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Goldfieber, Hyperinflation & Deflation, Reichsökonomie (Teil 2/2)

18.11.2013  |  Jim Willie CB
Den ersten Teil können sie hier lesen ...


Aktives Sturmdifferential

Innerhalb dieses Teufelskreises wirkt fieberhaft eine Rückkopplungsschleife. Die Inflation verursacht Kapitalzerstörung. Der Wert der Vermögenswerte sinkt. In Reaktion darauf wird mehr Inflation zu diesen kränkelnden Vermögenswerten gelenkt - unter dem Deckmantel der Finanzierung der riesenhaft klaffenden US-Staatsverschuldung. Die steigende Kostenstruktur sorgt für noch mehr Kapitalzerstörung. Dann wieder verstärkte Reaktion auf Deflation. Die Deflationsschwachköpfe erkennen die Wechselbeziehung nicht, weil sie in diesem einstrangigen Denken gefangen sind, mit irrigen, flachen Konzepten, die sich gegenseitig ausschließen.

Leider glaubt Jackass nicht, dass die Schwachköpfe von diesem Artikel profitieren werden - und seinen Erklärungen, mit denen ihre falsch ausgerichteten Ansichten bezüglich Inflation und Deflation ins rechte Licht gerückt werden sollen. Ihnen fehlen die intellektuellen Fähigkeiten zum Erkennen und Verstehen komplexer Wechselbeziehungen und Rückkopplungsmechanismen. So, als würde man einen französischen Pudel die deutsche Sprache beibringen wollen. Die Deflationisten glauben naiverweise, dass nur die eine Sache passiert oder aber die andere, da sie die Reaktionen der Zentralbanken innerhalb des Systems außer Acht lassen. Sie denken passiv, während die realen, komplexen Systeme dynamisch und aktiv sind. Sie denken in flachen Begriffen, während das Finanzsystem und die Ökonomien vollkommen filigran verwoben sind. Sie können Inflation nicht definieren und auch nicht Deflation.

Inflation und Deflation manifestieren sich simultan, um einen schrecklichen finanziellen und ökonomischen Sturm zu erzeugen, der durch nichts, außer durch eine Rückkehr zum Goldstandard, eingedämmt werden kann. Sie geschehen gleichzeitig, mit direkten und gegenseitigen Auswirkungen - von den monetären Einleitungen bis zur dynamischen Vermögensbewertung. Sie sind nicht exklusiv - schließen sich also nicht gegenseitig aus. Sie passieren zeitgleich und lassen im Zentrum einen historisch beispiellosen Sturmwirbel entstehen, der über jedem Kontinent, der aktiv im Handel und Finanzwesen engagiert ist, zu erkennen ist.

Das oben Beschriebene geht traurigerweise über das intellektuelle Verständnis der Deflationistenschwachköpfe hinaus. Die zögerliche Wiedereinführung des Goldstandards wird über viele Schritte verlaufen, weil er von den östlichen Nationen in Form eines Gold-Handelsstandard oktroyiert werden muss. Er wird nicht in Form eines Gold-Währungsstandards für die vielen defekten Großwährungen kommen, die implizit durch Staatsanleihen gedeckt werden. Er wird auch nicht in Form eines Gold-Bankenstandards kommen - für die zahlreichen insolventen Banken und nationalen Bankensysteme, jene noch stehenden Zombi-Säulen aus Gift und Korruption.


Zur Erinnerung: Jackass-Analyse von August 2011

Im Folgenden soll direkt aus einem öffentlichen Artikel mit dem Titel "Sturmgebiet: Inflation & Deflation" zitiert werden (zum Artikel), den die Schwachköpfe sicherlich nicht gelesen oder ansonsten aber nicht verstanden haben. Vielleicht haben sie ihn sogar gelesen und auch verstanden, später aber wieder vergessen; fast wie Gewohnheitstiere, die anschließend wieder ins alte Verhaltensmuster zurückfallen, weil es bequemer und sicherlich auch vertrauter ist. Nach der Lektüre dieser kurzen Passage werden Sie zu dem Schluss kommen, dass die Schwachköpfe unfähig sind, den sich ausbildenden, komplexen Sturm zu verstehen - was auch für den größten Teil der Mainstream-Öffentlichkeit gilt. Seit Mitte 2011 - mittels QE-Unendlich - hat dieser Sturm an Geschwindigkeit und Intensität gewonnen. Die Zentralbanken liefern die Hochdruckzone (Inflation), während die beschädigte Wirtschaft und Finanzmärkte für die Tiefdruckzone sorgen (Deflation). Inflation ist ein monetäres Phänomen und wird es auch immer bleiben. Es folgt die Textpassage aus dem Jahr 2011, sie wurde vor zwei Jahren geschrieben, ist aber immer noch sehr relevant...

