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Seltene Münzen voll im Trend

08.08.2015  |  Dr. Hubert Ruß
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So geschehen zum Beispiel im Bereich der russischen Münzen. Hier war in den letzten Jahren eine sehr starke Nachfrage zu verzeichnen, die weltweit zu einem Anstieg des Preisniveaus führte - auch für Münzen in einem schwächeren Erhaltungszustand. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten in Russland, v.a. des Verfalls des Rubels, ist der Markt in diesem Segment gespalten:

Für in großen Stückzahlen vorhandene bzw. qualitativ schlechtere Prägungen flaut die Nachfrage deutlich ab, viele gestern noch als Rarität gehandelte Münzen finden heute auf Auktionen keinen Käufer. Hervorragend erhaltene und seltene Prägungen hingegen erzielen auch weiterhin bemerkenswerte Preise (Abb. 5).

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Abb. 6: Eine äußerst seltene Münze in hervorragender Qualität: Hessen-Darmstadt, Ludwig VIII. (1739-1768), Konventionstaler 1760, Darmstadt. Schätzpreis: 7.500,- €, Zuschlag: 11.500,- €


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Abb. 7: Eine aufgrund ihrer Erhaltung herausragende Münze: Habsburg, Leopold II. (1790-1792), Konventionstaler 1790, Wien, Kabinettstück. Schätzpreis: 15.000,- €, Zuschlag: 22.500,- €


Die Fallstricke für in der Numismatik Unbedarfte lauern im Detail, vor allem im Bereich der Erhaltung eine Münze. Denn diese spielt die entscheidende Rolle für die Wertermittlung. So kostet beispielsweise ein 2.000 Jahre alter römischer Denar, der infolge langer Umlaufzeit stark abgenutzt ist, nur den Bruchteil eines perfekt erhaltenen, nie umgelaufenen Stückes. Die Abbildungen 6 und 7 zeigen solche Objekte der "Sammlerbegierde". Hilfestellung für Neueinsteiger, aber auch für langjährige Sammler, geben öffentlich bestellte Sachverständige und renommierte Münzhändler mit Überblick über das weltweite Marktgeschehen.

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Abb. 8: Bemerkenswert: BRD, Probe zu einer 5 DM-Gedenkprägung 1952 auf das Germanische Nationalmuseum, Schätzpreis: 15.000,- €, Zuschlag: 28.000,- €


Im europäischen Vergleich sind deutsche Sammlermünzen in ausgezeichneten Erhaltungen noch verhältnismäßig günstig zu bekommen; allerdings sind auch hier vor allem im Bereich der Reichsgoldmünzen in letzter Zeit stetige Preissteigerungen zu verzeichnen. Dennoch bietet das Sammelgebiet "Altdeutsche Münzen" eine große Vielfalt an Typen und prägenden Institutionen.

Dies hängt damit zusammen, dass das Deutsche Reich bis 1871 kein einheitlicher Nationalstaat, sondern in viele kleine Herrschaften unterteilt war, von denen ein Großteil auch das Münzrecht besaß. Auch hier werden perfekt erhaltene Raritäten mit bemerkenswerten Zuschlägen honoriert, wie das Beispiel der Probe zu einer 5 DM-Gedenkprägung von 1952 zeigt (Abb. 8); das dann später ausgeprägte "Normalstück" ist hingegen bereits mit knapp über 300,- € erwerbbar.

Als Fazit beliebt festzuhalten: Ob als Präsent oder Objekt der Sammlerbegierde - Münzen sind vielseitig, ästhetisch reizvoll und über die Zeit ihrer Prägung hinaus wertbeständig. In ihnen vereinen sich Sammler- und Edelmetallwert auf einzigartige Art und Weise. Sie sind somit historische Zeugnisse, Kunstobjekte und in gewisser Weise auch Wertanlage in einem.

Unsere Sommerauktion 2015 in Zahlen: Als nach drei ereignisreichen Auktionstagen der letzte Hammerschlag fiel, hatten rund 4.000 Losnummern mit einem Zuschlag in Höhe von 7,5 Mio. € einen neuen Besitzer gefunden, rund 35% über der Schätzung. Besonders erfolgreich wurde eine Serie von Raritäten aus Erfurt versteigert, bei der sich die Zuschlagssumme im Vergleich zu der Schätzung mehr als verdoppelte.

Alle Abbildungen stammen aus den Auktionen 263/264 der Fa. Künker.


© Dr. Hubert Ruß
Vereidigter Sachverständiger für Münzen und Medaillen
www.kuenker-numismatik.de



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