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Übles Spiel von JP Morgan? Hintergründe und Fakten zu den Machenschaften der US-Großbank

02.05.2015  |  Silberjunge
Im März ließ sich JP Morgan im "House Account" und somit im Eigenhandel der Bank physisches Silber aus 1.500 Silberfutures liefern, was bei 5.000 Unzen je Future stolzen 7,5 Millionen Silberunzen entspricht. Der untere Chart zeigt die physischen Lieferungen an den Eigenhandel der Bank je Monat (blau) und gleichzeitig den Aufbau des Silberlagers der Bank an der COMEX (rot). Wir zeigen stets im hinteren Teil die Entwicklung des Silberlagers an der COMEX in seiner Gesamtheit und das Lager von JP Morgan als Teil davon.

Auffällig ist, dass zumindest die größeren Andienungen an die Bank aus den Silberfutures zu einem Aufbau des Silberlagers von JP Morgan führten. Bereits im Silberbulletin vom 25. April 2015 fragten wir daher: "Sammelt da also die US-Großbank einen Silberschatz? Beweisen können wir es nicht, aber dieser Schluss scheint gar nicht so abwegig!"

Am 30. April, dem Tag der ersten Anlieferung für den Future Mai 2015, hat JP Morgan wieder zugeschlagen und die Lieferung von 433 Silberfutures und damit von 2,165 Millionen Silberunzen gefordert. Der Tag der 1. Lieferung ist der 1. Mai. Damit hat sich JP Morgan im Eigenhandel der Bank im März und April bislang bereits 9,665 Millionen Silberunzen liefern lassen.

Wir können nicht beweisen, dass diese allesamt zum Aufbau eines eigenen Silberlagers von JP Morgan führten. Im Silberlager der Bank an der COMEX können selbstverständlich auch Kundenbestände liegen. Es ist jedoch mehr als auffällig, dass in den Phasen größerer Andienungen physischen Silbers aus Silberfutures an den Eigenhandel von JP Morgan das Silberlager der Bank anschwoll.

Für uns ist daher naheliegend, dass die Bank dabei ist, einen Silberschatz aufzubauen, und zwar auf eigene Rechnung und nicht für Kunden!

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Quelle: Bloomberg, CME, Silberjunge


Zum Hintergrund schauen wir uns den Silberfuture Mai 2015 an. Am 30. April 2015 war der Tag der 1. Ankündigung. Der Käufer dieses Mai-Futures kann also ab dem 30. April auf Lieferung der jeweils 5.000 Unzen Silber aus einem Silberfuture-Kontrakt bestehen. Die 1. Lieferung aus diesem Mai-Silberfuture ist am 1. Mai 2015 möglich und die letzte Lieferung erfolgt am 29. Mai 2015. Der Verkäufer des Silberfutures muss also ab dem 30. April jederzeit damit rechnen, dass der Käufer sagt: "Ich will 5.000 Unzen von Dir und bezahle Dir den aktuellen Future-Preis!"

Im Folgenden die Kontraktdaten aus Bloomberg:

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Quelle: Bloomberg, Silberjunge


Hier sehen Sie den Kursverlauf des Silberfutures Mai 2015 und das Open Interest, also die Gesamtzahl der ausstehenden Kontrakte. Demzufolge stehen noch 1.704 Kontrakte aus. Die Verkäufer dieser Position müssen jederzeit damit rechnen, jeweils 5.000 Silberunzen je Kontrakt liefern zu müssen!

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Für uns ist wichtig, dass mit dem unvermittelten Preisrutsch vor allem von Silber und Gold am gestrigen 30. April 2015 auch der Betrag sinkt, den JP Morgan bei Lieferung von Silber aus dem Kontrakt an den Verkäufer zu zahlen hat. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Mit Kapriolen an den Futurermärkten kann die Bank somit den Preis für die physische Lieferung des Silbers drücken.



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