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Deutliche Steigerung bei der Einfuhr von Silber in Indien

13.04.2015  |  Martina Fischer
Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und die Platingruppenmetalle Palladium, Iridium, Osmium, Ruthenium und Rhodium gehören zum Kerngeschäft des Heraeus Konzerns. Am Standort Hanau ist das Tochterunternehmen Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH für den weltweiten Handel der Edelmetalle im Konzern tätig. In einem wöchentlich erscheinenden Marktbericht veröffentlicht das Unternehmen einen Marktüberblick in mehreren Sprachen.


Gold

Die mögliche Anhebung der US-Leitzinsen bestimmt weiterhin die Entwicklung des Goldpreises. Bei ihrem Treffen im März schließt die US-Notenbank eine Erhöhung bereits im Juni nicht aus. Dies geht aus den in der vergangenen Woche veröffentlichten Sitzungsprotokollen hervor, was den Preis für das Metall am Donnerstag unter Druck setzte. Er fiel bis auf 1.192,30 $/oz bevor einsetzendes Kaufinteresse zum Wochenschluss ihn wieder bis auf 1.200 $/oz steigen ließ.

Das Kaufinteresse für Investmentbarren hielt sich in der vergangenen Woche in Grenzen - Ursache hierfür war nicht zuletzt die kurze Osterwoche. Am Freitag verzeichneten wir parallel zum steigenden Preis auch auf der Investmentseite einen Anstieg der Nachfrage. Auch ETFs zeigen wieder steigendes Interesse an dem Metall. Der Donnerstag brachte die größten Zuflüsse seit Ende Februar. Damit startet der Goldpreis mit einem positiven Unterton in die neue Woche.

Wir erwarten einen ersten Widerstand bei 1.212 $/oz (100-Tage-Durchschnitt) während die Unterstützung bei 1.290 $/oz liegt. Der Goldpreis widersteht weiterhin dem Druck, der von einem steigenden Dollarkurs ausgeht, wie sehr gut am EUR-Goldpreis zu sehen ist. Dieser erreichte mit 1.141 $/oz das höchste Niveau seit Ende Januar. Das zur Nachrichtenagentur Thomson Reuters gehörende Researchhaus GFMS erwartet für das laufende Jahr einen durchschnittlichen Goldpreis von 1.170 $/oz während 2015 einen Anstieg bis auf durchschnittlich 1.250 $/oz bringen könnte.


Silber

Letzte Woche haben wir eine leichte Konsolidierung des Silberpreises gesehen, welcher bei 17 $/oz startete und schließlich bei 16.43 $/oz schloss, unterhalb der 100-Tage Linie bei 16.55 $/oz. Während Konjunkturdaten aus den USA einige Male die Erwartungen enttäuschten, zeigte das Notenbank-Protokoll keine Bedenken bezüglich eines überbewerteten US-Dollars oder eines sich verlangsamenden Wachstums der Wirtschaft. Entsprechend bleiben die Zinserwartungen unverändert.

Positive Nachrichten kamen derweil aus Indien wo sich die Einfuhr von Silber im März im Vergleich zum Februar deutlich gesteigert hat. Vermutlich hatten Juweliere und das silberverarbeitende Gewerbe Aufholbedarf, nachdem Sie im Februar noch auf eine Entscheidung zur Reduzierung des Einfuhrzolls spekuliert hatten, welche sich jedoch nicht einstellte. Spekulative Short-Positionierung an der Comex wurden zudem reduziert und ETF-Bestände leicht aufgebaut. Alles in allem also ein gemischtes Bild für Silber.

Die derzeitige Unterstützung wird bei 16.20 $/oz gesehen, während Widerstand um 17.30 $/oz liegt. Heute sind politische Headlines zu erwarten, während sich die Außenminister Frankreichs, Deutschlands, Russland und Ukraine in Berlin treffen, um die weitere Umsetzung des Minsker Abkommens zu besprechen. Der Hauptfokus diese Woche wird am Mittwoch auf der Pressekonferenz von Mario Draghi nach der EZB Zinsentscheidung liegen.


Platin

In der Berichtswoche dominierte der Einfluss des Goldkurses auf den Platinpreis. Das Metall öffnete mit 1.156 $/oz und schloss am Freitag bei 1.170 $/oz. Aktuelle Unterstützung für Platin liegt bei 1.165 $/oz, der Widerstand um 1.190 $/oz. Aus der Automobilindustrie erreichten uns gemischte Nachrichten. Der Europäische PKW-Markt konnte im März um 7% zulegen, die Zulassungen in den USA (-4%) und Japan (-12%) waren allerdings rückläufig.

