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Sklavenstaat Europa - Vorzeigeobjekt im US-Finanzkalifat (Teil 1)

23.03.2015  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
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Nur "BUPSI" verblieb noch

Was genau ist denn nun wieder "BUPSI"? In aller knappster Form: Banken, Unterhaltung, Panzer, Service und Immensbürokratie.


"B" als 1. und stärkster Rückenwirbel

Zuoberst in der Hierarchie rangieren die Banken als 1. Rückenwirbel des Systems, angeführt von der privaten Fed. Ganz gleich, wie bankrott diese Institute sind und wie gefälscht und kaputt ihre Bilanzen auch seien mögen: Papi Bernanke früher und Mutti Yellen heute, versorgen sie mit jeder Summe und sei sie noch so astronomisch.

Gefahr ist im Verzuge, denn allein die fünf größten unter ihnen haben sich ein bescheidenes Derivatevolumen (also "abgeleitete Finanzinstrumente") von über 21 Billiarden $ aufgebaut. Diese Summe entspricht in etwa der US-Wirtschaftsleistung von über einem Jahrhundert. Und der Betrag könnte sehr viel höher sein, denn Statistiken aus dieser Richtung wurden in aller Demut garantiert massiv "verschlankt".

Vielleicht ist das auch einer der Gründe, dass Fed-Chefin Yellen gerade eine Buchprüfung durch unabhängige und staatliche Wirtschaftsprüfer dem Kongress und der Regierung gegenüber vehement, in einem - ja fast schon hysterischen Auftritt - ablehnte. Was mag sie wohl zu verbergen haben?

Aber die Banken regieren nun einmal das Land, und wie der Goldman Sachs Chef öffentlich strahlend verkündete: "Wir tun das Werk Gottes"! Und letzterer ist ja bekanntlich allmächtig. Fragt sich nur welchen Gottes und wann dessen Elixier der Allmacht zu Ende geht? Die Preise von Gold und Silber jedenfalls drückt der Gute massiv mit Hilfe der COMEX-Börse. Dort gibt es Tage, an denen z. B. die gesamte Welt-Jahresproduktion an Silber "leer" verkauft wird. Will heißen, man verkauft hunderte von Millionen Unzen, ohne auch nur ein einziges Gramm davon zu besitzen.

Die sich in einem physischen Markt bildenden Preise differieren von diesen künstlichen "Papierpreisen", wie sie täglich in den Medien nachzulesen sind, um wenigstens das Drei- oder Vierfache. Echte Marktpreise werden sich zu guter Letzt auch wieder durchsetzen, wie sie das immer taten. Nur Geduld, verehrte Edelmetallinvestoren, Eure große Stunde kommt mit Sicherheit.

An der COMEX werden Billionen an Papier"werten" wie in einem gigantischem Kasino ohne jede Wertschöpfung und ohne jeden Realitätsbezug hin und her geschoben. Damit "macht" man dann täglich Milliarden und Abermilliarden Papier-Dollar. Der garantierte und systemische Informationsvorsprung dieser Monsterbanken verhindert, das Aufkommen irgendeiner ernstzunehmenden Konkurrenz. Doch schwebt über all diesem das universelle Gesetz, welches da besagt: 'Niemand ist auf Dauer größer als der (reale physische) Markt.'

Die Masse des Handels läuft elektronisch, schlimmer noch, im Hochfrequenzhandel (HFT). Es geht hier um Handelszeiten von Millisekunden und manchmal sogar um Bruchteile hiervon, die darüber entscheiden, wer einen Kursgewinn und wer einen Kursverlust zu verbuchen hat. Früher gab es das "open-outcry"-System mit Kursnotierungen per Hand und Kreide auf einer Kurstafel. Da trafen noch richtige Menschen richtige (oder auch mal falsche) Entscheidungen, meist durch Schreien und lebhaftes Gestikulieren. Das HFT-System, über welches heute oftmals über 80% des Handels still und unsichtbar abläuft, ist völlig entmenscht.

Eine Frage, die kein normaler Bürger beantworten kann: Wie lange verbleibt denn nun eine Aktie heute im US-weiten Durchschnitt im Portfolio? Früher viele Jahre. Später Monate und sogar nur noch Wochen. Und heute: Etwa 21 Sekunden. Das ist die durchschnittliche Haltezeit einer Valore durch Aktionäre. Wirklich und wahrhaftig: Hochgesunde und absolut solide Verhältnisse im Aktienhandel. Vielleicht fällt diese Zeitspanne demnächst auf 10 oder 5 oder 2 Sekunden? Vielleicht auch noch weit darunter?

In der Erschaffung von Absurditäten war Wall Street schon immer unschlagbar. Wenn dann eine Aktie im Durchschnitt vielleicht 70 oder auch schon mal 80 verschiedene Eigner in einer einzigen Minute hätte, dann wäre das - kein Zweifel - echter Fortschritt im Rahmen der "Werke Gottes". Derlei Werke Gottes waren in der hoch degenerativen Schlussphase des römischen Reiches zu beobachten, damals allerdings nicht elektronisch.


Je kränker, umso "bänker", blühende Landschaften Zombistans

Schwindet nun die Allmacht desjenigen Gottes, der durch Wall Street und die Gigantbanken angeblich sein Werk tut? Am unbegrenzten Glauben an seiner unendlichen Machtfülle beginnen sich gewisse leichte Zweifel zu erheben. Mit jedem frisch aus dem Nichts geschaffenem Dollar, den Fed und Banken ins System pumpten ("QE" = Quantitative Easing, sprich ungehemmter Gelddruck), wuchs die Wirtschaft in den 50er Jahren um fast 5 $, in den 70ern noch um rund 3 $, in den 90ern noch um 0,9 $, 2012 noch um 4 Cents und 2015 um 0 Cents oder Zero Dollar, Demnächst erwartet man einen Negativreturn für jede neue Geldspritze. Außer den Bankern nützt diese Niemanden und die Last tragen die Steuerzahler.

Also: Absolut ungesunde Verhältnisse. Je kränker eine Institution, umso bereitwilliger wird sie gesund “gebänkert“. So entstehen große Scharen von Zombies, die durch den finanziellen Alltag taumeln, und immer neue Geldspritzen brauchen, die sie natürlich auch erhalten. Wie lange hält der Finanzgott im Dollar- und Derivatehimmel noch seine segnende Hand über einen derartigen Schweinebetrieb?

Wir haben längst keinen "Kapitalismus" mit freiem Spiel der Marktkräfte mehr und wo Unternehmen Bankrott gehen konnten, wenn sie schlecht gewirtschaftet hatten. Heute heißt es "too big to fail" und Konzerne, Banken und auch ganze Länder werden selbst mit grotesken Fehlständen wieder und wieder "gerettet". Man kann gar nicht todkrank genug sein. Je kränker, um so bänker" - wie z. B. Griechenland, einem Winzling der bisher rund 700 Mrd. € an EU-Geldern "verbraten" hat, und dessen astronomisches Schuldenproblem auf geniale Weise gelöst wird: Man glaubt es nicht; Mit noch mehr Schulden!

Daher leben wir jetzt in einem System des globalen "Superbankerismus", der alle Lebensbereiche durchdringt und beherrscht. Verdächtig auch, dass die Zentralbanken wertloses Papier drucken und heimlich Gold kaufen, genau wie die Eliten selbst.


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