Am besten lässt sich die derzeitige Situation als Kollision von Hochdruckgebieten und Tiefdruckgebieten beschreiben.

Das Hochdruckgebiet ist Ausdruck des von den Zentralbanken angestoßenen monetären Expansionsschubs, der schon die Bilanzen der US Fed und der Euro-ZB ruiniert hat. Beide Zentralbanken sind jetzt verschämte Eigentümer wertloser Hypotheken- und Staatsanleihen, die keiner will und deren Kurse sich nie erholen werden. Der Tiefdruck entsteht mit dem kräftigen Stoß, den sinkende Immobilienpreise und bilanzielle Insolvenz der Großbanken bewirken. Die Banken sind jetzt in der Übergangsphase von insolventen Zombi-Banken zu unterkapitalisierten Bald-Toten. Bald wird ihr eigentlicher Tod festgestellt werden. Sie sind Agenten des Syndikats, und ihnen wird somit aus verschiedensten Quellen Schmiergeld zugestanden.

Die Investorengemeinschaft glaubt fälschlicherweise, dass richtiges Geld in US-Staatsanleihen fließt und dass diese als Sicherer Hafen fungieren. Sie werden von den mächtigen Zinsswaps getäuscht, die von den großen US-Banken - den Agenten des Syndikats - angewendet werden. Es gibt nur eine gewaltige Anlagen-Bubble - und das sind US-Staatsanleihen. Dieser Umstand und auch Chairman Bernankes Zugeständnisse nach dem Treffen des Offenmarktausschusses der Fed diese Woche schreien nach einer Rezession. Mehr noch: Der Chart widerspricht dem kurzsichtigen starren Deflationsfokus, dem die monetäre Inflation stetig und irrigerweise entgeht. Mit jedem Tag verdienen sie sich erneut das Trottel-Etikett, weil sie halbblind sind. Ich behaupte, dass keiner von ihnen intelligent ist.

Einmal abgesehen vom großen allgemeinen Täuschungsmanöver allgemein: Außer den Märkten, Experten, Investoren und Analysten merken doch alle, denen Augen, Ohren und auch Klemmbretter gegeben wurden, dass der Goldpreis Rekordstände erreicht hat. Das Deflationisten-Lager und der Wall-Street-Haufen erwähnen immer wieder Instabilität, Unsicherheit und wackeliges Vertrauen - alles wahr, aber am Wesentlichen vorbei. Die eigentlichen Motive und die eigentlichen Triebkräfte hinter dem Rekordgoldpreis sind:

  • chronisch endlose Leitzinssätze bei 0% in den Vereinigten Staaten, England und Europa. Der Null-Satz ist traditioneller Auslöser und erhaltende Kraft für den Goldmarkt.

  • die bröckelnde Festung der Staatsanleihen - schon kaputt in den peripheren Nationen, der schwere Schaden, der sich über Italien und Spanien zum Kern vorarbeitet - zu den US-Staatsanleihen und den britischen Gilts (und das trotz des bedröppelten Rückzugs in US-Staatsanleihen derzeit). Behalten Sie Frankreich im Auge!!

  • Der schiere Ruin der US-Großbanken - am Laufen gehalten durch großzügige FASB-Bilanzierungsregeln seit 2009, insolvent bis ins Mark, bedroht durch toxische Hypothekenanleihen und Klagen der Anleiheinvestoren; unter Basel II Druck auf Reservenmangement, jetzt plötzlich die Einsicht, dass sie stark unterkaptitalisiert sind - nachdem sie sich letztes Jahr, als die Aktienkurse noch viel höher standen, aber nicht rekapitalisieren wollten.

  • die Tatsache, dass die Europäische Zentralbank weitere 850 Mrd. € aufbringt, um die italienischen und spanischen Staatsschulden zu retten, nachdem schon mit den verschiedenen Rettungspaketen für Griechenland nichts repariert werden konnte, nur Flickschusterei neben anhaltender Übernahme von Wertpapieren der Banken.

  • der allgemeine Eindruck, dass das Fiat-Geld seinen Wert, seine Bedeutung und das öffentliche Vertrauen verliert; Zentralbanker werden bei ihrem keynesianischen Harakiri-Geldritual beobachtet, sie haben ihr Prestige und ihre Glaubwürdigkeit verloren, gelten aber immer noch als letzte Hoffnung. Jede ihrer Maßnahmen entwertet die Währungen und lässt den Goldpreis steigen.

(Ende des Zitats aus dem Artikel von 2011.)




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