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Silber auf der Startrampe

26.03.2015  |  Adam Hamilton
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Im letzten Chart wurde der SLV-Kurs, der den Silberkurs perfekt nachvollzieht, über die physischen SLV-Bestände gelegt.

Wie man sehen kann, sind die Gesamtbestände im SLV, trotz des schweren Abwärtstrends der letzten Jahre, unterm Strich TATSÄCHLICH GESTIEGEN! Das bedeutet also, dass einige antizyklisch handelnde Börsenhändler ihre Kapitalallokation für Silber schlauerweise ausgebaut haben, während das Metall in tiefen Tiefen stagniert. Ich nenne das “Stealth Buying“ - Käufe im Stillen, und die sind ein sehr positives Omen für Silber.

Der Kauf im niedrigen Kursumfeld bleibt unter Investoren und Spekulanten Lippenbekenntnis, die überwiegende Mehrheit mag den Worten keine Taten folgen lassen. Sie kaufen und verkaufen nur dann, wenn es Wohlgefühl erzeugt; dahingehend sind sie auf einer Stufe mit der populären Konsensmeinung. Die Folge sind überteuerte Einkäufe in euphorischen Märkten, wenn die Kurse nah am Hoch sind, und später billige Verkäufe in verzweifelten Märkten, wo die Kurse die Talsohle ausloten. So wird man richtig abgezockt.

Nachdem der Silberkurs 2013 schon um 35,6% eingebrochen war, und dann letztes Jahr noch einmal 19,7% fiel, bieten sich aus psychologisch-emotionaler Sicht natürlich keine Anreize mehr für den Kauf dieses Metalls. Der Kauf in tiefen Märkten FÜHLT SICH IMMER FURCHTBAR AN, denn immer zu diesen Zeiten herrscht die allgemeine Auffassung, dass die betreffende Vermögensanlage zu einem nie enden wollenden Spiralsturz verdammt sei.

Doch diesem extremen Gegenwind aus Ängstlichkeit zum Trotz haben die Börsenhändler ihre Kapitalzuteilung für den SLV erhöht!

Die aktuellen Stände sind jetzt relativ niedrig. Wie man sieht, trifteten die SLV-Bestände unter die wichtige Unterstützung ihres starken, mehrjährigen Aufwärtstrends. Diese Woche verwahrte der SLV 327 Millionen Unzen physisches Silber für Anteilseigner. Der Widerstand dieses Aufwärtstrends liegt jetzt ziemlich weit oben bei 352 Mio. oz - und er steigt mit jedem Tag. Die niedrigen SLV-Bestände lassen nun jede Menge Raum für Börsenkapitalzuflüsse, das wieder in den Silbermarkt zurückschießt.

Um die SLV-Bestände wieder hoch zum Widerstand des Aufwärtstrends zu treiben, müssten die Börsenhändler so viele Anteile kaufen, dass die Treuhänder des ETFs ca. 25 Mio. oz nachlegen müssten. Das sind ganz sicher keine banalen Mengen. Den Angaben des altehrwürdigen Silver Insitute zufolge (die globale Autorität in Fragen Angebot-Nachfrage-Fundamentaldaten für Silber) lag die globale Silberinvestitionsnachfrage im Jahr 2013 bei 247 Mio. oz (das sind die jüngsten verfügbaren Daten).

Wenn die amerikanischen Börsenhändler bei steil steigenden Goldkursen wieder zurück ins Silber drängen, werden diese lässigen Silberankäufe im Umfang von 25 Mio. oz dafür sorgen, dass die globale Investitionsnachfrage um sage und schreibe 10% ansteigt. Und ein solcher Anstieg der SLV-Bestände von der Unterstützung hoch zum Widerstand kann recht schnell gehen. Das ist keine Frage der Theorie. Zwischen August und Ende September 2014 stiegen die SLV-Bestände rasant um 28 Mio. oz an - IN WENIGER ALS 8 Wochen !

Als die SLV-Bestände das letzte Mal von der Unterstützung des Aufwärtstrends hoch zum Widerstand stiegen (damals ein Anstieg um 8,8%), gab der Silberkurs immer noch nach - am Ende ganze 13,8%. Jetzt stellt sich die Frage: Wenn die SLV-Käufe seitens der Börsenhändler heute so positiv für die zukünftigen Kursentwicklungen sind, warum stieg Silber dann nicht auch während der letzten Phase großer Börsenkapitalzuflüsse? Die Antwort liegt in der dominanten Haupttriebkraft für die Silberkurse: der Silberterminhandel der amerikanischen Futures-Spekulanten.

Während die Börsenhändler im Spätsommer 2014 aggressiv Silber über den SLV kauften, wurde es von den Terminmarkt-Tradern in außergewöhnlichem Umfang VERKAUFT. Eine solch eigenartige Divergenz - wo sich zwei große Gruppen von Silberhändlern vollends uneinig über die weitere Richtung der Silberkurse sind - ist in der Tat sehr selten. Die Verkäufe der Terminhändler waren nun stark genug, um die Käufe der Börsenhändler zu überflügeln. Doch die Chancen stehen sehr gering, dass sich ein solch anormales Szenario wiederholen wird.

Im nächsten Chart geht es um die Silber-Terminkontrakte, die von amerikanischen Spekulanten gehalten werden. Die rote Kurve steht für die Gesamtmenge an Leerverkäufen, oder Short-Positionen, also Wetten auf sinkende Silberkurse. Die grüne steht für die Gesamtmenge an Long-Positionen, Wetten auf steigende Kurse. Je höher die Shorts und je niedriger die Longs, desto pessimistischer sind die Spekulanten nun bezüglich Silber. Und im Spätsommer letzten Jahres schossen die Verkaufspositionen dieser Terminmarkt-Trader in Rekordmengen aus dem Boden.

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Anders als bei den SLV-Beständen, wo private Treuhänder täglich Bericht erstatten, werden die Positionen am Silberterminmarkt nur einmal wöchentlich von staatlicher Seite veröffentlicht. Dies geschieht in Form des berühmten Commitments of Traders Report. Im selben Zeitraum (Anfang August bis Ende September), als die SLV-Bestände sprunghaft anstiegen, verkauften amerikanische Spekulanten die atemberaubende Menge von 37.000 Silber-Terminkontrakten.



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