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Goldnachfrage im Westen: Deutschland ist einsame Spitze

17.08.2015  |  Steve St. Angelo
Der Großteil des Goldangebots fließt zwar nach wie vor Richtung Osten, doch im Westen ist die Nachfrage nach Gold zu Anlagenzwecken in Deutschland mit Abstand am größten. Das liegt möglicherweise daran, dass ein gewisser Anteil der Deutschen mit dem derzeitigen Finanzsystem, der Europäischen Union und der fortdauernden Krise in Griechenland ganz und gar nicht zufrieden ist.

Nach Angaben des vom World Gold Council veröffentlichten Berichts zu den Nachfragetrends im zweiten Quartal 2015, wurden in Deutschland im Juniquartal 24,1 Tonnen Goldmünzen und -barren gekauft., während es in allen westlichen Ländern zusammengenommen 59,6 Tonnen waren. Ganze 40% der Nachfrage nach physischem Gold zu Investitionszwecken entfallen also allein auf Deutschland!

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Wie Sie sehen können, liegt Deutschland mit einer Nachfrage von 24,1 Tonnen ganz vorn, während die Nachfrage in den USA mit 12,5 Tonnen nur etwas mehr als halb so groß ist. An dritter Stelle reiht sich die Schweiz mit 11 Tonnen ein, gefolgt von Österreich (2,5 Tonnen), dem Vereinten Königreich (1,9 Tonnen) und Kanada (0,6 Tonnen). Die anderen europäischen Nationen fragten zusammen noch einmal 7,7 Tonnen des Edelmetalls nach.

Sie werden zudem bemerken, dass Frankreich an letzter Stelle steht, da das Land im zweiten Quartal 2015 den Nettobetrag von 0,6 Tonnen an Goldmünzen und -barren verkaufte. Als sich die Situation in Griechenland zuspitzte und ein Austritt aus der Eurozone gegen Mitte Juni immer wahrscheinlicher erschien, waren die Franzosen also anscheinend der Meinung, die beste Finanzstrategie angesichts der Lage sei der Verkauf von Gold...

Wenn wir die USA und Kanada außen vor lassen und nur die europäischen Goldkäufe betrachten, steigt der Anteil Deutschlands an der Nachfrage nach Münzen und Barren in den drei Monaten von April bis Juni auf 52%. Wenn wir dagegen den gesamten Westen mit dem Osten vergleichen, sieht das so aus:

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Im Osten erreichte die Gesamtnachfrage nach Goldmünzen und -barren im zweiten Quartal 115,9 Tonnen, während es im Westen nur 59,6 Tonnen waren. Wie bereits erwähnt, entfiel ein Großteil der westlichen Investitionsnachfrage nach dem Edelmetall dabei auf Deutschland. Mir ist bewusst, dass die Zahlen des World Gold Council möglicherweise nicht den gesamten Umfang der chinesischen und indischen Goldimporte widerspiegeln, aber sie geben durchaus eine grobe Vorstellung davon, wie gering die Nachfrage in den westlichen Ländern im Vergleich ist.

Wir dürfen nicht vergessen, dass nur 1-2% der Weltbevölkerung überhaupt physisches Gold kaufen. Wenn die privaten Investitionen in Münzen und Barren derzeit einem Anteil von 25-30% am weltweiten Goldangebots entsprechen (ja, das mag eine konservative Schätzung sein), was passiert dann, wenn weitere 1-2% der Menschen beginnen, sich für das Edelmetall zu interessieren?

Vergessen Sie die Massen - schon wenn sich der Anteil der Bevölkerung, der Gold kauft, um wenige Prozent erhöht, wird das den Markt vollkommen überwältigen!


© Steve St. Angelo
(SRSrocco)


Bitte besuchen Sie uns wieder, um neue Artikel und Updates auf SRSrocco Report zu lesen. Außerdem können Sie uns auf Twitter folgen. Dieser Artikel wurde am 14. August 2015 auf srsroccoreport.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.

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