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Hüten wir uns vor falschen Propheten

21.01.2015  |  Silberjunge
Am 5. Dezember sagte ein bekannter Rohstoffanalyst in der "Börse am Abend" in n24 einen finalen Rückgang des Goldpreises auf 750 bis 800 Dollar je Feinunze voraus. Damit stellt er sogar noch Jeffrey Currie, den Chefrohstoffanalysten von Goldman Sachs in den Schatten. Currie hatte das ganze Jahr 2014 gesagt, der Goldpreis würde am Jahresende bei 1.050 Dollar stehen.

Am 9. Dezember 2014 sagte dieser Jeffrey Currie, der nach Auffassung seines obersten Bosses ja nur "Gottes Werk verrichtet", der Goldpreis würde in den kommenden 12 Monaten auf 1.050 Dollar fallen. Nun solle dies also bis Ende 2015 geschehen. Die Deutsche Bank sieht ganz aktuell 2016 und sogar 2017 einen Goldpreis von 1125 Dollar. Für mich sind Aussagen von Goldman Sachs klar politisch motiviert und nichts als Propaganda der US-Finanzindustrie.

Aber ich will hier einen Chart zeigen, der mich bewog, am 18. Dezember 2014 selbst nach Berlin zu fahren, um in der "Börse am Abend" von n24 auf die Angstmacherei für Gold und Silberinvestoren zu kontern. Um es klar zu sagen: Seit meinen rechtzeitigen Warnungen im April 2011 vor einem möglichen schnellen Rückgang unter 30 oder unter 25 Dollar, konnte ich angesichts der Frühindikatoren für die Weltwirtschaft und insbesondere für die Schwellenländer zu keinem Zeitpunkt Entwarnung geben.

Aber ich habe mich im November und Dezember ganz massiv für steigende Gold- und Silberpreise positioniert und meine Leser im November und Dezember an den entscheidenden schwachen Tagen vor Bärenfallen gewarnt.

Ich zeige hier nur einen von ganz vielen Charts, mit denen ich meine Meinung begründete. Er enthält Daten für: Barrick Gold, Newmont, Anglo Gold, Gold Fields, Kinross, Goldcorp, Agnico Eagle, Harmony Gold, Yamana Gold und Royal Gold. Diese Minen förderten 2012 bis 2014 in den beiden besten Quartalen 7,54 Mio. (4. Quartal 2012) und 7,65 Mio. (4. Quartal 2013), zuletzt 7,12 Mio. und im schwächen Quartal 6,68 Mio. (1. Quartal 2013).

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Quelle: Bloomberg, Daten bis zum 4. Quartal (Goldpreis) bzw. 3. Quartal 2014 (net income)


Die Goldminen verdienten netto -143,74 Mio. US$ im 3. Quartal 2014 verglichen mit noch 3.216,49 Mio. US$ im 4. Quartal 2012. 4 der 10 Minen (Goldcorp, Agnico Eagle, Harmony Gold und Yamana) erwirtschafteten im 3. Quartal 2014 ein Minus! Dabei lag der Goldpreis im Juli 2014 noch bei deutlich über 1300 US$ je Feinunze und fiel erst im September unter 1200 US$.

Wir erkennen daran, wie sich die Kostenstruktur seit 2008 verschlechtert hat. Barrick holte 2000 noch je Tonne Gestein 8,5 Gramm Gold heraus und im Jahre 2013 lag dieser Wert nur noch bei 3,9 Gramm. Barrick förderte 2013 allein 7,166 Mio. Unzen und ist das Schwergewicht. Die Investitionen der Goldminen sind inzwischen nach dem Chart übrigens wieder auf die Niveaus von 2008, 2009 und 2010 zurückgefallen. In meinem am 7. Januar 2015 erschienen Minenkompass habe ich viele Fakten zusammengetragen.

Haben Sie schon einmal etwas vom Altman-Z-Score gehört? Er ist praktisch ein Gradmesser für den Fitnesszustand von Unternehmen. Ab sofort zeigen wir stets diesen Indikator. Liegt er unter 1,8, so ist eine Insolvenz des Unternehmens in den kommenden zwei Jahren möglich. Coeur Mining sieht demzufolge nicht gut aus und dies gilt ebenso für einige andere Werte, die ich im Minenkompass zeige.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: In den letzten Jahren haben Aktien außerhalb des Gold- und Silbersektors mit einem niedrigen Wert angesichts der Nullzinspolitik besonderen Zuspruch an den Börsen erfahren. Ist der Konzern riskant finanziert, hat er die größten Chancen, wenn die Wirtschaft anspringt. Auf Gold- und Silberminen übertragen bedeutet dies, dass insbesondere die von mir in der Publikation in Gelb und Rot hervorgehobenen Werte bei einer Wende beim Silberpreis zunächst besonderes Aufholpotenzial haben.



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