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Neue zyklische Commodity-Hausse hat begonnen

04.10.2016  |  Uwe Bergold
In der Ausgabe 03/2016 der ChampionsNews - Unabhängiges Fonds-Know-How von Universal Investment, wurde unter diesem Titel folgendes über unsere drei Investmentfonds publiziert:

Die Edelmetall- und Industriemetallpreise haben sich in jüngster Zeit wieder stark erholt. Auch Gold hat zuletzt wieder aufgrund der niedrigen Zinsen an Interesse gewonnen. ChampionsNews sprach mit Uwe Bergold, Geschäftsführender Gesellschafter von GR Asset Management, über die Nachhaltigkeit der Rohstoff- und Edelmetallpreise, die Einflüsse des Marktes auf die Entwicklung der Preise und wie sich diese Erkenntnisse auf die Strategie in den Fonds GR Dynamik (DE000A0H0W99), GR Noah (DE0009799536) und pro aurum ValueFlex (DE000A0YEQY6) auswirkt.


ChampionsNews: Herr Bergold, die Edelmetall- und Industriemetallpreise haben sich seit Beginn des Jahres deutlich erholt. Woran machen Sie die Erholung der Preise in den letzten Monaten fest? Müssen wir bald wieder mit Korrekturen rechnen?

Bergold: Nach fünf Jahren Baisse im Rohstoffsektor, welche die zweitgrößte Korrektur der Geschichte darstellte, befinden sich Rohstoffe in einer epochalen "Antiblase". Alle drei zinstragenden Anlageklassen - Aktien, Immobilien und Anleihen - dagegen befinden sich aufgrund der abnormalen Zinsentwicklung in einer epochalen Blase. Diese Divergenz zwischen den Assets wird sich in den kommenden drei bis fünf Jahren auflösen.

Wir haben im Januar 2016 den Beginn einer neuen zyklischen Commodity-Hausse erlebt, die mit einer Zeitverzögerung von zirka zwölf Monaten - zunächst über die Erzeuger- und dann die Konsumentenpreise - auch einen neuen Inflationszyklus mit sich bringen wird. Die dynamisch zunehmende globale Überschussliquidität hat aufgrund der drei überbewerteten zinstragenden Anlageklassen begonnen, sich seit Anfang dieses Jahres den Weg in den Rohstoffsektor zu bahnen. Da es sich um eine finale zyklische Bewegung in der seit 1999 andauernden säkularen Gold- und Rohstoff-Hausse handelt, muss mit einem exzessiven Überschießen der Preise in den kommenden Jahren gerechnet werden.


ChampionsNews: Aufgrund der niedrigen Zinsen hat auch das Interesse an Gold zuletzt wieder zugenommen. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung von Gold in diesem Jahr ein? Können wir mit weiteren moderaten Preisanstiegen rechnen?

Bergold: Der Goldpreis hat - unbeachtet vom Publikum - bereits in sehr vielen Währungen sein Allzeithoch aus dem Jahr 2011 wieder erreicht oder sogar überschritten. Dies wären zum Beispiel der Goldpreis in Norwegischen Kronen, in Australischen Dollar, in Südafrikanischen Rand, in Brasilianischen Real, in Russischen Rubel oder in Türkischer Lira. Aufgrund des Abwertungswettlaufs der globalen Währungen und der weltwirtschaftlichen Rezessionstendenzen werden die meisten Investoren eine große Überraschung erleben, in welch relativ kurzer Zeit auch der Goldpreis in US-Dollar sein Allzeithoch bei 1.900 US-Dollar wieder erreichen wird.


ChampionsNews: In Ihren Portfolien setzen Sie mehrheitlich auf Rohstoff- und Energiewerte. Welche Titel bevorzugen Sie derzeit und weshalb setzen Sie auf diese?