Die Schwammprämien haben in der Berichtsperiode keine nennenswerte Veränderung erfahren. Kurzfristigeren Effekt auf die Preise könnte die Ankündigung Russlands haben, die bestehende Exportsteuer auf Platingruppenmetall-Produkte auszuweiten. Dies wäre allerdings nur eine temporärere Maßnahme, da diese laut aktuellen WTO Regularien ab 2016 gänzlich abgeschafft werden müsste.

Eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie des Platinum Guild International prognostiziert für 2015 ein Wachstum von 2,3% im Platin-Schmuck Bereich, wobei die Nachfrage auf China, dem größte Abnehmer des Segments stabil bleiben, aber Impulse aus den USA und Indien kommen sollen.

Aus Südafrika wurde kürzlich berichtet, dass einer der größten Minenbetreiber plant, eine eigenständige Stromversorgung auf Basis von Brennstoffzellen-Technologie mit Platin-Katalysatoren zu errichten. Dieses Vorhaben würde nicht nur die Abhängigkeit vom staatlichen Stromversorger reduzieren, sondern könnte, sollte es weitere Nachahmer finden, positive Auswirkungen auf die längerfristige Nachfrage nach dem Metall haben.


Palladium

Palladium konnte sich von den stärkeren Kursverlusten Ende März wieder erholen. Das Metall eröffnete die Woche bei 759 $/oz, erreichte am Donnerstag einen Wochentiefstand von 749 $/oz, um am Freitag mit 774 $/oz zu schließen. Charttechnisch liegt der Widerstand bei 787 $/oz, Unterstützung sehen wir bei 730 $/oz. Aktuell niedrige Schwammprämien reflektieren allerdings die weiterhin wenig dynamische Industrienachfrage.

Bei der Nachfrage aus dem Automobilsektor steht aktuell ein Zuwachs der PKW Zulassungszahlen in China im Kontrast zu weniger optimistischen Daten aus den USA. Für etwas Aufmerksamkeit sorgte in der vergangenen Woche die Ankündigung des weltgrößten Palladium-Produzenten Norilsk Nickel, einen Investment Fond aufzusetzen, der Palladium im Gesamtwert von 2 Milliarden US-Dollar aus Beständen der Russischen Zentralbank, Hedge Fonds und weiterer privater Investoren aufkaufen soll.

Gleichzeitig prognostizierte Norilsk eine sinkende Förderung von Platingruppenmetallen in Südafrika. Sollte ein solches Szenario eintreten, könnte dies den Palladiumpreis mittelfristig unterstützen.


Rhodium, Ruthenium, Iridium

Die Verfügbarkeit im Rhodium hat im Laufe der letzten 2 Wochen wieder etwas zugenommen. Dementsprechend hat der Preis kurz vor Ostern leicht nachgegeben und handelt seitdem auf demselben Niveau. Verkäufer waren sowohl auf der Minenseite, als auch bei sekundären Herstellern zu finden. Der wieder deutlich tiefer handelnde Euro/USD hat das Metall in Euro in lokaler Währung wieder verteuert und für Abnehmer unattraktiver gemacht.

Wie bereits mehrfach von uns prognostiziert, hat Ruthenium eine weitere signifikante Preisbewegung nach unten vollzogen und handelt nun 10% tiefer als in den Vorwochen. Durch die weiterhin geringe Nachfrage, anhaltendes Abgeberinteresse und trotz des tiefen Preises scheint der Trend immer noch anzuhalten und es gibt momentan keine Veranlassung an festere Kurse zu glauben.

Im Iridium gab es leicht gestiegenes Interesse aus der Industrie, was aber bisher keinen Einfluss auf den Preis hatte. Die Verfügbarkeit ist aktuell allerdings relativ gering, was auf zumindest konstante Preise hindeuten sollte; vielleicht sogar wieder auf zukünftig leicht steigende Kurse, falls die Abnehmer auch weiterhin aktiv bleiben werden.


© Martina Fischer, Head of Market Intelligence
Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH



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Alle im Bericht genannten Preise sind Geldkurse im Interbankenmarkt, die Charts basieren auf Thomson Reuters.




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