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Deflationärer Crash und Dollarrally? Die Gefahr steigt...

11.10.2016  |  Clive Maund
Letzte Woche kam es am Gold- und Silbermarkt zu schockierenden Kursabstürzen. Dies wurde zwar von vielen Marktbeobachtern als (möglicherweise letzter) Teil der Korrekturphase gewertet, die bereits seit Juli im Edelmetallsektor herrscht, doch die Heftigkeit der Verluste könnte noch weitere Implikationen haben, die wir im Folgenden betrachten wollen.

Der steile Einbruch des Goldkurses könnte auf starke Gewinne beim US-Dollar verweisen. Als Gold zu Beginn letzter Woche in die Tiefe stürzte und in den Tagen darauf weitere Verluste verzeichnete, stieg der Dollar höher und überwand dabei eine nahe Widerstandslinie. Dies könnte der Auftakt zum Ausbruch aus dem bereits seit 18 Monaten bestehenden Trendkanal sein. Gleichzeitig bildet sich beim allgemeinen Aktienindex S&P 500 ein wirklich beängstigendes Muster heraus und es besteht zunehmend die Gefahr eines massiven Crashs.

Wenn wir alle wichtigen Puzzleteile zusammensetzen, entsteht der Eindruck, dass uns eine weitere deflationäre Phase wie im Jahr 2008 bevorsteht. Diesmal wird sie allerdings viel schlimmer ausfallen, weil die Zinsen bereits bei Null liegen und niemand mehr da ist, um einen Bail-out zu finanzieren. Das einzige Mittel zur Linderung, das unmittelbar zur Verfügung steht, ist die sofortige Verteilung von "Helikoptergeld", die letztlich eine Hyperinflation mit sich bringen wird. Es wird im Allgemeinen angenommen, dass eine solche deflationäre Episode durch den Zusammenbruch einer Großbank oder ein vergleichbares Ereignis ausgelöst würde. Angesichts der Schwierigkeiten, in denen sich die Kreditinstitute befinden, ist das durchaus möglich, insbesondere in Europa. Ohne Sondermaßnahmen wie das Helikoptergeld würde die Wirtschaft schlicht implodieren. Die Banken würden ihre Türen verriegeln, die Geldautomaten würden nicht mehr funktionieren, die Angebots- und Nachfragenetze würden zusammenbrechen und nach nur kurzer Zeit hätte sich weithin ein Zustand der Anarchie eingestellt.

Sehen wir uns nun die Charts an und versuchen wir, die großen Puzzleteile zusammenzufügen.

Beginnen wir mit dem 6-Monatschart für Gold. Der dramatische Einbruch Anfang letzter Woche ist deutlich zu sehen. Wenn der Kurs zurück in Richtung eines steigenden 200-tägigen gleitenden Durchschnitts fällt, ist normalerweise an dieser Stelle oder kurz darunter mit der Bildung eines Bodens zu rechnen - nicht jedoch, falls wir auf eine deflationäre Kernschmelze zusteuern. Erinnern Sie sich noch an die Entwicklung der Gold- und Silberpreise im Jahr 2008?

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Für sich genommen ist der aktuelle Commitments of Traders Report kein Hinweis auf eine neue Goldrally. Die Positionen haben sich zwar merklich verringert, doch es besteht nach wie vor ein starker Überhang bei den Long-Positionen der großen Spekulanten, der erst abgebaut werden muss, bevor wir uns auf den nächsten starken Aufschwung im Goldsektor freuen können.

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Der US-Dollar scheint unterdessen an Stärke zu gewinnen und durchbrach letzte Woche den Widerstand, der im untenstehenden 6-Monatschart eingezeichnet ist. Sollte der Dollar seine Aufwärtsbewegung bis zur Obergrenze des eingezeichneten Trendkanals fortsetzen, würde das bedeuten, dass er das Top der breiten Handelsspanne übertrifft, in der er nun schon seit rund 18 Monaten feststeckt. Der Trendindikator MACD hat sich ebenfalls nach oben gewendet und falls sich der aktuelle Anstieg fortsetzt, würden auch die gleitenden Durchschnitte bald eine bullische Ausrichtung zeigen.

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