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Silberdefizit von 57,7 Mio. Unzen für 2015 erwartet

29.07.2015  |  Redaktion
Die globale Silbernachfrage hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres vor allem in den Bereichen der Schmuckherstellung und der industriellen Anwendungen zugenommen. Das meldete das Silver Institute gestern in einer Pressemitteilung.

Die USA importierten in der ersten Jahreshälfte beispielsweise 11% mehr Silberschmuck als noch im Vorjahr. Da das Land gemessen am Dollarwert der Einfuhren der größte Importeur in diesem Bereich ist, wirkt sich der Nachfrageanstieg auf den Silberhandel in ganz Asien aus. Thailand exportierte 18,5% mehr Silber in die Vereinigten Staaten, während der Wert in China um 14% stieg.

Den größten Silberbedarf hat jedoch die Industrie, die weltweit 60% der Gesamtnachfrage ausmacht. In diesem Sektor ist für dieses Jahr insgesamt ein Anstieg der Nachfrage um 2% zu erwarten. Allein im Bereich der erneuerbaren Energien werden 2015 voraussichtlich 8% mehr Silber benötigt, da sowohl die USA als auch China und Indien ambitionierte Pläne zum Ausbau der Solarenergie haben.

Auch die Produzenten von Ethylenoxid, einem enorm wichtigen Zwischenprodukt für die Herstellung verschiedener Kunststoffe, Lösungsmittel und Chemikalien, werden in diesem Jahr etwa 8,6 Mio. zusätzliche Unzen des Edelmetalls nachfragen, was einer Zunahme von 61% gegenüber 2014 entspricht. Der Nachfrageanstieg geht in diesem Bereich vor allem von China aus.

Im Bereich der Silberinvestitionen zeigten sich im ersten halben Jahr unterschiedliche Trends. Die Zunahme der Silber-ETF-Bestände um 4,7 Mio. Unzen deutet darauf hin, dass viele Investoren trotz der aktuell niedrigen Preise auf lange Sicht optimistisch sind. Die globale Nachfrage nach Silbermünzen sank dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 6%; dennoch erreichte sie insgesamt den fünfthöchsten Stand seit Erfassung der Daten. Vor allem im Juni wurde ein enormer Anstieg der Nachfrage nach Silbermünzen verzeichnet, sodass die amerikanische Prägestätte U.S. Mint die Auslieferung ihrer Anlagemünze Silver Eagle sogar vorübergehend einstellen musste.

Nach Angaben des Silver Institutes ist für 2015 insgesamt ein Angebotsdefizit von 55,7 Mio. Unzen zu erwarten. Aufgrund der weiter wachsenden Nachfrage wird die Silberproduktion damit voraussichtlich schon das dritte Jahr in Folge nicht ausreichen, um den weltweiten Bedarf zu decken.

Zudem hält das Institut Silber derzeit für unterbewertet gegenüber Gold und beruft sich dabei auf das Gold-Silber-Verhältnis, dessen Mittelwert seit 2000 bei 58 lag. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres betrug der durchschnittliche Wert dagegen 73, sodass zusätzliche Silberkäufe zu Anlagezwecken aufgrund des niedrigen Preises zu erwarten seien.


© Redaktion GoldSeiten.de



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