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Worst-Case-Szenario der Weltwirtschaft in Sichtweite

19.11.2015  |  Andrew Hoffman
Erst am vergangenen Mittwoch schrieb ich darüber, das die Zahl der entsetzlichen Schlagzeilen parabolisch zunimmt, während die Naturgesetze der Wirtschaft kurz vor einem endgültigen Sieg stehen. Die Propaganda der Führungskräfte und Eliten und ihre Bemühungen, zu verheimlichen, dass die Wirtschaftslage schlechter ist, als je zuvor in unserem Leben, versagen nicht nur kläglich, sie machen die Situation auch mit jedem Tag noch schlimmer. Es ist ein bisschen wie in dem Film "Fargo", in dem eine einfache Geiselnahme zu einem grausigen Massenmord führt.

Am Freitag musste Frankreich seine eigene Version des 11. September erleben. Die mutmaßlichen Täter gehören diesmal - wenn das Bekenntnis zu den Anschlägen echt ist - zum IS, einer radikalen, islamistisch-nationalistischen Vereinigung, die als Antwort auf die Taktik der USA im Nahen Osten entstanden ist, erst zu schießen und dann die Fragen zu stellen.

Obwohl George Bush zugegeben hat, dass Saddam Hussein nichts mit dem schlimmsten Terroranschlag der amerikanischen Geschichte zu tun hatte, und dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen besaß, haben wir 14 Jahre nach dem 11. September 2001 noch immer Truppen im Nahen Osten stationiert - ein sinnloses und beschämendes Unterfangen, bei dem bereits mehr als 10.000 alliierte Soldaten ums Leben kamen, die meisten von ihnen Amerikaner. Ganz zu schweigen von den mehr als 100.000 Verletzten und den zahllosen anderen Menschen, deren Leben von den Militäreinsätzen negativ beeinflusst wurde, wie beispielsweise die Familien der dort stationierten Truppen.

Dazu kommen noch die mehr als 500.000 Iraker, die Schätzungen zufolge in den Kampfhandlungen oder bei Terroranschlägen getötet wurden, sowie der "Kollateralschaden" eines völlig zerstörten Nationalstaates - dabei hatte Bush die Mission schon vor zwölf Jahren als "erfolgreich beendet" erklärt. Dieser Krieg hat nebenbei bemerkt 2 Billionen USD gekostet, plus Sozialleistungen in Höhe von etwa 4 Billionen USD, die in den Veteranen in den kommenden Jahrzehnten zustehen.

Die Kosten für den Wiederaufbau des Landes und der irakischen Kultur werden noch einmal mindestens genauso hoch sein. Es überrascht also kaum, wenn der ein oder andere unter Umständen ziemlich wütend auf die Verantwortlichen ist. Selbstverständlich billige ich die neusten Anschläge in keiner Weise - sie zählen zu den verabscheuenswürdigsten und niederträchtigsten Taten, deren wir in unserem Leben Zeuge wurde. Allerdings finde ich sie nicht sonderlich überraschend, zumindest wenn man davon ausgeht, dass die offizielle Version der Geschichte korrekt ist.

Ich komme noch einmal auf die Anschläge in Paris zurück, aber ich werde diesen Artikel nicht in einen politischen Kommentar verwandeln. Mein Fokus liegt wie immer auf den wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der aktuellen Ereignisse. Diese werden nun ohne Frage eine exponentielle Ausweitung der historischen Gelddruckorgie involvieren, die unsere Welt in rasantem Tempo umkrempelt und dabei nur einer immer weiter schrumpfenden Elite, den "1%", zu Gute kommt - auf Kosten aller anderen.

Als mein Kollege John Rubino letztes Wochenende schrieb, dass uns praktisch in allen Bereichen und aus allen Teilen der Welt schreckliche Nachrichten erreichen, wurde mir bewusst, dass der parabolische Anstieg der Horror-Schlagzeilen sich bereits in die einzige Wachstumskurve verwandelt hat, die noch steiler ist: eine hyperbolische Kurve.

Anders gesagt ist das Worst-Case-Szenario für die Wirtschaft ganz klar in Sichtweite. Falls - oder vielleicht eher wenn - sich die IS-Krise nicht länger auf das Epizentrum in Syrien eingrenzen lässt, sondern auf die globale Ebene übergreift, wird das für all jene, die versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ihre Familien zu ernähren und die Ersparnisse ihres Lebens vor den verheerenden Auswirkungen der durch die Politik der Zentralbanken entstandenen (Hyper-)Inflation zu schützen, der Summe all ihrer wirtschaftlichen Sorgen und Ängste gleichkommen.

Ich hielt es nicht für möglich, dass eine verdummende Nation, die derart besessen von "Brot und Spielen" wie den Ultimate Fighting Championships ist, überhaupt noch dazu in der Lage ist, ihre Aufmerksamkeit von Ronda Rouseys Niederlage auf etwas Reales zu lenken. Die Geschehnisse in Frankreich haben jedoch genau das bewirkt. Die weltweiten Folgen der Ereignisse werden zweifellos ebenso erschreckend sein, vor allem in Europa.

Die Auflösung der vom Pech verfolgten und unter ungünstigen Vorzeichen in Leben gerufenen Wirtschaftsunion könnte dort noch das geringste Problem darstellen. An diesem Wochenende schrieb Michael Pento, dass "die Umsetzung radikaler Maßnahmen kurz bevorsteht, während Chaos ausbricht und die Welt in einer Depression versinkt." Ich sehe das ganz genauso, wie ich auch in meinem Audioblog-Beitrag am vergangenen Donnerstag erklärte:

"Ich treffe nicht gern 'Vorhersagen', aber ich bin mir sicher, dass Europa, so wie wir es kennen, in einem Jahrzehnt nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. Wenn der Euro bis dahin überlebt, wäre ich schockiert, trotz all der Maßnahmen, mit denen er um jeden Preis gerettet werden soll. [...] Die ausgeprägt gegenläufigen Tendenzen, die wir derzeit auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene beobachten, werden zum Auseinanderbrechen des europäischen Wirtschafts- und Handelsblocks führen und eine Zeit der wirtschaftlichen Depression einleiten, in der isolationistische, protektionistische und nationalistische Bewegungen mit wahrscheinlich stark ausgeprägten sozialistischen Anschauungen die Führung übernehmen."


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