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Sammlermünzen versus Anlagegold

19.06.2014  |  Dr. Hubert Ruß
Nachfrage steigt auf Rekordhoch - Goldboom in China, so titelte die (ntv-)Telebörse vom 7. Mai 2014. Die Volksrepublik hat sich zum wichtigsten Goldmarkt der Welt entwickelt. Entgegen zahlreicher Prognosen setzt sich der chinesische Gold-Boom auch im laufenden Jahr weiter fort. Ein Ende ist nicht absehbar, fuhr der Kommentar fort.

Laut World Gold Council (WGC) kauften chinesische Anleger im vergangenen Jahr 1.066 Tonnen Gold - so viel wie niemals zuvor. Während westliche Investoren sich von dem Edelmetall abwendeten, nutzten die Marktteilnehmer aus Asien die Kursschwäche, um ihre Bestände massiv aufzustocken. Mittlerweile stammt mehr als ein Viertel der weltweiten Goldnachfrage aus China; eine Prognose des WGC geht davon aus, dass die Nachfrage bis 2017 auf 1.350 Tonnen pro Jahr steigen wird (http://www.gold.org/supply-and-demand/china-report).


Münzmarkt: China - voll im Trend

Parallel zu diesem Trend verzeichnet auch der Auktionsmarkt ein ungebrochenes Interesse für seltene chinesische Sammlermünzen. So erzielte ein in der Märzauktion der F.R. Künker GmbH & Co. KG angebotenes Dollar-Stück einen sensationellen Zuschlag in Höhe von 140.000 Euro (Schätzung 15.000 Euro). Das Resultat lag damit nahezu achtmal so hoch als der im Standard Catalogue of World Coins angegebene Preis von 25.000 US$ für ein unzirkuliertes Stück.

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China, Provinz Pei-Yang, Dollar 1896 (Künker 246 (2014), Nr. 3164)


3.000 Exemplare dieses seltenen Münztyps wurden im Jahre 1896 geprägt. Es handelte sich um eine Ausgabe für die Provinz Pei-Yang (früher Chihli). Die Vorderseite zeigt einen Drachen mit der englischen Umschrift Twenty Second Year of Kuang Hsu / Pei Yang Arsenal. Die chinesischen Schriftzeichen auf der Rückseite lauten: Hergestellt in der maschinellen Münzstätte von Pei-Yang im 22. Jahr von Guangxu, Qing-Dynastie. Guangxu hatte seine Regierung am 25. Februar 1875 angetreten, er gilt gemeinhin als machtloser Kaiser, für den seine Tante Cixi die Herrschaft führte.

Knapp 100 Jahre jünger, aber deswegen nicht weniger gefragt, war ein Set chinesischer Gold- und Silbermünzen: 1990 hatte die Volksrepublik China eine Münzserie emittiert, die Drachen und Phönix auf ihrer Wertseite zeigte. Was auf uns lediglich dekorativ wirkt, besitzt in der chinesischen Kultur starken Signalcharakter. Drache und Phönix stehen nicht nur für Kaiser und Kaiserin. Zusammen sind sie auch eines der traditionellen Glücksbilder, also Darstellungen, die man im Hause haben muss, um besonderes Glück zu haben.

Unter Losnummer 3225 wurde bei Künker eines von 50 dieses aus sieben Münzen bestehenden Münzsets angeboten. Die Wertseite zeigt das Motiv „Drachen und Phönix“, auf der Rückseite ist die chinesische Mauer abgebildet.

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China, Volksrepublik, 1.500 Yuan 1990 (622,69 g, ex Künker 246 (2014), Nr. 3225)


Schon allein hinsichtlich des Materialwerts ist das Set beeindruckend. Der Wert der drei enthaltenen Goldmünzen liegt derzeit - je nach aktuellem Goldstand - bei über 20.000 Euro. Und nicht nur im chinesischen Alltag spielen Drache und Phönix eine enorme Rolle, auch in der Auktion war das Glücksmotiv von großer Bedeutung. Jedenfalls war ein chinesischer Bieter bereit, mehr als das Vierfache des Goldwertes zu zahlen, der Zuschlag erfolgte erst bei 80.000 Euro.

Insgesamt bestätigt die Frühjahrssaison auf dem deutschen Münzauktionsmarkt den seit einiger Zeit erkennbaren Trend hin zu Sammlermünzen als Objekt der Wertanlage. Noch stärker als bisher rücken werthaltige Stücke in den Fokus von Investoren, für die der Werterhalt gegenüber dem Gedanken des Sammelobjekts im Vordergrund steht.




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