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Warum der Goldpreis steigen wird

10.10.2015  |  Gary E. Christenson
1. Krieg in Syrien, der Ukraine, dem Nahem Osten, dem Südchinesischen Meer und an anderen Orten wird mit jedem Monat wahrscheinlicher. Die Geschichte zeigt uns, dass Kriege zu Inflation führen, weil die Regierungen sie mit Krediten und Fiatwährungen finanzieren. Die Rohstoffpreise steigen in Kriegszeiten dagegen an.

Wir wollen natürlich, dass der Goldpreis nach oben klettert, ohne dass es zu militärischen Auseinandersetzungen kommt, aber die herrschende Klasse wird alles tun, was nötig ist, um ihre Macht und ihren Wohlstand auszuweiten. Und wenn dafür Kriege geführt werden müssen, dann können Sie davon ausgehen, dass es mehr Kriege geben wird.

Wenn Armeen in der Vergangenheit in fremden Ländern einmarschierten, woran hatten sie dann ein größeres Interesse, der Konfiszierung von Papiergeld oder der Konfiszierung von Gold? Wer will schon Fiatgeld, wenn dessen Wert sich in einer Abwärtsspirale immer weiter dem Nullpunkt annähert? In unruhigen Zeiten ist Gold das begehrtere Asset, nicht wertlos werdende Papierwährungen, die von insolventen Staaten und Zentralbanken herausgegeben werden.

2. Die Zentralbanken werden die Kontrolle über die Zinssätze verlieren, und das wird das globale Währungssystem enormen Risiken aussetzen. Wenn steigende Zinsen die zahlungsunfähigen Regierungen dazu zwingen, ihre Schulden immer aggressiver zu monetarisieren und ihre Währungen immer weiter abzuwerten, ist ein enormer Anstieg der Goldpreise zu erwarten.

Das Risiko, dass die Zinssätze wieder angehoben werden, ist nicht zu vernachlässigen - es sei denn, Sie glauben, dass die Zentralbanken die Zinsen jahrzehntelang bei fast Null halten können, ungeachtet dessen, was die Märkte, Investoren und die Allgemeinheit für angebracht halten.

3. Infolge der steigenden Zinssätze wird es an den Derivatemärkten ein Desaster geben - der Sektor ist eine tickende Zeitbombe. Und die Sicherung wurde wahrscheinlich schon entfernt ...

Die Höhe der ausstehenden Zinsderivate beläuft sich derzeit auf mehr als 500 Billionen US-Dollar. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Banken mit ihren Provisionen bereits ordentlich abgesahnt und die Derivate-Kontrakte mit viel zu geringen Sicherheitsleistungen unterlegt haben.

Der theoretische Konzept dahinter ist, dass diese Derivate die Kreditnehmer vor dem Risiko zukünftiger Zinsanhebungen schützen, so wie man bereits 2008 dachte, dass die Derivate einen Schutz vor Ausfällen von Sub-Prime-Krediten am Immobilienmarkt bieten.

Im Jahr 2008 ist dieser Plan grandios gescheitert: Das Finanzsystem wäre fast “eingefroren“, die Fed druckte in Windeseile 16 Billionen neue Dollars, Swaps, Garantien und andere Papierassets für die Bail-outs. Die Gesamthöhe der Schulden stieg dramatisch, doch eine Erholung der Wirtschaft blieb aus.

Der Umfang der gehebelten Assets ist mittlerweile höher als im Jahr 2008, die Schulden haben um weitere 60 Billionen US-Dollar zugenommen und die Derivate, die die Kreditnehmer “schützen“ sollen, sind auf ein Vielfaches ihres Volumens von 2008 angewachsen.

New York, London, Brüssel, Frankfurt, Tokio - wir haben ein Problem. Dieses Problem ist in der Struktur des Finanzsystems begründet und es wächst von Tag zu Tag und wird immer gefährlicher. Die Schneeflocke, die die Lawine der finanziellen Vernichtung auslösen wird, könnte jeden Moment fallen - oder auch erst in einigen Jahren.

