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Banken- und Finanzkrise 2.0: Wie Sie dem Auge des Hurrikans entkommen!

13.10.2016  |  Uli Pfauntsch
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Warum das Problem von Italien auch IHR Problem ist!

Nur weil Landsmann Mario Draghi über sein gigantisches Ankaufprogramm italienische Staatsanleihen in die EZB-Bilanz kauft und damit die Renditen absurd niedrig hält (aktuell 2 Jahre -0,06% 5 Jahre 0,34%, 10 Jahre 1,38%), bedeutet das nicht, dass die Papiere sicherer geworden sind. Ganz im Gegenteil: Die Zinsen, die Italien zahlt, sind niedriger als die der USA. Doch das Land steckt in dramatischen Schwierigkeiten. Die Arbeitslosigkeit ist bei 12 Prozent, die Wirtschaft 10 Prozent kleiner als vor der Finanzkrise und das italienische Bankensystem steht kurz vor der Implosion.

In italienische Anleihen zu investieren, ist in etwa so, die Aktie eines Unternehmens zu immer absurd höheren Preisen zu kaufen, je näher die Pleite rückt.

Falls Sie Ihr hart verdientes Geld Banken und Versicherungen anvertraut haben, sollten Sie wissen, welchen Risiken Sie ausgesetzt sind: Die Deutsche Bank hielt Ende des letzten Jahres etwa 15,8 Milliarden Euro italienischer Risikopapiere.

Die Commerzbank hat etwa 10,8 Milliarden Euro italienischer Staatsanleihen in ihren Büchern. In zahlreichen Euro-Rentenfonds liegt die Quote italienischer Anleihen bei über 20 Prozent. Mit von der "Partie" sind zahlreiche Lebens- und Rentenversicherungen, die in italienischen Papieren investiert sind. Die Allianz etwa, hatte per Ende 2015 ihren Bestand von italienischen Staatsanleihen mit 29 Milliarden Euro ausgewiesen. Zusätzlich hatte der Versicherer 1,5 Milliarden Euro in italienischen Bankanleihen investiert.

Weltweit belaufen sich die Forderungen der ausländischen Banken gegenüber Italien auf 550 Milliarden Euro. Französische Geldhäuser tragen mit 250 Milliarden Euro das größte Risiko, auf Platz zwei folgen deutsche Institute mit 92,7 Milliarden Euro. Jedes Kreditinstitut ist engmaschig miteinander vernetzt - fällt ein Dominostein, fallen alle anderen. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass einzelne Institute noch stark genug wären, um zu überleben.


4. Dezember 2016 - dieser Tag ist wichtiger als die US-Wahl!

Die Brüsseler Bankenrichtlinie sah ursprünglich vor, dass zunächst private Eigentümer und Gläubiger der Banken (Anleihebesitzer und Kontoinhaber) in die Haftung genommen werden. Doch das geht nun leider nicht mehr, ohne einen Bankrun der Anleger zu riskieren.

Sollten Mittelstand und Sparer in Italien bei Anwendung der Bail-in-Regel bluten müssen, kann Ministerpräsident Matteo Renzi ohnehin einpacken. Dieser hatte sein Referendum über eine Verfassungsreform ursprünglich für Oktober angekündigt - nun es mit dem 4. Dezember auf den letztmöglichen Termin verzögert worden. Sollte Renzi verlieren, wird es voraussichtlich Neuwahlen geben. Die auf dem Vormarsch befindliche eurofeindliche "5-Sterne-Bewegung", hat ihren Wählern für diesen Fall schon mal ein Referendum über den Verbleib in der Eurozone versprochen.

Bedenkt man, dass die apokalyptischen Prognosen für Großbritannien nach dem Brexit ausgeblieben sind, wäre eine Mehrheit im abgewirtschafteten Italien durchaus vorstellbar. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von McKinsey & Co. offenbart, dass 97 Prozent aller Italiener von 2005 bis 2014 einen Verlust in Lohn und Einkommen hinnehmen mussten. In keinem anderen Land haben sich die Bedingungen so verschlechtert wie in Italien.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass es für die italienische Wirtschaft bis 2025 dauern könnte, ehe das Niveau vor 2008 wieder erreicht ist. Was sich in Italien abspielt, ist die wirtschaftliche Zerstörung eines gesamten Landes in Echtzeit, die 17 Jahre und vielleicht noch länger in Anspruch nehmen wird. Sollten die Italiener am 4. Dezember mit "Nein" stimmen - es wäre wenig überraschend.

Das undenkbare Szenario eines Austritts Italiens aus dem Euro, würde ein beispielloses Chaos auslösen und wäre das definitive Ende der Gemeinschaftswährung. Dass Italien jemals in der Lage sein wird, seine Schulden zurückzuzahlen, ist ohnehin illusorisch. Sollte das Land aber die Lira wieder einführen, könnten sich die Schulden durch die Abwertung der Währung schlagartig verdoppeln, was drastische Schuldenschnitte durch die Gläubiger erfordern würde.

Fakt ist: Ein Austritt Italiens aus der Euro-Zone würde den totalen Zusammenbruch der Europäischen Union bedeuten. Die Schockwellen, die dieses Ereignis um die Welt senden würde, entziehen sich jeglicher Vorstellungskraft. Es wäre schlimmer, als jede Krise zuvor. Denn die EU, wie wir sie kennen, würde nicht mehr existieren – ebenso wenig wie der Euro!

Deshalb mein eindringlicher Rat: Schichten Sie, solange es noch möglich ist, von Geldwerten in Sachwerte um.

Halten Sie an physischen Edelmetallen und den im CompanyMaker favorisierten Minenwerten fest - Gold und Silber kennen kein Gläubiger/Schuldner-Verhältnis und sind "wahres Geld".

Investieren Sie in selbstgenutztes Wohneigentum beziehungsweise ausgesuchte Wohnimmobilien auf dem deutschen Markt, die attraktive und konstante Mieten garantieren (Details auf www.investman.de).

Meiden Sie sämtliche Geldwertanlagen wie Anleihen, Inhaberschuldverschreibungen, Rentenfonds, Tagesgelder, Sparguthaben, Geldmarktfonds, Mischfonds, Bausparer, Lebensversicherungen oder Riester-Verträge - neben den Ausfallrisiken durch einen bankrotten europäischen Bankensektor und bankrotte Euro-Staaten, droht die schleichende Wertvernichtung durch Inflation, beziehungsweise Strafzinsen.

Meiden Sie Aktien von Unternehmen mit hoher Verschuldung - bleibt die Wirtschaft weiterhin schwach, werden zahlreiche dieser Unternehmen an der Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten scheitern.

Achten Sie bei klassischen Dividendenwerten darauf, dass die Unternehmen ihre Ausschüttungen aus dem erwirtschafteten Gewinn finanzieren – und nicht über neue Schulden.


© Uli Pfauntsch
www.companymaker.de



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