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Gold bei 12.000 $ und Silber bei 360 $ - völlig illusorisch?

13.08.2016  |  Steve St. Angelo
Der Wert aller globalen Finanzanlagen ist heutzutage stärker aufgebläht, als je zuvor, wie aus einem entsprechenden Bericht von The City UK hervorgeht. Den jüngsten verfügbaren Daten zufolge hat die Gesamtheit aller konventionellen, von Fonds verwalteten Vermögenswerte im Jahr 2014 die Höhe von 105 Billionen US-Dollar überstiegen. Das sind eine ganze Menge zukunftsbezogene, papierne Forderungen.

Zum Leidwesen der meisten Investoren wird sich der Großteil dieser angeblichen Vermögenswerte wieder in das Nichts auflösen, aus dem sie geschaffen wurden. Schöne, bunte Seifenblasen sind etwas für Kinder, die gerne damit spielen können - aber sie sind nicht für den Gebrauch von Erwachsenen in der Finanzindustrie gedacht.

Trotzdem ist das globale Finanzsystem heute durch das massenhafte Auftreten toxischer Blasen vergiftet, die in allen Ecken der Erde zum Vorschein kommen. Wenn die erste wirklich große Spekulationsblase schließlich platzt, sollten Sie auf der Hut sein.


Gold und Silber sind nur Peanuts im Vergleich zu anderen Finanzassets

Den folgenden Chart habe ich mit Hilfe der Zahlen erstellt, die ich auf Sharelynx.com gefunden habe. Den Daten nach machen Goldanlagen gerade einmal 0,58% der weltweiten finanziellen Vermögenswerte aus, während der Anteil von Silber gerade einmal erbärmliche 0,013% beträgt.

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Obwohl Gold nur einen Anteil von etwas mehr als einem halben Prozent an der Gesamtheit der globalen Finanzassets hat, ist das noch immer 45mal höher als der Anteil der Silberinvestments. Aus diesem Grund hassen die Zentralbanken Silber noch viel mehr als Gold. Warum? Ganz einfach, weil nur sehr wenige Notenbanken überhaupt noch Silberreserven besitzen und der Markt so winzig klein ist, dass der Silberpreis sofort extrem in die Höhe schießen würde, falls sich eine signifikante Anzahl von Fonds entschließen sollte, in das weiße Metall zu investieren.

Die nächsten beiden Charts zeigen, wie der Anteil der Gold- und Silberinvestments an den gesamten globalen Finanzanlagen in den Jahren seit 1980 zurückgegangen ist:

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1980 machten Goldanlagen noch 5% aller finanziellen Vermögenswerte aus, während Silber immerhin einen Anteil von 0,25% hatte. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte sollten diese Werte allerdings dramatisch sinken.

Der Anteil von Gold an den weltweiten Finanzassets ist heute neunmal geringer, als im Jahr 1980. Der Anteil von Silber ist sogar 20mal geringer. Die US-Notenbank Fed, die internationalen Zentralbanken und die Wall Street haben der Öffentlichkeit eine äußert erfolgreiche Gehirnwäsche verpasst, die zur Folge hatte, dass die Anleger sich aus echten Vermögenswerten zurückzogen und ihr Kapital stattdessen in das größte Ponzi-System der Geschichte investierten.


Gold bei 12.000 $ und Silber bei 360 $ - völlig illusorisch?

Sollten die Investoren beschließen, den Anteil ihrer Gold- und Silberanlagen wieder auf das Niveau von 1980 zu erhöhen, dann ergäbe sich Folgendes:

  • Gold: 1.300 $ x 9 = 12.000 $
  • Silber: 18 $ x 20 = 360 $

Bevor jetzt einige Leser beginnen, die Augen zu verdrehen und sich darüber zu beschweren, dass das nur ein weiterer Versuch ist, einen Edelmetall-Hype auszulösen, lassen Sie mich einige logische Argumente anbringen.

Viele Edelmetallanalysten, einschließlich Jim Rickards und Jim Sinclair, glauben, dass der Goldpreis auf über 10.000 Dollar steigen wird. Sie gründen ihre Vorhersagen auf die Annahme, dass all die Dollars, die zur Zeit im Umlauf sind, zu einem gewissen Teil mit Gold gedeckt werden. Je größer der goldgedeckte Anteil ist, desto höher muss auch der Goldpreis sein. 10.000 $ scheinen jedoch auch eine Art allgemein angenommener Basispreis zu sein, falls das Vertrauen in den US-Dollar merklich schwindet.

Die genannte Zahl von 12.000 $ je Unze Gold ist also nicht völlig verrückt. Ein Silberpreis von 360 $ würde bei einem Goldpreis von 12.000 $ zudem bedeuten, dass das Gold/Silber-Verhältnis bei 33:1 liegt. Im April lag dieses Verhältnis beispielsweise bei 31:1, als Gold zu 1.500 $ gehandelt wurde, und Silber bei 48 $ notierte. Ein Gold/Silber-Verhältnis von 33:1 ist also keineswegs absurd und im Falle eines Goldpreisanstiegs auf 12.000 $ sind 360 $ je Unze Silber durchaus möglich.

Ehrlich gesagt glaube ich, dass die künftigen Edelmetallpreise sogar noch unvorstellbarere Werte als 12.000 $ und 360 $ erreichen könnten. Das Platzen der riesigen Spekulationsblasen an den Finanzmärkten könnte dazu führen, dass die Anleger einen noch größeren Anteil ihres Kapitals in Gold und Silber investieren als im Jahr 1980.

Was würde denn geschehen, wenn die Anleger weltweit 10% ihres Vermögens in Gold und sagen wir 1-2% in Silber investieren wollten? Das scheint derzeit völlig undenkbar, doch wenn die großen Finanzinstitutionen eine nach der anderen pleite gehen und die Banker sich von den Dächern stürzen, dann werden sich viele Investoren mit Sicherheit wieder auf ihren gesunden Menschenverstand besinnen und entsprechende logische Investitionsentscheidungen treffen.

Wenn wir eine Art globales Lehman-Ereignis erleben, das die Welt in eine tiefe Depression stürzt, dann werden die Anleger die Sicherheit der Edelmetalle suchen. Unglücklicherweise wird das Angebot dann äußerst begrenzt sein und Gold und Silber werden nur zu viel höheren Preisen zu haben sein.


© Steve St. Angelo
(SRSrocco)


Dieser Artikel wurde am 30. Juni 2016 auf www.srsroccoreport.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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