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Noch ein tieferes Tief?

26.11.2015  |  Avi Gilburt
Die Stille ist ohrenbetäubend. In den letzten vier Jahren führte jedes neue Tief der Edelmetalle und Bergbauunternehmen Woche um Woche dazu, dass zahlreiche Marktbeobachter behaupteten, der Boden sei erreicht. Während der aktuellen Tiefs war die Stille jedoch auffällig. Sind sich so viele sicher, dass Gold noch deutlich unter 1.000 USD einbrechen wird? Waren im Jahr 2011 nicht genauso viele fest davon überzeugt, dass Gold über 2.000 USD steigen würde? Ich kann Ihnen zumindest sagen, dass die Zahl derer, die einen Goldkurs von weniger als 1.000 USD erwarten, mittlerweile so stark gestiegen ist, dass man die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass sie alle enttäuscht werden.

Es kommt immer ein Punkt, an dem ein Markt aufgrund einer heftigen Korrekturbewegung so stark ausgedünnt ist, dass es an der Zeit ist, wieder in die andere Richtung zu blicken. Im Metallsektor könnte es langsam soweit sein. Ich habe zwar noch keine Bestätigung dafür, dass der Tiefststand tatsächlich erreicht wurde, aber wir sehen Anzeichen dafür, dass der Markt reif für die Bildung eines langfristigen Bodens ist.

Letzte Woche hatte ich die Ehre, ein Interview mit Doug Eberhardt zu führen, einem Metall-Großhändler. Wenn Sie wie ich glauben, dass die Märkte einen langfristigen Boden bilden, sollten Sie sich anhören, was er zu sagen hat. Weil ich wie erwähnt denke, dass der Boden sich bereits bildet, sollten Käufe im Edelmetallsektor jetzt ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Die Kurse haben nun endlich die Bereiche erreicht, für die ich bereits vor mehreren Jahren ein Kaufsignal gegeben hatte (siehe Charts).

Ich erinnere mich daran, dass viele dachten ich sei verrückt, als ich diese Zielbereiche vor 2-3 Jahren bestimmte. Meine Kursziele waren zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich, weil sie weit unter den damaligen Marktpreisen lagen. Sie werden sich vielleicht daran erinnern, dass der GLD vor drei Jahren noch bei mehr als 150 Punkten notierte. Ich hatte aber bereits das Niveau von etwa 100 Punkten im Visier, nachdem das mögliche Aufwärtsszenario fehlschlug. Als ich dann auch noch für Silber das Kursziel von 14 USD nannte, als der Preis bei etwa 30 USD lag, glaubten die Leute, die ich wäre vollkommen durchgedreht.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass der GLD bis in den Bereich von etwa 75 Punkten fällt, jetzt geringer ist, bin ich der Ansicht, dass es Zeit ist zu handeln. Ab sofort sollten tiefere Tiefs gekauft werden. Die Kurse notieren derzeit im unteren Bereich der Zielregion, die wir schon vor Jahren bestimmt haben, sogar noch bevor die Edelmetalle ihr absolutes Hoch erreicht hatten. Daher denke ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Sehen Sie es mal so: Gold ist im Moment fast 50% günstiger als 2011 und bei Silber sparen Sie sogar 75%. Würden Sie eine solche Gelegenheit bei anderen Dingen, die Sie kaufen wollen, nicht sofort nutzen, selbst wenn es sich dabei um etwas handelt, das im Laufe der Zeit an Wert verliert, einem Auto beispielsweise, oder einem Kleidungsstück? Warum sollten Sie sich jetzt anders verhalten, insbesondere wenn das, was Sie kaufen innerhalb der nächsten zehn Jahre wahrscheinlich an Wert gewinnt?

Nach dem Interview mit Doug am Mittwochabend hat sich unser Analystenteam zusammengesetzt und alle Minengesellschaften überprüft, die wir während der letzten zwei Monate getrackt haben, seitdem wir unser Minen-Portfolio eröffnet haben. Uns fiel auf, dass die Kurse vieler Unternehmen bereits einen soliden, potentiell langfristigen Boden gebildet haben, was uns dazu veranlasste, mehr als 30% des Kapitals in diesen Komplex zu investieren, wobei wir den Großteil davon auf die Unternehmen verteilten, bei denen wir die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Bodenbildung als hoch einschätzen. Doch während der GDX einen langfristigen Boden möglicherweise bereits gebildet hat, lässt die Entwicklung am Freitag eher darauf schließen, dass wir uns noch immer in der vierten Welle des Abwärtstrends befinden. Die Ausgangslage am Freitag schließt eine weitere Rally in der nächsten Woche jedoch nicht aus. Die Frage ist, ob der Widerstand hält.

Da es noch immer einige Minengesellschaften gibt, die ihr absolutes Tief anscheinend noch nicht erreicht haben (beispielsweise RGLD), werde ich den GDX sehr aufmerksam beobachten. Angesichts des starkes Pullbacks am Freitag bin ich noch immer etwas skeptisch, ob wir uns schon in der Talsohle befinden, auch wenn die Mindestanzahl an Wellen für eine Bodenbildung bereits erreicht wurde. Wir müssen abwarten, wie der Markt sich entwickelt, denn es fiel mir sehr schwer, zu entscheiden, ob beim GDX noch ein tieferes Tief zu erwarten steht.

Was Silber und Gold betrifft ist es sehr wahrscheinlich, dass die beiden Edelmetalle zumindest noch einmal tiefer fallen, bevor sie ihren Boden schließlich bilden. Nach langem Überlegen gehe ich noch immer davon aus, dass wir derzeit die vierte Welle innerhalb des letzten Abwärtstrends des GDX, des GLD und des Silberkurses erleben. Er erste Widerstand liegt für den GDX vorerst bei 14,40-14,55 Punkten, für den GLD bei 104,75-105,25 Punkten und für Silber bei 14,50-14,75 USD. Solange diese Widerstandsniveaus nicht nach oben durchbrochen werden, rechne ich bei diesen drei Assets mit einem weiteren tieferen Tief.


© Avi Gilburt


Der Artikel wurde am 21. November 2015 zuerst für Abonnenten von www.elliotwavetracker.net veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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