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Jahresausblick 2014

24.01.2014  |  James Turk
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Nun hatten zwar die kräftigen Kursgewinne bei Aktien und Gold aufgehört, dennoch erwartete ich, dass der Goldpreis auch im Jahr 2013 weiter steigen würde, weil es als sehr wahrscheinlich gelten konnte, dass die Fed ihre Bilanzen durch mehr Schuldenmonetisierung noch weiter ausweiten würde. Schulden in Währung zu verwandeln ist schließlich das einzige praktische Instrument von Zentralbanken. Zudem kam es in der Vergangenheit auch schon häufiger zu Anwendung, als es darum ging, Finanzprobleme und Bankeninsolvenzen mit Geld zuzuschütten und um der Wirtschaft Starthilfe zu geben, auch wenn alle schon kräftig verschuldet waren.

Auch um staatliche Insolvenzen zu überdecken, setzen Zentralbanken Schuldenmonetisierung ein, nämlich dann, wenn Staaten sich mehr Geld leihen, als der Markt ihnen zu geben bereit ist. Falls es den Regierungen nicht mehr gelingt, der Öffentlichkeit noch mehr staatliche Schuldeninstrumente aufzudrücken, so heißt das nicht, dass sie ihre Haushaltspläne deswegen kürzen würden. Sie zwingen hingegen die Zentralbanken, diese staatlichen Schuldeninstrumente aufzukaufen und in Währung zu verwandeln. Dieser Weg der Währungszerstörung führt zu einer Flucht aus den Landeswährungen in reale Güter; wenn man diese Dynamik nicht gleich zu Beginn stoppt - indem man zu soliden, nachhaltigen monetären Prinzipien zurückkehrt - wird die Währung letztendlich durch Hyperinflation zerstört.

Auch wenn ich überzeugt bin, dass der Dollar auf dieses Ende zustrebt und der Goldpreis steigen wird, so erweist sich doch das "Timing" als problematisch. Deswegen empfahl ich im Januar letzten Monats, man solle noch einen weiteren Indikator beobachten, der meine Analyse insgesamt bestätigen würde.


3) Das Gold-Silber-Verhältnis sinkt unter 50

In Edelmetallbullenmärkten entwickelt sich Silber tendenziell stärker - d.h. das Gold-Silber-Verhältnis sinkt. Die Kurse beider Edelmetalle steigen, aber der Silberkurs steigt schneller, weshalb man immer weniger Silberunzen aufwenden müsste, um eine Unze Gold zu kaufen.

Das Gegenteil passiert während eines Edelmetallbärenmarktes - das gilt für einen langfristigen Bärenmarkt wie auch für eine kurzzeitige Korrekturphase innerhalb eines langfristigen Bullenmarktes (und letzteres trifft auf die aktuelle Phase an den Edelmetallmärkten zu). Silber schneidet prozentual schlechter ab als Gold. Der Silberkurs sinkt also prozentual stärker als der Goldkurs.

Ich hatte also empfohlen, dass Gold-Silber-Verhältnis im Jahr 2013 im Auge zu behalten und zu beobachten, ob es unter die Marke von 50% (eine wichtige technische Marke) sinkt. Dies ist und bleibt eine entscheidende technische Marke, weil sie bislang nicht durchbrochen wurde. Wenn das passiert, erhalten wir das Signal, dass Silber prozentual besser abschneidet als Gold, was wiederum heißt, dass zwar Gold und Silber gemeinsam steigen, Silber aber schneller steigt als Gold.

Nach all diesen Hintergrundinformationen wollen wir jetzt auf das vor uns liegende Jahr schauen. Interessanterweise werden die nächsten 12 Monate von denselben drei Kräften abhängen - von den Zinssätzen, der Fed-Bilanz und dem Gold-Silber-Verhältnis, das bestätigt, ob die Edelmetallmärkte nun endlich breit zur Trendwende sind. Der letzte Punkt ist dabei wichtig.

Seit Jahrzehnten wird die Kaufkraft des Dollars durch die Geldpolitik der Federal Reserve und die Haushaltspolitik der US-Regierungen zerstört. Die folgenden Tabellen zeigen die anhaltende Zersetzung der Kaufkraft des Dollars. Sie zeigen darüber hinaus ganz ähnliche Konsequenzen für all die anderen großen Weltwährungen, da Regierungen und Zentralbanken weltweit einer schädlichen Geldpolitik und einer rücksichtslosen Haushaltspolitik anhängen. Anders als in den 1970er Jahren, als die Deutsche Mark und der Schweizer Franken als “Zufluchtsort“ vor dem zunehmend inflationierten Dollar diente, gibt es heutzutage keine Landeswährung mehr, die noch als Sicherer Hafen dienen könnte.

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