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Der kommende Silberboom: Die Investitionsnachfrage wird den Markt überschwemmen

17.03.2016  |  Steve St. Angelo
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Die Berechnungen der CMP Group zur Investitionsnachfrage werden zudem als "Ergänzungen" bezeichnet. Warum sollte es sich dabei nur um einen Nachtrag handeln? Und wo ist die Investitionsnachfrage nach Silberbarren aufgeführt? Ich sage es nicht gerne, aber im Vergleich zu den Daten, die das GFMS-Team von Thomson Reuters in ihren Wold Silver Surveys veröffentlicht, lassen die Kalkulationen der CMP Group doch sehr zu wünschen übrig.

Der Medienmitteilung des Silver Institute zum Silver Interim Report zufolge, veröffentlichte GFMS Thomson Reuters die folgende Tabelle zu Angebot und Nachfrage am Silbermarkt:

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Wie wir sehen können, leistet dieses Team bei der Verwertung der Daten erstklassige Arbeit und zieht auch die Nachfrage nach Silbermünzen und -barren vom Gesamtangebot ab. Dadurch erhalten die Analysten zunächst einen Jahresüberschuss bzw. ein Jahresdefizit an physischem Silber (Physical Surplus/Deficit). Ich habe diese Zeile nicht extra hervorgehoben, weil sie direkt unter der physischen Gesamtnachfrage steht. Diese Zahlen passen sie anschließend entsprechend der Änderungen in den physischen Silberbeständen der ETFs und der Börsen an, je nachdem ob diese angewachsen sind oder abgenommen haben. So gelangen sie schließlich zum Endergebnis, der gelb markierten Netto-Bilanz.

Diese Bilanz zeigt den tatsächlichen Überschuss bzw. Fehlbetrag am Silbermarkt an. Wie Sie sehen, zeigen die Daten des GFMS-Teams nur Defizite soweit das Auge reicht. Nunja, zumindest in den letzten zehn Jahren. Anhand dieser Zahlen (und der Daten aus den Jahren 2004 und 2005) habe ich den folgenden Chart erstellt:

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Wenn wir uns also auf professionelle Berechnungen beziehen, stellen wir fest, dass sich seit 2004 ein Netto-Defizit in Höhe von 1 Milliarde Unzen am Silbermarkt angehäuft hat. Mir ist völlig unklar, wie Mr. Christians angesichts dieser Datenlage davon sprechen kann, dass am Silbermark ein Überangebot bestehe. Wahrscheinlich verwendet der Analyst bei seinen offiziellen Angaben gegenüber der Presse nicht ganz eindeutige Formulierungen.

Es gibt mit Sicherheit gute Gründe dafür, dass er die Investmentnachfrage nach Silber in seinen Kalkulationen nicht berücksichtigt, und dass er negativer über Silber berichtet, als andere Marktbeobachter. Aber die obenstehenden Daten machen deutlich, dass er - im Gegensatz zu den Mitarbeitern von GFMS - einfach nur völligen Bockmist über den Silbermarkt erzählt.

Entschuldigen Sie bitte, dass ich so deutlich werde, aber die Zahlen belegen ganz klar, wer hier im Unrecht ist.


Der kommende Silberboom: Die Investitionsnachfrage wird den Markt überschwemmen

Einige Leser halten den Titel eventuell für übertrieben reißerisch. Ja, vielleicht...aber er ist dennoch wahr. In meinen Artikeln und Interviews habe ich unzählige Male darauf hingewiesen, dass die Investitionsnachfrage künftig der treibende Faktor hinter der Entwicklung der Silberpreise sein wird, nicht die industrielle Nachfrage. Jeff Christians tendiert dagegen dazu, sich einzig auf die Industrienachfrage zu konzentrieren.

Ja, es stimmt, dass der Silberbedarf der Industrie sinkt und weiter sinken wird. Nach Angaben von GFMS Thomson Reuters wurden 2010 noch 645 Mio. Unzen Silber in der industriellen Produktion benötigt, doch 2015 war diese Zahl auf 570 Mio. Unzen gefallen. Die rückläufige Nachfrage seitens der Fotografiebranche, die ebenfalls in diese Kategorie fällt, spielt dabei sicherlich eine Rolle. Vergessen Sie jedoch nicht, dass ein großer Teil des in der Fotografie verwendeten Silber wiedergewonnen wird. Geht die Nachfrage zurück, sinkt auch die Menge des recycelten Silbers.

Ich wiederhole es also noch einmal für alle Mainstream-Silberanalysten da draußen: Vergessen Sie die Industrienachfrage als ausschlaggebenden Faktor für die zukünftige Entwicklung des Silberkurses. Sie spielt keine entscheidende Rolle. Der Schlüssel zum Silbermarkt wird die Investmentnachfrage sein und ich habe einen Chart, um das zu beweisen:


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