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Gold: Abwärtswelle! Wie weit?

10.03.2015  |  Clive Maund
Gold verhielt sich genauso, wie wir es im letzten Update erwartet hatten. Überverkauft, machte es einen Kurssprung aus dem Bereich 1.190 $-1.200 $, um am Freitag unter der schweren Last des Dollars hart zurückzusetzen.

Wir hatten uns an den Plan gehalten und laufen gerade gut mit Bear-ETFs, einer von ihnen hat allein am Freitag Gewinne von 22% zu verbuchen. Der Dollar ist außergewöhnlich stark - das ist bemerkenswert, weil seine COTs und Stimmungsindikatoren nach normalen Standards negativ sind. Was passiert hier also? Wohin ist der Dollar unterwegs?

Der Dollar ist so stark, weil die Weltwirtschaft in den deflationären Abwärtsstrudel unterwegs ist. Genau dagegen hatten unsere Führungen auf Teufel komm raus gekämpft (das sollten sie auch, denn sie hatten uns erst in diese Lage gebracht).

Das Spiel ist aus - alles und jeder hat das Kreditmaximum erreicht, es wurde solange aufgeschuldet und weitergespielt, dass jetzt die Auflösung ansteht. Die Fehlallokation von Kapital im Rahmen der weltweiten QE-Orgie hatte einen immensen Carry-Trade angekurbelt, der die Anlagepreise auf unglaubliche Extreme trieb.

Sehr niedriger Zinssätze waren das einzige, was das Spiel noch am Laufen hielt; im Fall des US-Aktienmarktes waren es die von den Unternehmensvorständen beabsichtigten Aktienrückkäufe (die gelichzeitig den Preis ihrer Aktienoption in die Höhe trieb). Jetzt ist die Situation aber so verzweifelt, dass die Zinssätze entweder auf null sind oder in einigen Fällen im Negativbereich.

Die Zentralbanken stopfen QE in die Speiseröhren der Weltwirtschaft, so wie man eine Gans stopfen würde. Die Deflation können sie trotzdem nicht stoppen, sie zieht ihre Kräfte zusammen und ist bereit, die Beute zu erlegen.

Die anhaltende Auflösung des globalen Carry-Trades treibt den Dollar immer weiter in die Höhe. Je höher er steigt, desto mehr Anreiz sieht das Kapital, die Schwellenwirtschaften zu verlassen und zurück zum Dollar zu fließen. Ein Teufelskreis. Welche Konsequenzen hat das für den Dollar? Eine wohlüberlegte Schätzung wäre der 120er-Bereich. Werfen wir dazu erstmal einen Blick auf den langfristigen Chart des Dollar-Index, der eine Hochrechnung zeigt.

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Was hat es für Anleger zu bedeuten, wenn der Dollar tatsächlich diesen Weg geht? Ganz simpel ausgedrückt: Es bedeutet, dass Cash (der Dollar) King ist, zumindest eine Weile lang. Fast alles andere wird unterdessen einbrechen, einschließlich Gold, Silber und Öl. Wie 2008 nur viel schlimmer, weil die Munition, die damals für die Aussitz- und-Draufzahl-Kampagnen noch zur Verfügung stand, inzwischen aufgebraucht ist.

Doch heutzutage können wir weitaus Besseres machen, als einfach in die Sicherheit des Dollars zu hoppeln, wie verängstigte Kaninchen. Man muss sich nicht unbedingt rauswagen, um zu shorten oder Puts zu kaufen, wenn man das nicht möchte. Man kann ganz einfach Bear-ETFs kaufen, so wie man Aktien kauft. Da man die Wahl zwischen gehebelten und ungehebelten ETFs hat, kann jeder sein eigenes, vertretbares Risikoniveau bestimmten.

Der 6-Monate-Chart für den Dollar-Index zeigt, dass der Dollar, nachdem er die bullische Flagge vor ca. einer Woche durchbrochen hatte, wieder auf der Straße nach oben ist. Kurzfristig betrachtet, wäre der Bereich von 102, bei anhaltender Dynamik, das Ziel dieser Bewegung.

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