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John Williams: Rezession, Arbeitslosigkeit und Gold

08.09.2015  |  The Gold Report
Der rosigen öffentlichen Statistik zum Trotz warnt John Williams von ShadowStats. Die grundlegenden Probleme des Crashs von 2008 seien nie angegangen worden. Ihm zufolge befinden sich die USA nach wie vor in einer Rezession, die trickreich mit Liquidität verborgen wird und auch aus den Arbeitslosenstatistiken wegdefiniert ist. Was heißt das unterm Strich? Zitat Williams:

“Goldbesitz ist der beste Weg, um die kommenden harten Zeiten zu überstehen, wenn die fundamentale Schwäche des US-Aktienmarktes und des US-Dollars offensichtlich wird.“


The Gold Report: Dem Tag der Arbeit zu Ehren wollen wir zuerst über die Arbeitslosenzahlen reden. Ihren Schätzungen zufolge lag die US-Arbeitslosenquote unter Einbeziehung aller potentiellen Arbeiter bei 23%. Die offizielle staatliche Statistik sagt 4,5%. Inwieweit unterscheidet sich der heutige Arbeitsmarkt vom Arbeitsmarkt vor der Rezession?

John Williams: Im Fall einer normalen Rezession fangen die Arbeiter, die ihre Arbeit zuvor verloren hatten, anschließend wieder an zu arbeiten. Diesmal war das nicht der Fall, zumindest nicht in dem Maße wie es die Arbeitslosenquote von 5,4% (U3) nahelegt.

Bei dieser Quote (U3) ist der Definitionsrahmen für "arbeitslos" ziemlich eng gezogen. Um zu diesen Arbeitslosen zu gehören, muss man seine Arbeit verloren haben und aktiv in den letzten vier Wochen nach Arbeit gesucht haben.

Wer eine Arbeit möchte, aber die Suche aufgegeben hat, den rechnet die staatliche Statistik zu den "entmutigten Arbeitern" oder den “geringfügig engagierten Arbeitern“. Sie tauchen dann nicht mehr in dieser offiziellen Arbeitslosenstatistik (U3) auf. [Anmerkung des Herausgebers: Letzten Freitag wies das Amt für US-Arbeitsstatistik die jüngste US-Arbeitslosenquote für August mit 5,1% aus.]

Wer schon mehr als ein Jahr keine Arbeit sucht - auch wenn er/sie immer noch arbeiten möchte - den zählt die offizielle Statistik dann nicht einmal mehr in die breiteste Kategorie für Arbeitslosigkeit (U6). Dann ist man aus allen Messgrößen für Arbeitslosigkeit verschwunden.

Wenn die Regierung also verkündet, dass in einem bestimmten Monat 200.000 Menschen weniger arbeitslos waren und die offizielle Arbeitslosenquote sinkt, so heißt das oft nicht, dass 200.000 Menschen wieder eingestellt wurden. Nur die Existenz dieser Arbeitslosen wurde wegdefiniert.

Meine Schätzungen zur allgemeinen Arbeitslosigkeit umfassen auch diejenigen, die nicht mehr von Staat erfasst sind - Menschen also, die seit mehr als einem Jahr keine Arbeit mehr suchen, weil einfach keine zu finden ist - und die trotzdem noch eine Arbeitsstelle haben möchten. Sie tun ja vielleicht auch andere Sachen - vielleicht kümmern sie sich um die Enkel. In dieser breiteren Kategorie liegt die Arbeitslosenquote bei ca. 23%.

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The Gold Report: Hat sich die Art der Arbeitsstellen verändert? Gibt es heute vielleicht weniger Anstellungen im produzierenden Gewerbe und im Finanzwesen als früher? Und gibt es andere Bereiche, wo es Wachstum gibt, wie z.B. Technologie oder der Dienstleistungssektor?

John Williams: Ganz allgemein hat die Regierung viel dazu beigetragen, um die Auslagerung von Arbeitsplätzen aus der US-Produktion als auch ein Anwachsen des US-Handelsdefizits zu fördern. Im Durchschnitt blieben die schlechter bezahlten Arbeitsplätze im Inland. Der reale Wochendurchschnittsverdienst, verbraucherpreisindexbereinigt, erreichte Anfang der 1970 seinen Spitzenstand. Seither geht es allgemein betrachtet abwärts.

Das ist ein Problem für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung. Fehlendes Einkommenswachstum aber auch andere Hemmnisse im Bereich der Verbraucherliquidität bremsen gesundes Wachstum beim Verbrauch von Konsumgütern und Dienstleistungen.

Wir leben in einer Wirtschaft, die vom Konsum getragen wird. Siebzig Prozent unseres BIP sind von den Verbrauchern abhängig. Wenn die Einkommen nicht steigen, wenn die Verbraucherverschuldung seine Grenzen hat und wenn das Vertrauen niedrig ist, dann ist der Konsument nicht mehr in der Lage, durch Konsum für tragfähiges Wachstum zu sorgen. Es ist also gar nicht möglich, dass sich die Wirtschaft erholt hat; das wird auch in Zukunft nicht passieren.



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