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COMEX: Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit (Teil II)

02.01.2012  |  Jim Willie CB
Den ersten Teil können sie hier lesen ...


Bergbaufirmen auf dem Rückzug

Für Bergbauunternehmen sind Assetmanagement-Fonds reizvoll, wenn es um den direkten Absatz von Metallen geht. Sie umgehen damit die COMEX, was sich zu einem neuen Trend auswächst. Hier haben wir eine ganz natürliche Entwicklung, da die Bergbauunternehmen einen fairen Preis suchen, die Funds wiederum eine zuverlässige, vertrauenswürdige Bezugsquelle. Die COMEX wird bei diesem Prozess umgangen. Der Sprott Fonds hat offengelegt, wie man sich Edelmetallbestände direkt von den Bergbauunternehmen besorgte. Die offiziellen Börsen wurden umgangen - was einer Form der Isolation gleichkommt. Die Divergenz zwischen dem physischen Goldpreis und dem Papiergoldpreis nimmt zu.

Was mit Ashanti passierte, kann als typisch gelten. Die COMEX sieht sinkender physischer Versorgung, sinkenden Transaktionen, mehr kriminellen Zwischenfällen, schrecklicher Publicity und weniger Kunden entgegen. Das kommt von kriminellem Betrug, und die Gerichtsprozesse werden wie kalter Regen folgen. Der Trend zeichnet sich zugunsten steigender Gold- und Silberpreise ab. Mark Cutifani ist der CEO von AngloGold Ashanti - einer 16 Mrd. $ schweren Bergbaufirma. Er sagte:

"Den großen [Assetmanagement-Fonds] fällt es schwer, an physisches Gold zu kommen. Die Leute kommen jetzt direkt zu uns [um große Goldmengen zu kaufen], Leute, die tonnenweise physisches Gold wollen, Leute mit geballter Finanzkraft, weil sie große Schwierigkeiten haben, die gewünschten Goldmengen aufzubringen. Diese Entwicklung beobachten wir seit 18 Monaten, und in den vergangenen 6 Monaten hat sich das verstärkt. Die Leute haben Probleme, an physisches Gold zu kommen."

Die klare Botschaft ist also folgende: Die COMEX hat überhaupt kein überschüssiges Metall mehr zu bieten. Cutifani hat gute Einblicke in die Rohstoff- und Edelmetallmärkte und beschreibt hier einen faszinierenden neuen Trend von globaler Tragweite. Er hob hervor, dass die großen Goldkäufer auch aus dem Nahen Osten und Asien stammen. Lesen Sie dazu auch den Artikel von Bull Market Thinking.


Das Aufblühen neuer Märkte

Neue Goldzentren gründen sich, wo Sicherheit in hohem Maße gewährt wird. Hongkong und Dubai sind als vertrauenswürdige und ehrliche Broker aufgetaucht, und sie werden auch weiterhin einen soliden Sicheren Hafen bieten. Die Schweiz, London und andere Orte verblühen zunehmend. Das sind die korrupten Zentren, wo der Faschismus sich durchgesetzt hat und ins gesamte System eingedrungen ist.

Wie Takahiro Morita, der japanische Direktor des World Gold Council, berichtet, betrugen die japanischen Goldexporte über 10 Monate hinweg bis Ende Oktober insgesamt 95,6 Tonnen. Das sind die höchsten Goldexporte seit 2008, als 95,5 Tonnen Gold exportiert wurden. Nach Aussagen von Edelmetallhändlern verkaufen viele, die in den 1980ern und 1990ern Gold und Schmuck gekauft hatten, diese Bestände jetzt zurück. Japan hat sich zu einem großen Exporteur entwickelt.

Im Unterschied dazu die offizielle Seite: Die Goldkäufe durch Zentralbanken stiegen im letzten Quartal um 114%. Zentralbankkäufe könnten dieses Jahr noch 450 Tonnen erreichen, heißt es von der Finanzanalyseabteilung des Council. Damit wären die höchsten Goldankäufe durch Zentralbanken seit mindestens 1970 erreicht - vielleicht sind sogar es die höchsten der jüngeren Geschichte. Ein alteingesessener Goldhändler, mit wirklicher Erfahrung in diesen Bereichen, macht schnell klar:

"Was aus Japan kommt, sind keine Verkäufe. Es sind Exporte - eine wichtige Unterscheidung. Viele Anleger sind eifrig dabei, ihre physischen Edelmetallbestände nach Hongkong und Dubai VAE umzulagern. Dubai wird wohl bald zum Hongkong des Nahen Ostens. Die Chinesen haben diese Entscheidung getroffen, und sie wird blitzschnell umgesetzt werden."

Der größte Teil der Bestandsverlegungen aus Japan taucht als Export auf, was Zahlungen voraussetzt.

Die Oktober-Importe von Hongkong nach China stiegen um 50% gegenüber September und um das 40-fache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der attraktivere, faire Preis, der in Shanghai gezahlt wird, liegt 50 $ über dem korrupten, kontrollierten Londoner Preis. Es wurde sehr aktiv Arbitrage betrieben. Die chinesischen Goldimporte aus Hongkong erreichten einen Rekordstand. Wie die Financial Times berichtete, erreichten die chinesischen Goldimporte aus Hongkong im Oktober ein Rekordhoch - erstaunlicherweise mehr als ein Viertel der gesamten globalen Nachfrage. Den Angaben zufolge importierte China im Oktober 85,7 Tonnen Gold aus Hongkong - ein Plus von 50% gegenüber dem Vormonat und 40-mal mehr als im Oktober 2010. Damit erreichten die Goldflüsse von Hongkong nach China ganze vier Monate in Folge neue Höchststände.

In Artikel wurde zudem erwähnt, dass die Preisarbitrage zwischen London und Shanghai für die chinesischen Importe gerade Ende September und Anfang Oktober günstig war, was schlauen Tradern einen Vorteil verschaffte. An der Börse von Shanghai wurde Gold mit einem Aufschlag von bis zu 50 $ gegenüber dem wichtigen Weltmarkt mit Sitz in London gehandelt - eine Rekord-Preisdifferenz. Die Käufe aus China sanken seit Oktober, da die jüngste US-Dollar-Stärke Gold wieder verteuerte. Auch innerhalb Chinas waren in den letzten Wochen neue Belastungen zu spüren. Man kann daraus schließen, dass die Arbitrage jetzt international begonnen hat. Die Divergenz zwischen dem physischen Goldpreis und dem Papiergoldpreis nimmt zu.




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