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Gedanken zum Goldpreis

10.04.2015  |  Koos Jansen
In Woche 12 (23.-27. März) wurden 46 Tonnen Gold aus der Schanghaier Goldbörse entnommen (was der chinesischen Großhandelsnachfrage entspricht), in der Vorwoche waren 14,5% mehr. Seit Jahresbeginn sind 610 Tonnen entnommen wurden - das entspricht einem Plus von 9% gegenüber 2014 und einem Plus von 33% gegenüber 2013.

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BLAU ist die wöchentliche Goldentnahme (in kg) aus den Lagereinrichtungen, GRÜN ist die Gesamtmenge seit Jahresbeginn.

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Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Chinesen den Goldkurs nicht deutlich nach oben bewegen? Im Goldsektor wird häufig darauf verwiesen, die (Zentral)Banken würden den Goldpreis drücken. Auch wenn Goldkurskontrolle sicherlich in ihrem Interesse ist und es zudem viele Hinweise auf Interventionen gibt, so möchte ich das Gesamtthema in diesem Artikel noch einmal ganz von Anfang betrachten. Dieser Anfang beginnt mit grundlegendsten ökonomischen Betrachtungen, wobei ich hoffe, dass diese Anstoß für Diskussionen bieten.


Gedanken zum Goldpreis

Überall, wo Güter an Märkten gehandelt werden, gibt es Angebot und Nachfrage. In diesem Artikel werden wir den Goldmarkt betrachten und auf die Beziehungen zwischen beiden Seiten konzentrieren.

Es gibt Menschen, die Gold zum Verkauf anbieten (Angebot) und wiederum jene, die Gold kaufen möchten (Nachfrage). Wenn es zu einer Einigung über die Transaktion zu einem bestimmten Preis kommt, dann entspricht die verkaufte Goldmenge (Angebot) immer auch der gekauften Goldmenge (Nachfrage). Es ist ausgeschlossen, dass Angebot und Nachfrage nicht gleich sind – außer beide Seiten benutzen unterschiedliche Maßeinheiten.

Wenn die Nachfrage im Verhältnis zum Angebot steigt (Wirtschaftssubjekte sind bereit, mehr Gold zum herrschenden Preis zu kaufen), dann wird die Nachfragekraft die Angebotskraft überwinden. Folglich wird der Goldpreis solange steigen, bis ein neues Marktgleichgewicht erreicht ist.

Wenn große Goldmengen verkauft werden, bedeutet das aber nicht, dass der Preis steigen wird: Falls enorme Mengen Gold in den Markt fluten und dort auf eine gleichstarke Goldnachfrage treffen, dann wird sich der Marktkurs nicht ändern. Ganz gleich, wie viel Gold verkauft wird, es wird uns keinen Aufschluss über die Stärke der Nachfrage relativ zum Angebot geben. Das kann nur der Kurs/ der Preis. Der Preis enthüllt das Kräfteverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

Im Diagramm unten können wir sehen, wie eine Erhöhung der Nachfrage im Verhältnis zum Angebot Preisbewegungen entstehen lässt.

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  • P - Preis
  • Q – Gütermenge
  • S - Angebot
  • D- Nachfrage

Wie wir in diesem Beispiel sehen können, steigt die Nachfrage von Q1 zu Q2, während das Angebot konstant bleibt; der Preis bewegt sich - auf dem Weg zu einem neuen Marktgleichgewicht - von P1 auf P2.



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