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Interview: Der Zukunftsforscher Gerald Celente (Teil 1/2)

10.07.2014
The Daily Bell führte dieses Interview mit Gerald Celente.


Daily Bell: Es freut uns, dass Sie wieder Zeit für ein Interview haben. In der Frühlingsausgabe 2014 Ihres Trends Journal gibt es jede Menge interessante Beiträge, wir wollen aber nur auf einige der Themen eingehen.

Sie hatten uns in einem der letzten Interviews erzählt, dass Sie historische Gebäude in Kingston (Bundesstaat New York) restaurieren; jetzt kündigen sie eine Konferenz an, die dort, in Ihrem Hauptsitz, vom 1. bis 3. August stattfinden wird - unter dem Motto "History before it happens."

In der Beschreibung heißt es: “Das Programm wird in enger Interaktion mit Gerald Celente und anderen gestaltet, um ihnen eine Aussage des deutschen Poeten Friedrich von Schiller nahzubringen und zu verdeutlichen: ‘In dem Heute wandelt schon das Morgen.’“ Spannend! Sagen Sie uns, welche Ziele Sie mit Ihrer Konferenz verfolgen.


Gerald Celente: Die Konferenz wird natürlich am 1.August beginnen, und es werden Leute aus aller Welt kommen. Aus Japan, Australien, der Schweiz, aus Alaska und Oklahoma - um nur einige wenige zu nennen. Von überall her.

Die Konferenz ist ausverkauft. Es gibt tatsächlich auch keine andere Konferenz dieser Art. Auf der Konferenz werden wir den Besuchern zeigen, auf welche Dinge ein Trendprognostiker wie ich achtet, um zu erkennen, wie aktuelle Ereignisse Zukunftstrends beeinflussen und machen.

Ich kann mit aller Bescheidenheit sagen, dass man hier Informationen bekommt, die nirgendwo anderes erhältlich sind. Dinge, die auf jeden Fall nicht an Universitäten gelehrt werden und von denen auch nichts in den Leit- oder Alternativmedien zu hören ist. Wir werden eine Reihe von Referenten haben, die ebenfalls Einblicke in ihre Themengebiete geben und ihre Prognosen treffen. Es wird eine tolle Konferenz.

Nicht nur das. Die Konferenz findet zudem in der geschichtsträchtigsten Ecke der Vereinigten Staaten statt - am einzigen Ort, wo es an allen Ecken noch Steingebäude aus der vorrevolutionären Zeit gibt; drei davon gehören uns, das vierte ist ein Museum. Die Umgebung ist also perfekt, und die Themen sind originell.


Daily Bell: Da die Konferenz schon ausverkauft, die Frage: Wird es weitere Konferenzen geben, auf die sich Interessierte in Zukunft freuen können?

Gerald Celente: Ja. Es wird vier pro Jahr geben. Die nächste wird im Oktober stattfinden. Ich kann nur empfehlen, dass alle, die kommen möchten, das so schnell wie möglich tun, wenn die Informationen draußen sind, weil wir sofort ausverkauft sind.

Es ist eben wirklich eine Veranstaltung, die man nirgendwo anders findet. Wir werden nicht nur durcharbeiten, wir wollen es uns auch gut gehen lassen, es wird auch mal spielerisch zugehen.


Daily Bell: Schauen wir auf einige Trends. Auf welchem Weg sind die USA und der Westen - wirtschaftlich betrachtet? Wir sind der Meinung, dass der Aktienmarkt noch ein, zwei Jahre durch unglaubliche monetäre Stimuli angekurbelt und die Höhe getrieben wird, um am Ende einzubrechen, woraufhin ein globalistisches System in die Wege geleitet wird. Ihre Meinung dazu?

Gerald Celente: Ein enger Zeitrahmen lässt sich schwer setzen. Eine Prognose, mit der ich die letzten Jahre über falsch lag, war die Vorstellung, dass die Märkte schon viel früher einbrechen würden. Wie Sie schon gesagt haben: Die Stimuli sind beispiellos - Rekordtiefs bei Zinssätzen und Negativzinsen bei der EZB. Jetzt heißt es, der IWF möchte, dass nun auch die EZB quantitative Lockerungen einsetzt.

Kann das funktionieren? Bislang hat es nicht funktioniert. Es hat allein die Aktienmärkte nach oben getrieben; wenn man sich aber die jüngsten realen Zahlen anschaut, dann liegen die Prognosen für die Europäische Union nur bei der Hälfte dessen, wo sie eigentlich liegen sollten. Dasselbe gilt für die Staaten. Man kann nicht einfach das schlechte Winterwetter in der Vereinigten Staaten für das, was in Europa passierte, verantwortlich machen. Dort war der Winter sehr warm, das spielte da überhaupt nicht rein.

Also: Das Timing ist sehr schwer. Für Trendprognostiker ist nicht allein die wirtschaftliche Situation wichtig; aktuell haben wir ja auch geopolitische Destabilisierungen, und zwar so starke wie seit vielen Jahren nicht mehr. Wird das Auswirkungen haben?

Ok, zwei Jahre könnte der richtige Zeitrahmen sein, oder vielleicht auch nicht. Es lässt sich einfach nicht sagen, genauso wenig, wie man sagen kann, welche “ungeahnten Tricks und Programme“ noch hervorgezaubert werden, um die Märkte aufzuspritzen.


Daily Bell: Ein kurzer Artikel im Trend Journal trägt den Titel: "The pot legalization train has left the station." (Hasch-Zug schon abgefahren: Geschäftsfeld Marihuana-Legalisierung) High Alert ist jüngst Partner eines Unternehmens geworden, das medizinisches Marihuana herstellt. Was halten Sie vom wachsenden Trend rund um die Drogenlegalisierung? Bietet er unternehmerische Chancen? Wird es beim Hasch aufhören, oder werden bald noch andere Drogen legalisiert werden?

Gerald Celente: Ja, hier tun sich unternehmerische Chancen auf. Aus übergeordneter Perspektive betrachtet, hat all das auch wieder einen Grund: Man möchte die Steuereinnahmen! Wie beim Gewinnspiel. So wie das Gewinnspiel damals neue Steuereinkünfte in die Kassen der Bundesstaaten spülte, so wird es auch mit der Legalisierung von Marihuana und allen weiteren Drogen kommen.

In jedem Fall bedeutet das, dass der Staat mit im Geschäft ist. Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir in Bronx und Yonkers die "Numbers“ spielten; man wählte drei Zahlen aus, die mit den letzten drei Ziffern der Besucherzahlen für die Pferderennen am Aqueduct Raceway übereinstimmen mussten, die am nächsten Tag stattfanden. Wenn die stimmten, hatte man gewonnen.




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