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Goldaktien als sicherer Hafen in der Krise - eine Langzeitstudie

10.08.2016  |  Mark J. Lundeen
Was ist "richtiges Geld" für Sie? Ich schätze, für viele meiner Leser wären das Gold- und Silbermünzen, die das Papiergeld im Umlauf decken. Für Politiker und Ökonomen hat "richtiges Geld" jedoch eine ganz andere Bedeutung.

"Eine Milliarde hier, eine Milliarde da, und schon bald redet man von richtigem Geld." - Senator Everett Dirksen


Ich mag dieses Zitat von Senator Dirksen, der damit gegen die verschwenderische Geld- und Finanzpolitik der US-Regierung unter Präsident Johnson (1963 bis 1968) protestierte. Ich verstehe, was er gemeint hat. Wenn Washington weiter Milliarde um Milliarde ausgibt, die die Regierung gar nicht hat, dann wird das eines Tages zu einer Krise führen. Seit 1968 gab es davon mehr als genug, und alle wurden mit immer größeren Kapitalspritzen für die Finanzmärkte und mit immer größeren Ausweitungen der Geldmenge gelöst.

Eine Milliarde Dollar waren damals viel Geld. Selbst heute ist eine Milliarde für die meisten von uns noch sehr viel. Für den Vorsitzenden des Haushalts- und Finanzpolitikausschusses in den USA oder für eine Großbank, die am außerbörslichen Derivatemarkt Geschäfte in Billionenhöhe abschließt, ist eine Milliarde Dollar im Jahr 2016 dank der endlosen Inflation des Geldangebots allerdings nichts weiter als ein Rundungsfehler.

Für normale Sterbliche wie uns, und vielleicht sogar für die Politiker und Zentralbanker selbst, ist eine Milliarde noch immer ein sehr hoher Betrag. Im Jahr 1980 beliefen sich die Staatsschulden der USA auf 800 Milliarden Dollar, für damalige Zeiten eine schockierende Summe. Die gesamte Marktkapitalisierung der New York Stock Exchange lag im gleichen Jahr bei 1,2 Billionen USD. Im Fernsehen lief damals die 13-teilige Doku-Serie "Unser Kosmos" mit Carl Sagan. Wenn Mr. Sagan versuchte, die gigantischen Dimensionen des Universums zu veranschaulichen, sagte er "Milliarden über Milliarden", nicht "Milliarden mal Milliarden". Er vertraute darauf, dass zwei oder drei Milliarden Sterne, Galaxien oder Lichtjahre seinen Zuschauern die nötige Ehrfurcht vor der Weite des Weltalls einflößen würden.

Doch das war 1980. Heute sind "mehrere Milliarden" ein relativ üblicher Ausdruck, um das Privatvermögen eines typischen Soziale-Medien-Moguls zu beschreiben. "Milliarden über Milliarden" sind zwar immer noch beeindruckend, rufen aber bei Weitem nicht mehr das gleiche Staunen hervor wie noch vor einigen Jahrzehnten.

In der Vergangenheit habe ich darauf hingewiesen, dass die Inflation der Geldmenge nicht in Gold- und Silberinvestitionen fließt. "Marktexperten" und "Ökonomen" werden diese leicht beweisbare These zwar anfechten, aber das ist ganz einfach eine Tatsache. Die Notenbank Federal Reserve kontrolliert das Kreditsystem der Vereinigten Staaten, d. h. den Motor der Geldschöpfung. Aus diesem Grund kann ein Makler Ihnen einen Kredit für ein Einschusskonto geben, Banken können einer Familie eine Hypothek gewähren und Kreditkartenunternehmen können Ihren Sommerurlaub finanzieren. Aber keine einzige Institution innerhalb des von der Zentralbank verwalteten Systems wird Ihnen Geld leihen, damit Sie sich von der COMEX Gold- oder Silberbarren liefern lassen können.

Wohin all die neuen Währungseinheiten bei einer expansiven Geldpolitik fließen, wird vom Bankenwesen gesteuert. In den Zeiten, die wir als Bullenmärkte bezeichnen, gewähren die Banken üblicherweise Kredite für die Finanzmärkte, für Aktien, Anleihen und Immobilien. Solange die finanziellen Vermögensanlagen hoch im Kurs stehen, weil sie vom Bankensystem unterstützt werden, haben Gold und Silber für ihre Besitzer wenig Nutzen. Doch das trifft nicht immer zu.

Das Preisniveau von Gold, Silber und den Aktien der Minengesellschaften erhöht sich durch Deflation (Kapitalflucht) der zuvor zu stark aufgeblähten Aktien-, Anleihe- und Immobilienpreise. Aus allen inflationären Spekulationsblasen an den Finanzmärkten entweicht eines Tages die Luft.

Der Umfang der Kapitalflucht aus den sinkenden Finanzassets und der Kapitalströme, die infolgedessen in Gold, Silber und die Minenaktien fließen, hängt davon ab, wie stark die Inflation an den Finanzmärkten zuvor gewesen ist. Angesichts der horrenden Inflation, die wir in den letzten Jahrzehnten weltweit in der Wirtschaft beobachten konnten, wird die nächste deflationäre Phase an den Finanzmärkten ein Übermaß an Treibstoff für die Kurse der alten monetären Metalle liefern. Gold, Silber und die Aktien der entsprechenden Bergbauunternehmen werden in den kommenden Jahren auf ein Preisniveau steigen, das derzeit nur wenige überhaupt für möglich halten. Das gilt insbesondere für Silber, ein Metall, dessen Allzeithoch noch vom Januar 1980 stammt und damit schon 36 Jahre auf dem Buckel hat.

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Der Barron's Gold Mining Index (BGMI) war ursprünglich eine Untergruppe aus rund 25 Werten innerhalb des Datensatzes Barron's Stock Averages, dessen Veröffentlichung jedoch eingestellt wurde. Zwischen 1938 und 1988 meldete die Finanzzeitschrift wöchentlich die durchschnittlichen Kursentwicklungen für Industriezweige wie den Goldbergbau, die Stahlindustrie, die Automobilhersteller usw. Als Barron's diese Serie im Oktober 1988 beendete, wurde der Goldminenindex jedoch als BGMI neu verpackt und die entsprechenden Werte werden bis zum heutigen Tag jede Woche veröffentlicht.

Ein guter Freund von mir (Geoff, ein wahrer Gentleman aus Down Under) hat sich die Mühe gemacht, die wöchentlichen Kurswerte von Homestake Mining ab dem Jahr 1920 zu recherchieren, sodass sich die Daten nun bis zu jenem Jahr zurückverfolgen lassen. Da Homestake Mining eines von zwei Goldunternehmen war, die Barron's ab 1938 zur Berechnung des BGMI verwendete, sind die von Geoff beigesteuerten Daten (1920 bis 1938 im folgenden Chart) sehr nützlich. Danke, Geoff!


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