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David Morgan: Silber wird höhere Kursgewinne verzeichnen als Gold

22.07.2015  |  Redaktion
In einem am Montag veröffentlichten Videointerview mit Gordon T. Long sprach der Analyst und Autor des Morgan Report, David Morgan über das aktuelle Finanzsystem und die Aussichten für Gold und Silber.

Während viele Investoren fürchten, dass die angekündigten Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed sich negativ auf den Goldpreis auswirken werden, weist Morgan darauf hin, dass das erst bei positiven realen Zinssätzen geschehen wird. Er geht davon aus, dass die Fed die Zinsen schrittweise um jeweils 0,25% anheben wird und nimmt an, dass die tatsächliche Inflationsrate mindestens 5% beträgt - die Realzinsen würden also selbst bei einer wiederholten Anhebung des Zinssatzes deutlich im negativen Bereich bleiben. "Es ist wirklich essentiell, zwischen der tatsächlichen Inflationsrate und den realen Zinsen und den nominalen Werten, die Sie in der Zeitung lesen, zu unterscheiden", so Morgan.

Der langjährige Silberinvestor ist zudem der Ansicht, dass Silber im Vergleich zu Gold unterbewertet zur Zeit ist und beruft sich dabei auf das Verhältnis von Silber zu Gold, das aktuell bei rund 75:1 liegt. Zu Beginn des letzten Bullenmarktes war das Verhältnis mit 80:1 vergleichbar hoch, fiel jedoch im Laufe des Aufwärtstrends bis auf 35:1 im April 2011, als der Silberpreis seinen Höchststand erreichte. Morgan geht daher davon aus, dass Silber unterbewertet ist und in Zukunft größere Kursgewinne verzeichnen wird als Gold. Weiterhin betont Morgan den intrinsischen Wert von Silber. Das Edelmetall ist für die verschiedensten Industriezweige von essentieller Bedeutung, weit mehr als das bei Gold der Fall ist. Dennoch rät er jedem Anleger dazu, in beide Edelmetalle zu investieren: Silber wird seiner Meinung nach zwar stärker steigen, ist aber auch mit höherem Risiko verbunden. Gold stelle im Vergleich die stabilere Vermögensanlage dar.

Silber ist nach Morgans Angaben ebenfalls die beste Absicherung gegen Inflation. Vor der zweiten Runde der Geldmengenerweiterung durch die Fed stieg der Silberkurs bis fast 50 USD je Unze und fiel anschließend nur deshalb wieder, weil die im Zuge der quantitativen Lockerung erwartete Inflation die Märkte gar nicht erreichte. Das Geld sei stattdessen gezielt ins Bankensystem geleitet worden und dort versickert. Die Enttäuschung am Silbermarkt leitete Morgan zufolge den bis heute andauernden Bärenmarkt ein.

Zudem stellt Morgan ein interessantes Gedankenexperiment an: Derzeit seien nur 1% der globalen monetären Vermögenswerte in Edelmetallen angelegt. Er rät jedoch jedem Investor dazu, mindestens 10% seines Portfolios in Edelmetallen zu halten - besser wären 20%. Wenn sich die Investoren im Zuge von Schuldenkrisen und sinkendem Vertrauen in die Fiatwährungen entschließen sollten, insgesamt nur 1% ihrer Assets gegen Gold und Silber zu tauschen, würde das die weltweite Nachfrage nach Edelmetallen plötzlich verdoppeln! Wie die Kurse darauf reagieren werden, können Sie sich sicher vorstellen.


© Redaktion GoldSeiten.de



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