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Goldnachfrage in Asien weiterhin nur verhalten

23.08.2016  |  Eugen Weinberg
Energie

Der Brentölpreis fiel gestern um mehr als 3% und ist am Morgen unter 49 USD je Barrel gerutscht. WTI verlor 3% und handelte zwischenzeitlich unter 47 USD je Barrel. Der Kontraktwechsel bei WTI führte somit nur kurzzeitig zu einem optischen Preisanstieg. Der Preisanstieg bei Brent um gut 20% seit Anfang August war in erster Linie spekulativ getrieben. Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger stiegen in der Woche zum 16. August um 63,2 Tsd. Kontrakte. Das entsprach dem stärksten Wochenanstieg seit Beginn der Datenreihe im Januar 2011.

Zwei Drittel davon war auf Short-Eindeckungen zurückzuführen, ein Drittel auf den Aufbau von Long-Positionen. In den letzten zwei Berichtswochen zusammengenommen stiegen die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent um 96,7 Tsd. Kontrakte. Sie erreichten mit 357 Tsd. Kontrakten das höchste Niveau seit Mitte Juni. Dieser massive Positionsaufbau hängt stark mit der Erwartung zusammen, dass sich die Ölproduzenten der OPEC und Russland bei einem Treffen Ende September auf Produktionsobergrenzen einigen werden.

Sollten sich Zweifel an einer solchen Einigung durchsetzen, drohen spekulative Verkäufe und ein kräftiger Preisrückgang. Auch die jüngsten Nachrichten zum Angebot geben Anlass zu Gewinnmitnahmen. So will der Irak seine Öllieferungen in die Türkei in dieser Woche ausweiten.

In Nigeria hat sich die Rebellengruppe "Niger Delta Avengers" zu Gesprächen über einen Waffenstillstand mit der Regierung bereit erklärt. Die Rebellen waren in den letzten Monaten für eine Reihe von Anschlägen auf die Ölinfrastruktur verantwortlich.

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Edelmetalle

Gold handelt am Morgen wieder leicht fester bei gut 1.340 USD je Feinunze. Die Schweiz hat im Juli gemäß Daten der Zollbehörde 192 Tonnen Gold exportiert, so viel wie seit Dezember nicht mehr. Nach Asien wurden allerdings nur 37% davon verschifft. Die Goldexporte nach China und Hongkong verharrten zwar mit 55,5 Tonnen auf dem Vormonatsniveau, waren damit aber fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Dagegen sind die Goldausfuhren nach Indien sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr auf 16,2 Tonnen gefallen. Letzteres könnte unter anderem der hohen Goldpreise in Indien selbst geschuldet sein, die im Juli zeitweise auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren gestiegen waren, was offenbar zu Kaufzurückhaltung geführt hat. Im Vorfeld der Feiertagssaison bleibt die indische Goldnachfrage damit noch sehr verhalten.

Viel Gold hat die Schweiz dagegen wohl abermals nach Großbritannien exportiert, wo einige Gold-ETFs ihr Gold aufbewahren. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs wurden im Juli um 55 Tonnen aufgestockt. Gestern verzeichneten die ETFs mit 2,9 Tonnen den zweiten Tageszufluss in Folge.

Deutlich stärkere Zuflüsse gab es gestern mit 103 Tonnen in die Silber-ETFs. Dies war der höchste Tageszufluss seit Anfang Juli. Mit 20.670 Tonnen haben die Bestände damit ein neues Rekordhoch erreicht. Dem Silberpreis gibt dies aber nach wie vor keine Unterstützung. Heute Morgen wurde immerhin der Preisverfall der letzten Tage gestoppt und Silber notiert wieder leicht oberhalb von 19 USD je Feinunze.


Industriemetalle

Gemäß Daten des International Aluminium Institute (IAI) ist die globale Aluminiumproduktion im Juli im Vergleich zum Vorjahr marginal auf 4,9 Mio. Tonnen gesunken. Ein Produktionsrückgang in China um 2,4% wurde dabei durch Produktionssteigerungen andernorts nahezu ausgeglichen. Dieser Trend ist schon seit einiger Zeit zu beobachten. Während die chinesische Aluminiumproduktion in diesem Jahr bislang in fast jedem Monat im Vorjahresvergleich gesunken ist, wurde sie außerhalb Chinas kontinuierlich ausgeweitet.

Produktionsanstiege sind dabei in der Golfregion zu beobachten, der global betrachtet mit einem Anteil von knapp 9% zweitgrößten Produzentenregion, wo die weltweit größten Schmelzen beheimatet sind (z.B. in Katar und Bahrain). Die Region zeichnet sich durch sehr niedrige Energiekosten aus, da die Aluminiumhersteller dort quasi an der Quelle sitzen. Energiekosten machen rund 40% der gesamten Produktionskosten von Aluminium aus.

Daneben wurde Daten des IAI zufolge auch mehr Aluminium in Ost- und Zentraleuropa sowie in den asiatischen Ländern außerhalb Chinas hergestellt. In den ersten sieben Monaten des Jahres betrug die globale Aluminiumproduktion 33,1 Mio. Tonnen, 1,2% weniger als im vergleichbaren Vorjahres¬zeitraum. China hat in diesem Zeitraum mit 17,8 Mio. Tonnen zwar 3,1% weniger Aluminium produziert, bleibt aber mit einem Anteil von 54% der marktbeherrschende Hersteller.

Auch wenn in den letzten Monaten die chinesischen Aluminiumexporte aufgrund der niedrigeren Produktion etwas gesunken sind, ist der globale Aluminiummarkt unseres Erachtens gut versorgt.


Agrarrohstoffe

Die für Ernteprognosen zuständige Behörde der EU-Kommission, MARS, hat ihre Schätzung für die diesjährigen EU-Weichweizenerträge deutlich nach unten revidiert. Sie erwartet nun einen durchschnittlichen Flächenertrag von 5,86 Tonnen je Hektar. Im Juli ging sie noch von 6,10 Tonnen je Hektar aus. Besonders stark fiel die Abwärtsrevision für Frankreich aus (minus 11% auf 6,65 Tonnen je Hektar). Damit läge der Ertrag im größten Weizenanbauland der EU 10,6% unter dem 5-Jahresdurchschnitt.

Grund sind die starken Regenfälle im Frühjahr und damit verbundene Pflanzenerkrankungen. Für das zweitgrößte Anbauland Deutschland erwartet MARS einen Rückgang des Flächenertrags um 4% auf 7,78 Tonnen je Hektar. Damit läge der Ertrag aber noch immer im Rahmen des langjährigen Durchschnitts. Optimistischer ist MARS hinsichtlich der Ertragserwartungen bei Mais. Hier wurde zwar die Schätzung für die gesamte EU von 7,42 auf 7,23 Tonnen je Hektar reduziert. Das wäre aber noch immer 14,8% höher als im Vorjahr und 4,4% über dem 5-Jahresdurchschnitt.

Auch bei Mais ist die Abwärtsrevision vor allem auf Frankreich zurückzuführen. Im größten Maisproduzentenland der EU sollen 8,83 Tonnen Mais je Hektar geerntet werden (bisherige Prognose 9,16 Tonnen je Hektar). Im Gegensatz zu Weizen ist dies auf zu wenig Niederschlag und zu trockene Böden zurückzuführen. Auch im Südosten der EU war es zu trocken.



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