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Gold oder Goldunternehmen - was zahlt sich aus?

11.05.2016  |  Nick Barisheff
Gold dient seit Tausenden von Jahren als Geld und als Mittel zur sicheren Aufbewahrung von Vermögen. Die Menschen begehren das gelbe Metall und sie führten Kriege, um es in ihren Besitz zu bringen. Seit etwa 45 Jahren haben die Bewohner westlicher Staaten eine gemischte Sichtweise auf Gold. Eine Minderheit der Bevölkerung versteht, dass das Edelmetall einen monetären Vermögenswert darstellt und man zur Versicherung des eigenen Vermögens etwas davon besitzen sollte. Der größere Teil der Bürger ist infolge der Darstellung in den von der Mehrheit genutzten Informationsquellen jedoch verwirrt.

Viele Menschen betrachten Gold als riskante Anlageoption, obwohl physisches Gold in Wirklichkeit gar kein Investment ist, sondern die reinste Form des Geldes. Wie jede in einem Tresor verwahrte Fiatwährung generiert auch Gold weder Zinsen noch Rendite. Investoren betrachten die Aktien der Goldunternehmen oft aus dem gleichen Blickwinkel, wie das Edelmetall selbst. Goldaktien sind Investitionen, und von Zeit zu Zeit können sie sich als gute taktische Investments erweisen. Die Eigenschaften von Goldbullion und den Unternehmensaktien unterscheiden sich jedoch grundlegend. In mancherlei Hinsicht sind diese Unterschiede mit denen zwischen einer Versicherung und Anteilen an einer Versicherungsgesellschaft vergleichbar.

Es ist wichtig, die Rolle von Gold als Geld im Vergleich zu den Fiatwährungen zu verstehen. Die Regierungen und Zentralbanken arbeiten hart, um sicherzustellen, dass die Bürger das Vertrauen in ihre durch Schulden gedeckten Papierwährungen und in die Wirtschaft im Allgemeinen behalten. Die Botschaften, die die Wall Street in Bezug auf die Wirtschaft und die Stärke des US-Dollars sendet, müssen optimistisch bleiben, denn wenn Menschen unsicher und skeptisch sind, investieren sie nicht in Finanzprodukte. Daraufhin müssen die Unternehmen ihre Ausgaben beschränken und es entsteht ein negativer Rückkopplungseffekt.

Finanzierungen sind der Lebenssaft der Wall Street, daher wird sie immer "Anlass zur Hoffnung" und eine "baldige Erholung" sehen. Das war auch in den Jahren 1929, 2000 und 2008 so, als sich die Märkte weit und breit in freiem Fall befanden. Konsumentenausgaben und Bankenkredite halten das Fiat-Hütchenspiel am Laufen, doch wenn die Menschen sich um ihre finanzielle Zukunft sorgen, nehmen sie keine Kredite auf und reduzieren ihre Ausgaben. Gold dient in diesem Kontext als unbequemer und unwiderlegbarer langfristiger Indikator für den wahren Zustand der Wirtschaft und muss daher in Verruf gebracht werden.

Geld hat drei essentielle Eigenschaften: Es muss sich zur Aufbewahrung von Vermögen eignen, es muss als Tauschmittel akzeptiert sein und es muss als Recheneinheit dienen, d. h. es muss teilbar sein und alle Einheiten müssen den gleichen Wert haben. Die Fiatwährungen haben als Mittel zur Konservierung von Vermögen versagt und sie verfügen über keinerlei inneren Wert. Wie viel kostet es, Nullen und Einsen in einen Computer zu tippen oder auf ein Stück Papier zu schreiben? Sicherlich weniger, als kilometertief ins Erdreich vorzudringen und aus einer Tonne Gestein zwei Gramm Gold zu gewinnen.

Die US-Notenbank Federal Reserve wurde 1913 gegründet. Vom Zeitpunkt der Gründung bis zum heutigen Tage hat der US-Dollar etwa 98,2% seiner Kaufkraft verloren. Gold dagegen konnte diese Kaufkraft behalten und sein Preis stieg von 20,64 US-Dollar im Jahr 1913 auf aktuell mehr als 1.250 Dollar. Zu allen Zeiten, sei es im Römischen Reich, im Jahr 1913 oder heute, konnte ein Mann mit einer Unze Gold ein Paar Schuhe, einen Anzug und eine Tasche kaufen (oder etwas Vergleichbares).

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Die weitverbreitete Fehlvorstellung, Gold und die Goldunternehmen wären ähnliche Investments, beruht auf der wechselseitigen Beziehung zwischen beiden. Die Minengesellschaften haben einen Anspruch auf das Gold in der Erde oder es befindet sich direkt in ihren Besitz. Die Goldvorkommen müssen gefördert, aufbereitet und anschließend zu einem Preis verkauft werden, der mindestens die Betriebskosten deckt, damit das Unternehmen rentabel bleibt. Gold im Boden ist völlig anders als Gold in Münzform, welches leicht transportiert und von einem Verkäufer an einen Käufer übergeben werden kann.

Die goldfördernden Unternehmen sind abhängig vom Goldpreis in den Fiatwährungen. Wenn der Preis zu niedrig ist, kann die Minengesellschaft das Edelmetall nicht aus der Erde gewinnen, weil es nicht wirtschaftlich wäre. Folglich werden die Aktien des Unternehmens zu niedrigeren Kursen gehandelt oder die Minengesellschaft geht sogar bankrott. Je höher der Goldpreis steigt, desto rentabler wird es, auch Vorkommen mit einem niedrigen Goldgehalt zu fördern.

Wenn der Kurs des gelben Metalls nach oben klettert, steigt oft auch der Wert der Minenaktien deutlich an - oft, aber nicht immer. Unten sehen Sie einen Chart des Goldaktienindex HUI, der die weltweit besten, nicht über Terminmärkte abgesicherten Goldproduzenten umfasst, im Vergleich zur Entwicklung des physischen Goldpreises.

Zwischen 2003 und 2007 war die Performance der Goldaktien zwar gut, doch in den vergangenen 20 Jahren verzeichnete der Index insgesamt einen Verlust von 13,9%, während der Goldkurs 233% im Plus liegt.

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Die 1970er Jahre sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich Gold und die Aktien der Goldproduzenten in Zeiten der Inflation entwickeln. In den späten 1960er Jahren eskalierte der Vietnamkrieg unter der Regierung von Lyndon Johnson und die staatlichen Sozialleistungen wurden ausgebaut. Die veranlasste die Regierung dazu, immer größere Haushaltsdefizite in Kauf zu nehmen. Vor 1971 war der US-Dollar, die Reservewährung der Welt, zum Kurs von 35 USD je Unze an physisches Gold gebunden. Verschiedene Länder begannen, ihre Dollarreserven gegen Gold einzutauschen.

Die Goldmengen, die infolgedessen ausgeliefert wurden, waren langfristig nicht tragbar, daher schloss Richard Nixon 1971 das "Goldfenster" und nahm anderen Staaten damit die Möglichkeit, ihre Dollars gegen Gold zu tauschen. Die Inflation schoss in die Höhe, während die US-Regierung ihre Schulden durch die Finanzierung nicht nachhaltiger Ausgaben enorm steigerte. Bis 1980 war der Goldpreis auf 850 $ je Unze geklettert. Der Preis hatte auf die veränderten Umstände reagiert und war proportional zum einbrechenden US-Dollar gestiegen.


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