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Kaufsignal für Edelmetalle, Umkehr bei der Deutschen Bank?

04.10.2016  |  Clive Maund
Die derzeitige Situation rund um die Deutsche Bank, die monumentale Positionen im Derivatehandel hält und deren Aktienkurs auf neue Tiefs gefallen ist, hängt wie ein Damoklesschwert über den globalen Aktienmärkten. Wir haben diese Sache bisher in der Annahme ignoriert, dass auch alle anderen das so tun werden, bis die Lage wirklich außer Kontrolle gerät. Diese Strategie hat sich bislang bewährt.

Wir sollten jedoch im Hinterkopf behalten, dass die Situation potentiell äußerst gefährlich ist. Sie könnte die Lehman-Krise in den Schatten stellen und die Märkte weltweit ins Schleudern geraten lassen. Am Freitag hat sich der Aktienkurs der Deutschen Bank jedoch vor dem Hintergrund eines erstaunlich hohen Rekord-Handelsvolumens wieder nach oben gewendet - ein Zeichen dafür, dass sich die Lage zumindest kurz- bis mittelfristig etwas entspannen könnte, was eine Rally an den allgemeinen Aktienmärkten möglich macht.

Kanzlerin Merkel und die deutsche Regierung sind mit Blick auf die Deutsche Bank in ein Dilemma geraten. Nachdem sie Griechenland und die südlichen EU-Staaten lang und breit über die Bedeutung der Eigenverantwortlichkeit des Privatsektors belehrt haben, können sie jetzt schlecht einschreiten und die Deutsche Bank retten. Es sieht daher so aus, als müsse der Bail-out von einem internationalen Bankenkonsortium bewerkstelligt werden, indem diese als Notlösung einfach noch ein paar Billionen drucken.

An dieses Vorgehen gewöhnt man sich mit jedem Mal ein bisschen mehr und im schlimmsten Fall besteht noch immer die Option eines internationalen Bail-ins, auch wenn es aus naheliegenden Gründen äußerst unwahrscheinlich ist, dass man auf diese Möglichkeit zurückgreifen wird, solange das Bargeld noch nicht abgeschafft wurde. Zypern war in dieser Hinsicht der Testballon. In der Zwischenzeit werden manche Gläubiger vielleicht Erbarmen haben und einem Schuldenerlass zustimmen. Der Geschäftsleitung der Deutschen Bank empfehle ich unterdessen, den Film "Wall Street: Geld schläft nicht" mit Michael Douglas anzuschauen.

Es ist ironisch, dass zu einer Zeit, in der an von den Problemen der Deutschen Bank inspirierten "Weltuntergangs-Artikeln" wahrlich kein Mangel herrscht, die neusten Chartdaten eine überzeugende Umkehr der Kurses zeigen. Am vergangenen Montag entstand im Kerzenchart ein ausgeprägter bullischer Hammer, gefolgt von einem Doppelboden auf dem Niveau des Montagstiefs am Donnerstag und einer großen weißen Kerze inklusive Rekord-Handelsvolumen am Freitag.

Hier könnte sich ein bedeutender Boden gebildet haben. Die Rechnung für die Rettung der Deutschen Bank kann mit Sicherheit in altbewährter Weise entweder an die deutschen oder die internationalen Steuerzahler - oder beide - weitergegeben werden. Nur für die Griechen wird man, in einer Übung in Diplomatie, diesmal vielleicht eine spezielle Ausnahme machen.

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Die Gold- und Silberaktien konsolidierten in den letzten Wochen. Der Goldkurs hat sich nach dem steilen Anstieg im Juni seit dem Beginn des Monats Juli seitwärts entwickelt und scheint darauf zu warten, dass der 200-tägige gleitende Durchschnitt auf das gleiche Niveau steigt wie der aktuelle Preis. Im Bereich von 1.300-1.310 $ gibt es eine starke Unterstützungszone und da der Kurs fast bis dahin gefallen ist, betrachten wir das als Kaufsignal.

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Der Silberkurs zeigt ein ähnliches Muster und scheint ein symmetrisches Dreieck auszubilden. Der bullische umgekehrte Hammer am Freitag bedeutet, dass die Chancen für eine Rally in der kommenden Woche gut stehen.

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Die Goldaktien, hier dargestellt anhand des GDX, scheinen oberhalb ihres weiter steigenden 200-tägigen gleitenden Durchschnitts eine zwischenzeitliche Basis zu formen. Dies ist in unseren Augen ein guter Zeitpunkt, um ein paar der besseren Goldaktien zu kaufen, insbesondere da sich die Deutsche Bank nun offenbar nicht mehr ganz so nah am Abgrund befindet und das Risiko einer Implosion an den Aktienmärkten vorerst wieder gesunken ist. Wir möchten allerdings darauf hinweisen, dass die Deutsche Bank bei Weitem nicht die einzige Bank ist, die in Schwierigkeiten steckt. Der Goldminensektor würde aber wahrscheinlich nur dann einbrechen und in Welle C eine Abwärtsbewegung beschreiben, wenn die allgemeinen Märkte ebenfalls nachgeben.

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© Clive Maund
www.clivemaund.com


Der Artikel wurde am 03.10.16 auf www.clivemaund.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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