Suche
 

James Rickards: Wie und warum die USA bei Chinas Goldkäufen Beihilfe leisten

04.03.2015  |  Redaktion
Gemessen am prozentualen Anteil der Gold- an den gesamten internationalen Reserven der USA auf der einen und Chinas auf der anderen Seite scheint zwischen den beiden Nationen eine riesige Lücke zu klaffen. Während die Vereinigten Staaten gut 70% ihrer Reserven in Gold halten, hat es den Anschein, als würde das Edelmetall im Reich der Mitte mit einem Prozentsatz von gerade einmal 1% eine untergeordnete Rolle spielen.

Nach Ansicht von James Rickards täuscht der Eindruck, den man anhand dieser Zahlen gewinnt, jedoch über die tatsächliche Bedeutung hinweg, die China seinem Gold beimisst. Immerhin bestünde zwischen den USA und China zudem ein großer Unterschied, was deren Abhängigkeit von Fremdwährungen anbelangt, erklärt der Experte zu Beginn der Woche in einem Beitrag auf Daily Reckoning.

Aussagekräftiger sei es dagegen, das gelbe Metall als Prozentsatz des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu betrachten. Mit über 8.000 Tonnen schlage das Gold der USA laut Rickards mit 2,7% zu Buche. Selbiger Prozentsatz ergebe sich auch bei den russischen Reserven. In Europa läge dieser Betrag mit 4% sogar deutlich höher.

Auf der Basis seiner offiziellen Goldbestände ergebe sich für China dagegen ein Prozentsatz von gerade einmal 0,7%. Experten sind sich jedoch weitestgehend einig darüber, dass China über weit mehr Gold verfügen dürfte als offiziell ausgewiesen. Manche Schätzungen beziffern die Reserven mit mehr als 30.000 Tonnen, doch bereits 4.000 Tonnen würden laut Rickards genügen, damit die Volksrepublik mit den USA und Russland auf einer Höhe liege.

Gold sei es, so der Experte, das darüber entscheide, welchen Stellenwert einzelne Nationen im globalen Finanzsystem einnehmen. Aus diesem Grund habe China, das bereits vor einigen Jahren zur zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt avanciert ist, stetig Gold hinzugekauft. Würde man sich im Westen nun jedoch dazu entscheiden, die Manipulation des Goldpreises zu beenden und ihm die Gelegenheit geben, sich auf einem gerechtfertigten Niveau einzupendeln, so stünde China von jetzt auf gleich vor einem großen Problem, da es mit seinen Goldkäufen nicht länger mit seinem Wirtschaftswachstum Schritt halten könnte.

Das aber wüssten die USA zu verhindern, erklärt Rickards weiter. Immerhin sei China aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung zu einem wichtigen Handelspartner der USA geworden. Gleichwohl sei man in den Vereinigten Staaten daran interessiert, den Dollarstandard so lange wie irgend möglich aufrechtzuerhalten. Da man sich darüber im Klaren sei, dass man sich mit einer Abwertung der US-Währung in China keine Freunde mache, besänftige man das Reich der Mitte, indem man ihm mittels Preismanipulation bei seinem Goldkäufen Unterstützung leiste und es ihm damit zugleich leichter mache, gegen die Inflation gewappnet zu sein.

Laut Rickards gebe es für diese Strategie genügend Belege, insbesondere in den Fußnoten der Jahresberichte der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, welche die Goldtransaktionen koordiniere und sich - anders etwa als Fed oder Fort Knox - einer Überprüfung nicht einfach verweigern könne.

Den vollständigen englischsprachigen Beitrag finden Sie bei Daily Reckoning.


© Redaktion GoldSeiten.de



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2020.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"