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Gold: stagniert und stagniert und stagniert ... doch: man kann regelmäßig damit verdienen!

18.06.2015
39,97%. So viel hat der Goldpreis seit seinem Hoch im September 2011 bis zu seinem Tief im November 2014 an Wert verloren. Ein großer schwarzer Fleck auf der bis dahin seit 2001 so weißen Performance-Weste, in der Gold über 10 Jahre nacheinander immer nur stieg. Trotz der sehr schwachen Wertentwicklung der letzten vier Jahre ist Gold mit im Schnitt 16,3% (in Euro) noch immer die beste Anlageklasse der letzten 15 Jahre im Vergleich zu z.B. festverzinslichen Wertpapieren oder Aktien aus der Euro-Zone.

Nach wie vor gibt es auch andere Gründe, an seinen Gold-Beständen festzuhalten, seien sie taktischer, strategischer oder emotionaler Natur:

  • Auf kürzere Sicht ist zunächst insbesondere das Erstarken des indischen Konsumenten unter "India`s One Man Band" (der "Economist" über Regierungschef Narendra Modi) zu nennen. Warum das? Gold besitzt in Indien einen sehr hohen Stellenwert, sodass die Nachfrage aus Indien als weltweiter Hauptabnehmer physischen Goldes in Kombination mit der nach dem Sommer beginnenden Hochzeitssaison, zu der traditionell Gold verschenkt wird, wie so oft in den letzten Jahren ein Stimulus für den Goldpreis sein könnte.

  • Ein inzwischen unter weiteren Teilen institutioneller Investoren verbreitetes Desinteresse an der Entwicklung des Gold-Preises. Die letzte große Gold-Debatte in diesen Kreisen erfolgte noch im letzten Jahr im Vorfeld des Schweizer Goldreferendums. Erfahrungsgemäß sind Kursbewegungen aber gerade dann besonders eruptiv, wenn ihnen ein antizyklisches Momentum innewohnt.

    Das heißt: ein stärkerer Gold-Anstieg könnte institutionelle Investoren dazu animieren, ebenfalls Bestände aufzubauen. Denn in der Wahrnehmung von Anlegern hat Gold den Rang des DAX inne: so, wie weltweit anlegende Fonds intuitiv von Anlegern mit dem DAX verglichen werden, so will man nach all den langen Jahren der medialen Erziehung zum Gold hin auch dort dabei sein, wenn das Edelmetall wieder gefragt ist.

  • Ja, die FED wird die Zinsen erhöhen. Wann? Eine moderate Anhebung wird bereits seit über zwei Jahren diskutiert und selbst wenn sich - trotz zuletzt schwächerer US-Daten - damit der Realzins etwas erhöht (unter der Annahme, dass die Inflation relativ konstant bleibt), so ist dies hinlänglich bekannt (siehe Entwicklung US-Dollar) und im Goldpreis mehr als reflektiert. Nicht ohne Grund befinden wir uns nach der überfälligen Korrektur seit fast zwei Jahren in einem Seitwärtstrend:

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Insofern ist es natürlich nachempfindbar, wenn sich nach und nach verschiedenste Investoren aus dem Gold zurückgezogen haben, insbesondere, da alle anderen Anlageklassen in der Zeit mit opulenten Gewinnen aufwarten konnten. Doch sollte man Gold nun deswegen verkaufen? Wir denken: Nein. Denn der Gold-Chart lässt sich auch anders lesen:

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Die roten Pfeile markieren die Tage, an den wir unsere bestehende Goldposition veroptioniert haben. Was bedeutet das konkret?

Wir nutzen unsere bestehende Gold-Position (ca. 3,5%, die wir über einen Gold-ETF abdecken), um darauf Optionen zu schreiben. Dabei nutzen wir ausschließlich defensive Optionen mit klar eingegrenztem Risiko, also konkret Short Put und Covered Call, je nachdem, ob wir einen eher leicht fallenden oder eher leicht steigenden Gold-Preis erwarten und je nachdem, wie hoch die Volatilität des Goldpreises ist. Denn die Volatilität reflektiert die Unsicherheit im Goldpreis - und damit, welche Prämien wir für das Geschäft realisieren können.

Durch diese Strategie realisieren wir regelmäßig Zusatzrenditen von 1,5% - 2% für vier bis sechs Wochen auf unsere Goldpositionen. Konkret haben wir z.B. im letzten halben Jahr folgende Mehrrendite damit erreicht:

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Das bedeutet: normalerweise hätte man in dem halben Jahr mit seiner Gold-Position einen Kursverlust von 2,2% erwirtschaftet. Unsere stetige Veroptionierung hat uns allerdings 7,7% an Prämien-Einnahmen auf die Position gebracht, sodass wir per saldo mit unserer Gold-Position sogar deutlich gewonnen haben (5,5%). Dies ist ein echter Nutzen für unsere Anleger.


© Michael Feiten


Wir informieren taggleich über alle unsere Transaktionen via Twitter, auch, sobald wir wieder Gold veroptionieren …



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