Spielanleitung, einen Waschzettel, um sich durch die Täuschungen hindurchlesen zu können und die Zerstörung korrekt zu erfassen. Sie ist total. Man ging sogar so weit, zu behaupten, Goldinvestitionen würden den Terroristen helfen. Demnächst werden wir eine große Finanzfirma Pleite gehen sehen, wobei 100.000 Brokerkonten verschwinden werden.

MFGlobal ist nur der Anfang des großen finalen Betrugskapitels, wo die Täuschung so groß wie der Betrug ist. Vor zwei Wochen (Artikel erschien am 30. November 2011, Anm. d. Red.) bemerkte Jackass, dass die wahre Diebstahlssumme beim MFGlobal-Kundengeldklau durch JP Morgan sich wohl eher auf 2 Milliarden $ belaufen werde und wohl eher nicht bei "geringen" 650 Mio. $ liegen werden - eine Zahl die dazu dienen sollte, die halb gehirntote, schon länger unter Schock stehende Öffentlichkeit zu täuschen. Es war dann auch zu hören, dass sich der Fehlbetrag in Wirklichkeit auf mindestens 3 Mrd. $ belaufen soll. Die üblichen Verdächtigen verfügen jetzt über das angeblich fehlende Geld. Bislang noch keine Festnahmen.




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