Bergold: Wir investieren strategisch erst seit dem Jahrtausendwechsel - mit Beginn der säkularen Goldhausse - in Gold und Rohstoffwerte. In den 1980er und 1990er Jahren setzten wir ausschließlich auf Standardaktien der verschieden Marktkapitalisierungssegmente. Bei einem Goldpreis von circa 260 US-Dollar begannen wir dann, vorzugsweise strategisch in Edelmetallaktien, welche zyklisch einen Hebel auf Rohstoffaktien bilden, zu investieren. Seit dem Jahrtausendwechsel hat sich nun der Goldpreis in US-Dollar, trotz seiner mittelfristigen Korrektur, strategisch mehr als verviereinhalbfacht.

Auch der HUI-Goldminenindex schaffte trotz der katastrophalen vergangenen fünf Jahre noch immer eine Steigerung um das 3,5-Fache seit Beginn des neuen Jahrtausends. So, wie wir bis März 2000 - dem Zeitpunkt unseres strategischen Wechsels hin zu Gold - ausschließlich in Standardaktien investiert waren, werden wir auch weiterhin unseren Schwerpunkt bis zum nächsten säkularen Trendwechsel im Edelmetallsektor sehen, mit Beimischung aus anderen interessanten Rohstoffsektoren. Mit einem säkularen Trendwechsel rechnen wir um das Jahr 2020. Dies ist auch der Grund, warum alle drei von uns beratenen Investmentprodukte, differenziert nach Marktkapitalisierung - groß mittel und klein -, als Misch- und nicht als Rohstoff-Aktienfonds konzipiert wurden.


ChampionsNews: Wie filtern Sie die passenden Papiere für die Portfolios heraus? Welchen Investmentansatz verfolgen?

Bergold: Hier verfahren wir im Rahmen der makroökonomischen Zyklik nach einem stringenten Relative-Stärke-Ansatz. Tagtäglich laufen 500 ausgewählte Rohstoffunternehmen durch einen Filter, der auf einem zyklischen Trendfolgeansatz basiert. 200 davon sind in unserem Anlageuniversum befindliche Gold- und Silberaktien. Die Unternehmen mit der größten relativen Stärke und einem eindeutig definierten zyklischen Aufwärtstrend kommen dann in die nähere Auswahl und werden noch auf Fungibilitätskriterien geprüft. Hat ein Papier alle Kriterien erfüllt, dann kommt es in unsere Portfolios.

Um größtmögliche Diversifikation zu erreichen, kommt keine Aktie in den drei von uns beratenen Fonds doppelt vor. Sobald sich das makroökonomische Umfeld ändert - wir rechnen damit, dass das mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden drei bis fünf Jahren geschieht -, wenn die Gold- und Rohstoffhausse zu Ende geht, wechseln wir in den drei Fonds wieder in den Standardaktienmarkt. Dann werden die Fonds quasi wieder zu aktiv gemanagten DAX-, MDAX und SDAX-Produkten.


Gold- & Silber-Fonds mit neuer zyklischer Hausse innerhalb des säkularen Bullmarket

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Abb. 1: Central Fund of Canada (Gold- & Silber-Fonds) in USD von 03/1992 bis 09/2016
Quelle: GR Asset Management


Bertachtet man in Abb. 1 den Verlauf des Central Fund of Canada (Gold- & Silber-Fonds: http://www.centralfund.com/) in USD, so erkennt man unmissverständlich die zum Jahreswechsel 2015/16 neu begonnene zyklische Hausse. Seit Beginn des säkularen Aufwärtstrends im Jahr 2000 (seitdem investieren wir strategisch in Gold, Silber und Edelmetallaktien) ist dies nun der vierte und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der letzte mittelfristige Bullenmarkt vor der nächsten säkulare Wende. Das Finale einer jeden vorherigen strategischen Gold- & Rohstoff-Hausse ging immer mit exzessiven Kursanstiegen einher. Auch dieses Mal wird es nicht anders sein. Es ist immer dasselbe "Theaterstück", welches an der Börse gespielt wird. Nur die Akteure auf der "Bühne" werden ausgewechselt.


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