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Edelmetalle gedrückt

08.05.2015  |  Markus Blaschzok
Die Edelmetalle konnten, bzw. durften, in dieser Woche nicht weiter zulegen und so gelang dem Goldpreis lediglich ein kleines Plus von 10$ auf 1.185$ je Feinunze. Silber wurde in der vergangenen Woche am Terminmarkt massiv ausgebremst, was wir anhand der Terminmarktdaten sehr deutlich nachvollziehen konnten. Man hatte den Silberpreis vor einer Woche mit ca. 18 Tagen der Weltproduktion gedrückt, was uns ein deutliches Signal sendete.

Daher verwunderte es nicht, dass auch der Preis nahezu unverändert blieb in dieser Woche und der kurzfristige Widerstand bei 16,70$ erst einmal unüberwindbar war. Der heute Nacht kurz vor Börsenschluss erscheinende CoT-Report wird uns wieder Aufschluss darüber geben, ob sich die Manipulation verstärkt hat oder ob sich diese verringerte und wir zumindest eine kurzfristige Erholung der Notierungen sehen dürfen. Premium-Abonnenten erhalten heute noch vor Börsenschluss eine Analyse der Daten zu Gold und Silber.

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Zwei Trader aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden von der US-Börsenaufsicht wegen "Spoofing" am Terminmarkt für Gold und Silber für 60 Tage vom Handel verbannt und sie sollen weitere Geldstrafen erhalten. Sie hatten immer wieder kurzzeitig große Verkaufsorder im Markt platziert, die sie vor der Ausführung wieder löschten, nur um den Eindruck großen Verkaufsinteresses zu erwecken und so den Preis kurzzeitig nach unten hin zu manipulieren.

Dass hier zwei kleine Fische abgestraft wurden, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die US-Aufsichtsbehörde CFTC bei der Manipulation der großen Händler und direkten Eingriffen der US-Regierung seit eh und je hinwegsieht. Die Manipulation beim Goldpreis erfolgt weiter primär über den physischen Markt und im Silber über den Terminmarkt.

Angesichts des zuletzt wieder stark gestiegenen Ölpreises im Rahmen einer gleichzeitigen Schwäche des US-Dollars, lässt man steigende Goldpreise erst gar nicht zu, damit Spekulanten nicht auf die Idee kommen, es könne hier eine positive Korrelation geben, die sich im Trading zum Vorteil nutzen ließe. Sollten sich die heute erscheinenden Terminmarktdaten verbessert haben, halten wir einen weiteren kurzfristigen Anstieg im Edelmetallmarkt für wahrscheinlich, um so die Mehrheit der Händler auf die falsche Seite des Marktes zu führen.


US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen

Schlechte Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten - zumindest ist das in der Welt planwirtschaftlich staatlicher Bail-Out Politik so. Die US-Arbeitsmarktdaten fielen mit einer Revidierung der Vormonatsdaten auf nur 85 Tsd. schlechter als erwartet aus, was für eine schwächere Wirtschaftsentwicklung spricht und Aktienmärkte eigentlich belasten müsste. Doch da schlechte Wirtschaftsdaten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung in den USA verringert und die für ein neues QE-Programm erhöht, gingen die Spekulanten und das Dumb Money erst einmal reflexartig auf die Käuferseite und sorgten für einen kräftigen Anstieg am Aktien- und Anleihenmarkt.

Der US-Dollar wurde kurz abgestraft, setzte dann jedoch zur Erholung an, was im Gesamtbild schon etwas erstaunte und auch Gold und Silber zogen kurz an und wurden sofort wieder gedrückt. Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Im produzierenden Gewerbe entstanden im April lediglich 1.000 Arbeitsplätze, nachdem bereits im Vormonat keine produktiven Jobs geschaffen wurden. Weiterhin hat die Zahl der Amerikaner, die keiner Arbeit nachgehen, einen neuen Rekordwert von 93,194 Millionen gestiegen.


Minen weiter unter Druck

Die Goldminen kamen wieder etwas unter die Räder, was unserer Erwartung entsprach. Den Bullen war es dann doch irgendwann nicht geheuer, dass sich die Edelmetalle so schwach zeigten und der von ihnen erwartete Anstieg bisher ausblieb, weshalb diese ihre Bestände wieder liquidierten und so der HUI zurück auf 168 Punkte im gestrigen Tief fiel, wobei sich der XAU bisher noch besser hält.

Da die Gewinne der Minen aufgrund des extrem niedrigen Silberpreises immer stärker unter Druck gerieten in den letzten vier Jahren der Baisse, haben sich die Minengesellschaften darauf fokussiert Kosten zu senken und Investitionen zurückgefahren. GFMS und das Silver Institute sehen daher erstmals seit der Jahrtausendwende nicht mehr ausreichend getätigte Investitionen, um die bisherige Rekordgewinnung von Silber aufrecht erhalten zu können.

Nach 12 Jahren ständiger Produktionsausweitung erreichte die jährliche Silberförderung im Jahr 2014 rund 877 Millionen Unzen und für 2015 erwartet man nun erstmals einen Rückgang der Produktion. Ca. 70% der Förderung fällt als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Gold, Kupfer, Blei und Zink an, sodass Preisrückgänge bei diesen Rohstoffen auch die Ausweitung der Silberproduktion begrenzen.

GFMS erwartet in diesem Jahr eine stärkere Investmentnachfrage nach Münzen und Barren, nachdem diese im letzten Jahr um 19,5% rückläufig war. Es gäbe noch Potenzial für einen weiteren Sell Off in diesem Jahr, doch danach erwarte man eine Rallye in das nächste Jahr hinein, weshalb Silber zum Jahresende einen Tick höher stehen sollte als aktuell und man einen Durchschnittspreis von 16,50$ für dieses Jahr erwartet. Diese Einschätzung von GFMS zum weiteren Jahresverlauf deckt sich überraschend stark mit unserm aktuell bevorzugten Szenario. Die Erwartung von GFMS zu einem durchschnittlichen Silberpreis von 17,50$ im Jahr 2016 teilen wir hingegen nicht.


Der Betrug mit den Goldbeständen der Notenbanken geht weiter

Mit dem Verlust des Vertrauens in die Regierungen und deren Zwangsgeld schwinden auch die Bestände in den Goldtresoren der FED-Notenbank von New York, die für andere Zentralbanken Goldbestände verwahrt. Im März verließen weitere 10 Tonnen Gold die Tresore, sodass die dort gehorteten ausländischen Bestände mit 5979,2 Tonnen auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken sind.

1973 zum Ende von Bretton Woods wurden in der Spitze fast 13.000 Tonnen Gold für andere Nationen verwahrt. 207 Tonnen wurden im letzten Jahr abgezogen, die vermutlich in die Niederlande und weitere Nationen verbracht wurden, wobei wir hoffen, dass auch etwas davon nach Deutschland zur Bundesbank repartiert wurde, was die Bundesbank zumindest offiziell behauptet.



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