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Goldener Oktober startet mit einem Tritt unter die Gürtellinie

02.10.2013  |  Hannes Huster
Wie bereits gestern Nachmittag berichtet, brach der Goldpreis am frühen Nachmittag um mehr als 50 US-Dollar ein. Vernünftige Gründe für diese abrupte Bewegung suchte man vergebens. Sowohl bei Aktienmärkten, bei den Rentenpapieren oder den Währungen gab es keine Bewegungen, die auch nur im Geringsten den zügigen Absturz erklären würden.

So müssen wir etwas tiefer graben. Anfang Oktober beginnt in China die "Goldene Woche". Es sind also Ferien in dem Land, mit der weltweit stärksten Goldnachfrage. Obwohl nicht alle Banken und Marktteilnehmer im Urlaub sind, nutzen viele diese Tage um die Bücher zu schließen.

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Aus der Vergangenheit wissen wir, dass gewisse westliche Adressen immer dann den Goldpreis attackieren, wenn die Chinesen nicht am Platz sind. Der Zeitpunkt des gestrigen Einbruches passt also wieder einmal genau mit dem Ferienkalender in China zusammen.

Weiterhin war das Timing aufgrund des Government Shut Downs in den USA gut genutzt. Wäre Gold mit diesem Ereignis über 1.350 USD gestiegen, hätte eine hohe Wahrscheinlichkeit bestanden, dass Anleger verstärkt den Sicherheitsgedanken in den Vordergrund schieben und auf den Zug aufspringen. Denn auch technisch hätte Gold über 1.350 USD ein Kaufsignal generiert:

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Um diese Marke notieren aktuell der kurzfristige Abwärtstrend, die 50-Tagelinie und das mittlere Bollinger-Band. Zudem hätte der MACD ein Kaufsignal für Gold angezeigt. Mit der Bewegung gestern wurde erneut technisch Schaden angerichtet, was auch immer das Ziel solcher Aktionen ist. Trader werden ausgestoppt und kurzfristig orientiere Anleger verschreckt.

Interessant ist auch, dass die Abwärtsbewegung gestern bis knapp unterhalb des Niveaus vom 18.09.2013 anhielt (untere Pfeile im Chart). Am 18.09.2013 fand die FED-Sitzung statt und es wurde beschlossen, QE4 weiter fortzuführen. Die Shorties wurden an diesem Tag eiskalt erwischt, nachdem in den Tagen vor der Sitzung im asiatischen Handel offensichtlich gedrückt wurde.

Es war also das Minimum-Ziel, Gold zumindest auf dieses Niveau zu bringen, um die Fehlspekulation auf die FED-sitzung wieder zu bereinigen.


Fazit:

Dass beim Gold etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, wissen wir seit Langem. Die Bewegung gestern war ein weiteres Beispiel. Es wurden 197.405 Kontrakte gehandelt, was 19,74 Millionen Unzen Papiergold entspricht bzw. 614 Tonnen Gold. Bei einer Minenproduktion von etwa 2.200 Tonnen pro Jahr bzw. einem Gesamtangebot von 2.800 Tonnen sprechen wir also über knapp 28% der weltweiten Minenförderung bzw. knapp 22% des gesamten Goldangebotes!


© Hannes Huster

Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief "Der Goldreport"



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