Solange die Regierungen nicht eine zerstörerische, deflationäre Rezession zulassen, die aus einer solchen Implosion folgen würde, werden die Zentralbanken wahrscheinlich noch hunderte Billionen Geldscheine drucken, um das Problem zu vertuschen. Der Wert dieser Geldscheine wird dabei immer weiter fallen und die Kaufkraft aller Spareinlagen wird von der Inflation aufgefressen, während der Goldpreis steigt.

Setzen Sie Ihr Vertrauen also entweder in Gold (und Silber) ... oder verlassen Sie sich darauf, dass Ihre Vermögenswerte und Ersparnisse sowie deren Kaufkraft von den Bankern, Politikern und Fiatwährungen geschützt wird. Diese Wahl sollte nicht sonderlich schwer fallen.

Aus einem Artikel von Daniel Ameriman:

“Man könnte sogar sagen, dass die Finanzinstitute durch die Schaffung eines so surreal hohen Risikoniveaus die Regierungen im Grunde erpressen, damit diese sicherstellen, dass sie niemals etwas auszahlen müssen. Die Regierungen lassen das zu, weil 1) Insider mit guten Beziehungen damit hohe Gewinne erzielen, 2) das System noch nicht zusammengebrochen ist und 3) die Wähler keinen blassen Schimmer haben, was eigentlich passiert.

Für die Derivate existieren ein kunstvoll ausgefeiltes Vokabular und komplexe mathematische Formeln, die weit über das Wissen der meisten Finanzexperten hinausgehen, vom Rest der Bevölkerung ganz zu schweigen. Geschaffen werden sie von den größten und angesehendsten Finanzgesellschaften der Welt.

Doch sobald man hinter die Fassade aus Schichten von undurchdringlicher Mathematik, Termini, “Fachkenntnissen“ und dem Anschein von überwältigender Finanzautorität blickt, bleibt nichts übrig, als ein ganz gewöhnlicher Versicherungsschwindel, d. h. es werden Prämien für Policen kassiert, die nicht erfüllt werden können. Und falls bei diesem Betrug etwas schiefgeht, sind wir es alle als Steuerzahler und Anleger, die dafür zahlen müssen.“



Der Goldpreis wird also steigen, weil ...

  • es Kriege geben wird, die mit weiteren Krediten finanziert werden, wodurch die Kaufkraft unserer Fiatwährungen unweigerlich vernichtet wird.

  • insolvente und hoffnungslos überschuldete Staaten viel höhere Kredite aufgenommen haben, als sie jemals in vorhanden Dollars, Euros, Pfund und Yen zurückzahlen können und die Zentralbanken deshalb noch mehr Geldscheine drucken und die Währungen abwerten werden.

  • es unwahrscheinlich ist, dass die Zinssätze ungeachtet der Märchen, die von den Politikern und Bankern verbreitet werden, mehrere Jahrzehnte lang auf diesem historisch niedrigen Niveau bleiben können.

  • der nahende Hurricane des unausweichlichen Derivate-Desasters die Finanzkrise von 2008 wie einen warmen Sommerregen wirken lassen wird.

  • “wir alle dafür zahlen müssen, falls bei diesem Betrug etwas schiefgeht.“

  • die Geschichte zeigt, dass das Vertrauen der Menschen in Gold und Silber größer ist, als ihr Vertrauen in Fiatwährungen. Die Wahl sollte den meisten also nicht schwer fallen.

Wenn sich der Trend am Goldmarkt tatsächlich umkehrt (fragen Sie die Hochfrequenz-Trader nach einem genauen Datum), dann wird der Anstieg höchstwahrscheinlich sehr rasant sein und die Kommentatoren der Finanzwelt zu Aussagen wie “Niemand hat das kommen sehen ...“ bewegen.


© GE Christenson
aka Deviant Investor

Dieser Artikel wurde am 06. Oktober 2015 auf www.goldsilverworlds.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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