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Gold - Vorsicht

19.10.2015  |  Clive Maund
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Gold und Silber sind in der Ausgangsposition für eine Gegenbewegung nach unten. Das impliziert, dass der Dollar neue Stärke zeigen wird. In letzter Zeit konnten wir das Nachgeben des Dollarindex beobachten, der wieder zurück auf sein wichtiges Unterstützungsniveau bei 92,5-93 Punkte fiel. Sollte er diese Linie nach unten durchbrechen, wäre anschließend von einem potentiell steilen Einbruch auszugehen.

Da der COT Report für die Edelmetalle jedoch eine signifikante Verschlechterung dieses Sektors zeigt, während sich die COT-Zahlen für den Dollar deutlich verbessert haben, sieht es so aus, als würde die Unterstützung des Dollar zumindest vorerst standhalten und wahrscheinlich eine Rally hervorbringen. Darauf würden der Edelmetallsektor natürlich reagieren.

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In einigen Kreisen ist der Glaube weit verbreitet, dass die US-Notenbank Fed einen Einbruch des Dollarkurses begrüßen würde, weil das die Exporteure der USA entlasten und der Wirtschaft im Allgemeinen zu Gute kommen würde.

Wer dieser Ansicht ist, versteht die Prioritäten der Fed nicht. Diese liegen beim Schutz der Interessen der Großbanken und der Wall Street, zu denen die Notenbank eine sehr enge und vertraute Beziehung hat. Wenn man die aufgeblähte Bilanz der Fed selbst bedenkt, liegt der Schluss nahe, dass sie kein Interesse an einer Zinserhöhung haben kann, denn diese würde ihr angesichts der Höhe ihrer eigenen Schulden einige Probleme bereiten und dem Aktienmarkt zudem den Teppich unter den Füßen wegziehen.

Die Fed ist also ganz zufrieden mit einem starken Dollar, denn der verschafft ihr einen Puffer für das Verschieben der Zinsanhebungen. Welche Auswirkungen der hohe Dollarkurs auf die Sparer, Exportunternehmen oder die Wirtschaft hat, ist der Fed gleichgültig - das ist deren Problem. Es ist nicht bekannt, welche Hebelwirkungen die Fed wirkungsvoll einsetzen kann, um einen Absturz des Dollars zu verhindern.

Sollte es ihr allerdings auf die eine oder andere Art gelingen, die weitere Auflösung des globalen Carry Trades voranzutreiben, z. B. durch eine Manipulation der Wahrnehmung mittels der kontrollierten Medien, könnte die Fed die Märkte dazu bringen, die Schwerstarbeit zu übernehmen, damit sie selbst kaum eingreifen muss, um einen Einbruch des Dollars zu verhindern.

Der letzte COT-Bericht deutet darauf hin, dass die aktuelle Edelmetall-Rally sich nun bald umkehren wird. Das impliziert eine Rally des Dollar heraus aus der Gefahrenzone am unteren Rand des Trendkorridors, bedeutet aber nicht, dass Dollar nicht später noch abstürzen kann. Kurzfristig ist jedoch damit zu rechnen, dass auch den anderen Rohstoffen ein Preisschwung nach unten bevorsteht.


© Clive Maund
www.clivemaund.com


Der Artikel wurde am 18.10.15 auf www.clivemaund.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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