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Die verfaulende Wirtschaft

24.07.2014  |  Eric Sprott
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Abbildung 3: Durchschnittliches jährliches Einkommen und Ausgaben

untere 40% der US-Haushalte (Quintile 1 und 2)

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Quelle: Untersuchungen zu Verbraucherausgaben, 2012, 2005 & Sprott Berechnungen


Der zweite und dritte Absatz von Abbildung 3 zeigen die durchschnittlichen Jahresausgaben in Dollar sowie in Prozent des Nettoeinkommens. Wir haben auch eine Aufschlüsselung der Ausgaben nach Kategorien vorgenommen, die wir als “nicht-willkürlich” betrachten, in dem Sinne, dass es sich um unvermeidbare Ausgaben handelt wie Nahrung, Unterkunft, Wohnnebenkosten, Gesundheitsvorsorge und Beförderungsmittel.

Die vielleicht auffälligste (wenn auch nicht überraschendste) Schlussfolgerung, die aus der Tabelle entnommen werden kann, besteht in der Tatsache, dass 40% der US-Haushalte etwa 40% mehr ausgeben, als sie einnehmen (138% und 145% in den Jahren 2005 bzw. 2012)! Falls Sie sich fragen, wie ein Haushalt mehr ausgeben kann, als er verdient - dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Leihen, Anlagen verkaufen, Unterstützung von der Familie, usw. Während die Einkommen nur um 8% gestiegen sind, sind die Gesamtausgaben um 14% gestiegen, angetrieben durch sehr hohe Anstiege bei den Ausgaben für Unterkunft (22%) und Gesundheit (18%).

Zusätzlich wandert ein wachsender Teil des Nettoeinkommens der Menschen zu den sogenannten “nicht-willkürlich Ausgaben”. Wie die Schlusszeile von Abbildung 3 zeigt, gaben diese Haushalte 2005 97% ihres Einkommens für Dinge des täglichen Bedarfs aus während dieser Anteil 2012 auf 104% angestiegen ist.

Fünf Jahre dieser sogenannten wirtschaftlichen Erholung und die 40% der ärmsten US-Haushalte geben im Durchschnitt immer noch mehr aus, als sie verdienen (einschließlich staatlichen Unterstützungen) - für Dinge des täglichen Bedarfs!

Wir glauben, dafür gibt es zwei entscheidende Ursachen. Die erste hängt mit der Einkommensungleichheit zusammen: wie wir gezeigt haben, sind die Einkommen seit 2005 nahezu konstant, wobei der Großteil des Zuwachses durch nicht nachhaltige Regierungsunterstützung erzielt wurde. Darüber hinaus sind die Preise für die Dinge des täglichen Bedarfs, welche stellvertretend für die Gesamtheit des Budgets dieser Haushalte stehen, stetig gestiegen. Abbildung 4 zeigt die aufgezeichneten Preise über die letzten sieben Jahre für Energie, Lebensmittel und Mieten gegenüber dem “offiziellen” Verbraucherpreisindex (CPI).

In diesem Zeitraum sind die Gesamtpreislevel, am CPI gemessen, um 22% gestiegen (gegenüber 8% für die Nettoeinkommen). Allerdings sind im gleichen Zeitraum die Preise für Miete, Energie und Nahrung um 26%, 54% bzw. 115% gestiegen. Kein Wunder, dass die gleichen Haushalte 33% ihres Einkommens für Unterkunft ausgeben, 21% für Essen und 14% für Wohnnebenkosten und Kraftstoff!


Abbildung 4: Der Preis für Dinge des täglichen Bedarfs liegt deutlich über der offiziellen Inflation

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Quelle: Bloomberg, Sprott Berechnungen


Wie kann eine wirtschaftliche Erholung vorliegen, wenn 40% der Bevölkerung der USA nahezu kein willkürlich verfügbares Einkommen besitzen? Wie wir vorher erklärt haben, sind jene, die ein Einkommenswachstum verzeichnen konnten diejenigen, welche es höchstwahrscheinlich nicht ausgeben, während die unteren 40% der Haushalte immer noch enorm auf Regierungsunterstützungen angewiesen sind, stagnierende Einkommen haben und sich einer wachsenden Inflation der “nicht-willkürlichen” Waren gegenübersehen, die einen sehr großen Anteil ihres Einkommens ausmachen.

Es gibt eindeutig keine Erholung…


© Eric Sprott
Quelle: www.sprott.com


(1) http://www.reuters.com/article/2014/07/08/us-walmart-simon-idUSKBN0FC2GW20140708


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